Freitag, 18. Mai 2018

Das Ende von Armer Charlie

Zugegeben, ich habe den Datenschutz und andere rechtliche Vorschriften, die beim Betreiben eines Blogs schon immer zu beachten gewesen wären, bisher nicht sonderlich ernst genommen. Nun wird das Thema mit dem Inkrafttreten der europäischen Datenschutzgrundverordnung am 25. Mai jedoch auf eine ganz neue Ebene gehoben. Auch als Betreiber einer privaten Webseite muss man die Erhebung und Verarbeitung personenbezogenener Daten dokumentieren, eventuell erforderliche Einwilligungen von Webseitenbesuchern einholen und ist dabei ständig dem Risiko von Abmahnungen und Bußgeldern ausgesetzt. Und das soll auch nur die Vorstufe zu einer noch strengeren ePrivacy-Verordnung sein. 

Offensichtlich werden diese Datenschutzregeln von Leuten geschrieben, die keine Ahnung von den Mechanismen des globalen Internets haben, das nun einmal auf dem größtmöglichen Austausch und der Weiterverwendung von Daten beruht und uns in den letzten 20 Jahren unglaubliche technologische Fortschritte, neue Geschäftsmodelle und einen enormen Zuwachs an Lebensqualität und Wohlstand beschert hat. Diese Entwicklung stoppen oder gar zurückdrehen zu wollen ist ungefähr so, als wolle man Autos verbieten und die Menschen zwingen, stattdessen wieder auf Kutschen umzusteigen, denn durch die schnellen Fahrzeuge könnte ja jemand verletzt werden. 

Ich habe weder Zeit noch Lust noch die technischen Fähigkeiten, alle eingebauten Tools meines Blogs auf die mögliche Erhebung und Weitergabe von Daten zu untersuchen und an html-Codes herumzubasteln, um den Blog datenschutzrechtskonform zu gestalten. Und ich sehe es auch nicht ein, dafür Geld auszugeben und mich an diesem Beschäftigungsprogramm für Berater, Rechtsanwälte und sonstige Dienstleister zu beteiligen. 

Deshalb ist an dieser Stelle das Ende von Armer Charlie und meiner Karriere als Blogger erreicht. Der Zeitpunkt passt eigentlich ganz gut, denn ich habe meine Anlagestrategie gefunden und bin überzeugt, in ein paar Jahren ein Zusatzeinkommen aus Dividenden zu erhalten, das für meine persönlichen Bedürfnisse und Ziele ausreicht. Es gibt nicht viel, worüber ich noch schreiben könnte. Ich danke allen Lesern für ihr Interesse, insbesondere für Anregungen und Kommentare, die mich motiviert und auch mal zum Überdenken meines Anlegerverhaltens beigetragen haben. Ich hoffe, dass ich mit meinem Blog ebenfalls die ein oder andere Inspiration zum Investieren in Aktien geben konnte. 

Die Webseite wird zum 25. Mai 2018 abgeschaltet. Das war's von mir.

Mittwoch, 11. April 2018

1000 Euro Dividendeneinnahmen im März 2018

Zum ersten Mal seit ich die Dividendenstrategie verfolge, habe ich in einem Monat mehr als 1.000 Euro an Dividenden kassiert! Nachfolgend veröffentliche ich die Liste meiner Dividendeneinnahmen nach Steuerabzug im März 2018: 

WertpapiernameDividende
APA GROUP128,78 €
BHP BILLITON PLC65,15 €
BROOKFIELD INFRASTR.64,65 €
CHEVRON CORP. 38,49 €
COMMONWEALTH BK.89,70 €
CON. EDISON24,51 €
ELI LILLY19,36 €
FORTIS INC.       45,48 €
HERSHEY CO.22,49 €
IMPERIAL BRANDS PLC48,90 €
INTL BUS. MACHINES51,55 €
JOHNSON+JOHNSON 28,85 €
MAIN STREET CAPITAL13,10 €
MCDONALDS CORP.34,62 €
MICROSOFT CORP.20,05 €
PEMBINA PIPELINE  9,52 €
REALTY INCOME15,01 €
ROCHE HLDG AG INH.114,35 €
ROYAL DUTCH SHELL A84,63 €
SSE PLC 48,14 €
UNILEVER CVA39,74 €
UTD TECHNOLOGIES24,06 €

 1.031,13 €

Eine gewisse Unsicherheit ist in dieser Dividendenabrechnung allerdings schon enthalten: Die Ausschüttung von Brookfield Infrastructure mit Valuta zum 29. März kam dieses Mal erst mit knapp zwei Wochen Verspätung an. Zudem erwarte ich auch noch eine weitere Teilzahlung. Falls sich die Verzögerungen bei der Auszahlung fortsetzen, muss ich überlegen, ob es nicht sinnvoller ist, die Dividenden von Brookfield künftig dem Folgemonat zuzuordnen. 

