Montag, 25. Juli 2016

Die Besteuerung der Dividenden von Brookfield Infrastructure

Die Anteile von Brookfield Infrastructure Partners L.P. (A0M74Z) sind nach mehreren Käufen eine der größten Positionen in meinem Aktienportfolio. Allerdings ist die Besteuerung der Dividenden nicht ganz unkompliziert. Nachfolgend möchte ich deshalb beschreiben, wie ich die Erträge von Brookfield Infrastructure in meiner letzten Steuererklärung für 2015 angegeben habe und welche steuerlichen Folgen sich daraus ergaben. Vorab weise ich darauf hin, dass ich keine Steuerberatung geben darf. Es handelt sich lediglich um einen persönlichen Erfahrungsbericht, der für viele Aktienanleger von Interesse sein könnte.

Ausgangslage
Meine Depotbank schreibt mir die Dividenden von Brookfield Infrastructure stets in mehreren Tranchen gut. Diese unterliegen einem unterschiedlichen Steuerabzug. Überwiegend sind die Ausschüttungen steuerfrei, kleinere Tranchen werden mit Quellensteuern von 10% oder 25% belastet. Was jedoch nicht abgezogen wird, ist die deutsche Abgeltungssteuer. Darauf hat mich die Bank zu Beginn dieses Jahres auch nochmals hingewiesen: In der Erträgnisaufstellung für 2015, die ich zusätzlich zur Jahressteuerbescheinigung bekommen habe. Darin werden die Zahlungen von Brookfield als ergänzende Information unter der Überschrift "Nicht durch das Kreditinstitut versteuerte Erträge" aufgeführt. In Summe waren das bei mir 230,22 EUR. Dann heißt es noch lapidar: "Für die korrekte steuerliche Behandlung wenden Sie sich bitte an Ihren Steuerberater."

Rechtliche Einordnung
Ich habe keinen Steuerberater, erstelle aber seit ein paar Jahren meine Steuererklärungen elektronisch mit Hilfe der Software "tax" der Buhl Data Service GmbH. Mit den dortigen Suchfunktionen und ein wenig Internetrecherche werde ich recht schnell fündig. Brookfield Infrastructure ist eine Limited Partnership mit Sitz auf den Bermuda Inseln. Das entspricht ungefähr einer deutschen Kommanditgesellschaft. Deshalb fallen die Ausschüttungen von Brookfield nicht unter die Einkünfte aus Kapitalvermögen, die gemäß § 32d Abs. 1 des Einkommensteuergesetzes (EStG) mit der Abgeltungssteuer von 25% belastet werden. Stattdessen gilt § 18 des Investmentsteuergesetzes (InvStG), wonach Anleger die Einkünfte von Investitionsgesellschaften in der Rechtsform einer Investmentkommanditgesellschaft oder einer vergleichbaren ausländischen Rechtsform nach den allgemeinen steuerlichen Regeln versteuern müssen. Das heißt, die Dividenden von Brookfield Infrastructure werden wie Erträge aus der Beteiligung an einer Personengesellschaft behandelt und unterliegen dem persönlichen tariflichen Einkommensteuersatz.

Steuererklärung
Damit die Besteuerung ordnungsgemäß erfolgen kann, muss ich die Brookfield-Erträge in Höhe von 230,22 EUR also in der Steuererklärung angeben. Das Steuerprogramm führt mich elektronisch über mehrere Auswahlmöglichkeiten zur passenden Stelle in der Anlage KAP. Im amtlichen Formular würden meine Eintragungen so aussehen:

Sonntag, 10. Juli 2016

Dividendeneinnahmen im Juni 2016

Nachfolgend veröffentliche ich die Liste meiner Dividendeneinnahmen nach Steuerabzug im Juni 2016:

WertpapiernameDividende
ADMIRAL GROUP 57,83 €
AURELIUS 88,43 €
BAYWA AG 61,37 €
BROOKFIELD INFRASTR. 76,40 €
CHEVRON CORP.  34,90 €
CONSOLIDATED EDISON 21,98 €
FORTIS INC. 9,42 €
HERSHEY CO. 11,48 €
IMPERIAL BRANDS 10,10 €
INTL BUS. MACH. 18,26 €
JOHNSON+JOHNSON 25,91 €
LILLY (ELI) 16,63 €
MAIN STREET CAP. 30,04 €
MCDONALDS CORP. 17,34 €
MICROSOFT CORP. 16,35 €
REALTY INC. CORP. 13,06 €
ROYAL DUTCH SHELL 61,65 €
UNILEVER CVA 23,65 €
UTD TECHNOLOGIES 21,53 €
VECTOR GRP. 58,45 €
VERESEN INC. 8,47 €
WAL-MART STRS 16,23 €

699,48 €

Mit rund 700 EUR an Dividendeneinnahmen im Monat Juni bin ich ganz knapp hinter dem diesjährigen Rekordmonat März gelandet. Dennoch ist das Ergebnis mehr als zufriedenstellend, denn im Vergleich zum vergangenen Jahr konnte ich mich meine Dividendeneinnahmen um 337,65 EUR oder 93,3% steigern. Das ist doch was!

Insgesamt hat mir mein Aktienportfolio von Januar bis Juni 2016 Dividendeneinnahmen von 2.763,39 EUR netto gebracht. Auf meiner Seite Dividendeneinnahmen ist eine Übersicht aller Dividenden seit dem Jahr 2008 veröffentlicht.

In einem lesenswerten Blogartikel wurde kürzlich in prägnanter Weise vor einer dividendenorientierten Strategie ohne Blick auf die Aktienkurse gewarnt. Es ist als Kapitalanleger sicher wichtig, die eigenen Überzeugungen hin und wieder in Frage zu stellen. Hier bin ich allerdings dezidiert anderer Meinung:
  • Kursgewinne stehen auf dem Papier. Dividenden stehen in Cash auf meinem Konto zur Verfügung.
  • Kurse spiegeln Erwartungen und Hoffnungen der Marktteilnehmer wider. Dividenden von Qualitätsunternehmen beruhen auf soliden Geschäftsmodellen und realen Gewinnen.
  • Kurssteigerungen sagen nichts über Dividenden aus. Dagegen folgt einem langjährigen Dividendenwachstum in der Regel auch eine Kurssteigerung.
Was meint Ihr dazu? Mein Fokus wird jedenfalls weiterhin auf Dividendeneinnahmen liegen.

Montag, 4. Juli 2016

Commonwealth Bank 1993 bis heute

Die Commonwealth Bank of Australia war über viele Jahrzehnte ein Staatsbetrieb, der erst in den Jahren 1991 bis 1996 privatisiert wurde. In drei Stufen zog sich die australische Regierung aus der Bank zurück und wandelte sie in eine börsennotierte Aktiengesellschaft um. Im Jahr 1993, der zweiten Stufe der Privatisierung, wurden Aktien der Commonwealth Bank zum Preis von 9,35 AUD für private Investoren an der Börse ausgegeben. Wie ich im letzten Beitrag erwähnt habe, bin ich vor ein paar Wochen einem Australier begegnet, heute 72 Jahre alt. Er konnte damals Aktien für diesen Preis kaufen. Und noch viel wichtiger: Er hält sein Aktienpaket bis heute.

Wie hat sich seine Investition aus dem Jahr 1993 nun entwickelt? Aus 9,35 AUD für eine Commonwealth-Bank-Aktie wurden bis jetzt rund 74 AUD im Jahr 2016. Aktiensplits gab es keine. Somit errechnet sich eine Gesamtrendite von 691% bzw. eine jährliche Rendite von 9,4%. Der Einfachheit halber bin ich von einer Anlagedauer von genau 23 Jahren ausgegangen und habe steuerliche Betrachtungen außen vor gelassen. Das Ergebnis kann sich sehen lassen, ist aber auch nicht umwerfend.

Mit Begeisterung erzählte mir der Australier von den üppigen Dividenden, die er von der Commonwealth Bank kassiert. Das wollte ich genauer wissen und habe die Dividendenhistorie auf der Internetseite der Bank nachvollzogen. Die Dividenden werden halbjährlich ausgeschüttet. Ein Anleger aus dem Jahr 1993 kann - wohlgemerkt für eine Investition in Höhe von 9,35 AUD - folgende Dividendeneinnahmen verzeichnen:

Sonntag, 26. Juni 2016

Dividendendepot - Roundup

Auf mehrfachen Leserwunsch nach dem Blog-Update vor ein paar Monaten habe ich die Tabelle meines Aktienportfolios nun um die jeweiligen Einstandswerte samt Gewinn- und Verlustzahlen ergänzt. Die Einstandskurse umfassen die Kaufpreise der Aktien einschließlich der Bank- und Börsenentgelte. Mit diesen Zusatzinformationen zu meinem Dividendendepot hoffe ich, allen Lesern einen weiteren Mehrwert bieten zu können.

Die Erweiterung habe ich zugleich für ein umfassendes Roundup genutzt und alle Transaktionen der Monate Mai und Juni 2016 eingearbeitet. Folgende sechs Aktien sind hinzugekommen bzw. wurden nachgekauft:

Abbott Laboratories (850103) entwickelt, produziert und vertreibt Produkte und Dienstleistungen in den Geschäftsfeldern Pharma, Nahrungsergänzung und Medizintechnik. Über die Hintergründe meiner Investition in diesen Gesundheitskonzern aus den USA habe ich im letzten Beitrag berichtet.

Die Bank of Nova Scotia (850388) ist ein kanadischer Universalfinanzdienstleister im Privatkunden-, Geschäftskunden- und Investmentbanking. Meine Aufstockung hatte keinen besonderen Anlass. Ich fand es einfach an der Zeit, bei diesem Qualitätsunternehmen wieder einmal nachzulegen.

Bei der Commonwealth Bank of Australia (882695) habe ich schon eine Kapitalerhöhung mitgemacht. Und dieses Mal habe ich die große Universalbank aufgrund der persönlichen Empfehlung eines 72-jährigen Australiers