Wenn ich aber wie bisher die Daten der rückwirkenden Dividendengutschrift zugrunde lege, kann ich für den März ein Plus von 173,40 Euro oder 20,2% im Vergleich zum Vorjahresmonat verzeichnen und erreiche somit erstmals mehr als 1.000 Euro Dividendeneinnahmen in einem Monat. 

Das ist für mich ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zu einem ordentlichen und stetigen Zusatzeinkommen aus Dividenden. Ich werde weiter ruhig und systematisch in Dividendenaktien investieren und hoffe, dass mein Depot in wenigen Jahren jeden Monat Dividendeneinnahmen in dieser Höhe generieren kann. 

Dienstag, 27. März 2018

3. Kauf 2018: BASF

Die BASF SE (BASF11) ist ein weltweit führender Chemiekonzern mit Sitz in Ludwigshafen/Deutschland. Das Unternehmen entwickelt und produziert Chemikalien, Kunststoffe, Veredelungsprodukte, Pflanzenschutzmittel, Öle und Gase. Die Präparate finden Verwendung bei der Herstellung von Farben und Lacken, Papierprodukten, Hygieneartikeln, Kraft-, Kunst- und Schmierstoffen, Pestiziden, bei der Wasseraufbereitung und in vielen anderen Anwendungsgebieten. BASF wurde 1865 gegründet und ist mit 380 Produktionsstandorten in 80 Ländern der Welt vertreten. 

BASF gehört zu den Aktien, die ich schon von Beginn an im Depot halte. Ich bin überzeugt, dass unsere moderne Industriegesellschaft auch in Zukunft Produkte von BASF brauchen wird. Der Chemiekonzern bekennt sich auf seiner Investor-Relations-Webseite zu dem Ziel einer langfristigen Wertsteigerung mit attraktiver Dividendenpolitik: Die Dividende soll jährlich gesteigert oder zumindest auf dem Niveau des jeweiligen Vorjahres gehalten werden. So etwas würde ich als dividendenorientierter Langzeitinvestor gerne häufiger von deutschen Aktiengesellschaften hören. 


BASF hat seine Dividende für die letzten zehn Geschäftsjahre von 2008 bis 2017 von 1,95 Euro auf 3,10 Euro je Aktie angehoben (2017: Vorschlag des Vorstands für die Hauptversammlung im Mai 2018). Der Gewinn je Aktie konnte im gleichen Zeitraum von 3,13 Euro auf 6,62 Euro je Aktie gesteigert werden. Die Ausschüttungsquote von 46%, ebenso wie die Eigenkapitalquote von 44% sprechen für die finanzielle Robustheit der BASF.

Bei einem aktuellen Aktienkurs um 80 Euro ist das Unternehmen mit einem KGV von 12 und einer Dividendenrendite von 3,8% attraktiv bewertet. Ich habe meine Position in BASF gebührenfrei am 16. März, dem diesjährigen Tag der Aktie, aufgestockt.

Meine weiteren Investitionen im Jahr 2018 waren bisher: 
1. Kauf: Fortis Inc.
2. Kauf: Vodafone Group

Montag, 19. März 2018

Das ewige Leid mit der Steuer

Mein Dividendenblog wird immer mehr zu einem Steuerblog. Zu keinem Thema bekomme ich mehr Anfragen und Kommentare als zur Quellensteuer auf Dividenden ausländischer Aktien. Wie hoch ist der Steuersatz bei einer bestimmten Aktie? Wie sieht die Dividendenabrechnung in so einem Fall aus? Wie füllt man das Antragsformular für die Rückerstattung aus? Das leidige Steuerthema kostet mich so viel Mühe und Zeit, dass ich beschlossen habe, meine wichtigsten Erkenntnisse einmal kompakt zusammenzufassen. Der Form halber weise ich darauf hin, dass ich kein Steuerberater bin und nur eigene Erfahrungen und Meinungen präsentiere. Und jetzt auf zu einer kurzen Reise durch die verrückte Welt der Dividendenbesteuerung!

Beginnen wir in der Schweiz. Mit Nestlé (A0Q4DC) und Roche (851311) halte ich zwei klassische Schweizer Dividendenaktien im Depot. Auf die Ausschüttungen verlangt die Schweiz eine Verrechnungssteuer von 35%, wobei 20% von der Eidgenössischen Steuerverwaltung zurückgefordert werden können. Wie im Rückblick 2017 beschrieben, habe ich im vergangenen Jahr zum ersten Mal einen Antrag für 2015, 2016 und 2017 gestellt. Nachdem es schon zwei Monate gedauert hatte, bis ich endlich den nötigen Stempel meines Finanzamtes auf dem Antragsformular bekam, vergingen weitere sieben Monate, bis die Schweizer den Antrag bearbeitet und das Geld überwiesen hatten. Vor wenigen Tagen gingen umgerechnet 99 Euro auf meinem Girokonto ein. Meine Dividendeneinnahmen über die drei Jahre von insgesamt 14.568 Euro erhöhen sich somit rückwirkend um sage und schreibe 0,68%. Dazu wurden an irgendeiner Stelle auf dem Weg von der Schweiz nach Deutschland auch noch 25 Franken Gebühr einbehalten. Mein Fazit: Aufwand und Ertrag stehen in keinem Verhältnis. Die Rückforderung lohnt sich nur für Großanleger, die überwiegend in Schweizer Aktien investieren.

Ab auf die Bermudas. Dort hat die Brookfield Infrastructure L.P. (A0M74Z) ihren Sitz. Das Unternehmen gehört zu meinen größten Investments und ist dazu noch ein hervorragender Dividendenzahler. Wobei das nicht ganz korrekt ist: Brookfield ist keine Kapitalgesellschaft, die Dividenden zahlt. Sondern eine Personengesellschaft, die Erträge an ihre Anteilseigner ausschüttet. Die sind in der Steuererklärung anzugeben und unterliegen dem persönlichen tariflichen Steuersatz. Das habe ich in einem früheren Beitrag einmal ausführlich beschrieben. Momentan sind die Ausschüttungen bis zu einem Freibetrag steuerfrei. Aber ob der deutsche Gesetzgeber das noch lange durchgehen lässt? 

Weiter nach Kanada. Nach meinem Kauf von Fortis (881347) hat sich in den Blog-Kommentaren eine interessante Diskussion um die Quellensteuer bei kanadischen Aktien entwickelt. Die beträgt 25% auf Dividendenzahlungen. Allerdings stellte sich heraus, dass der Vollzug durch die Depotbanken in Deutschland ganz unterschiedlich abläuft. Manche Broker behalten 25% ein und überlassen es dem Anleger allein, sich 10% aus Kanada zurückzuholen (soweit ich weiß, ist das zum Beispiel bei Consors so). Andere verlangen die Einreichung eines bestimmten Formulars und senken dann den Quellensteuersatz auf 15%. Wiederum anders ist es in meinem Fall: Die ING-DiBa erhebt automatisch nur den reduzierten Satz von 15%, allerdings unter dem Vorbehalt, dass ich bei einer Prüfung das besagte Formular vorlegen kann. Ganz ehrlich: Mir ist auch hierfür der Aufwand zu groß. Ich gehe das Risiko ein, Steuern nachzahlen zu müssen. (Achtung, das soll keine Empfehlung zur Nachahmung sein.)

Samstag, 3. März 2018

Dividendeneinnahmen im Februar 2018

Nachfolgend veröffentliche ich die Liste meiner Dividendeneinnahmen nach Steuerabzug im Februar 2018: 


WertpapiernameDividende
ABBOTT LABS18,99 €
AT+T51,03 €
CVS HEALTH33,97 €
GENERAL MILLS33,34 €
MAIN STREET CAP. 12,92€
PEMBINA PIPELINE9,81 €
PROCTER+GAMBLE46,78 €
REALTY INCOME14,85 €
SIEMENS185,00€
VODAFONE GRP47,67 €
Summe454,36€

Der Februar war wieder ein Monat, in dem meine Dividendenstrategie funktioniert hat. Wie schon der Januar. Oder alle anderen Monate im Jahr. Stures und regelmäßiges Kaufen und Aufstocken von langweiligen Aktien führt zu einem stetig steigenden Zusatzeinkommen aus Dividenden. Dieses Mal waren es über 450 Euro, das ist ein Plus von gut 109 Euro oder 31% gegenüber dem Februar des letzten Jahres

Seit sich die Börsen im Korrekturmodus befinden, sind viele Dividendenaktien wieder attraktiver bewertet als noch vor ein paar Monaten. Auch meine letzten Käufe Fortis und Vodafone sind aktuell günstig zu haben. Da stellt sich der ein oder andere vielleicht die Frage, ob es Sinn macht, jetzt in die Cashreserven zu greifen und richtig groß zu investieren. Leider kann ich auch nicht vorhersagen, ob die Aktienkurse weiter nachgeben und es möglicherweise klüger ist, noch zu warten. Ich habe mir deshalb ein einfache Taktik ausgehend vom DAX-Index überlegt: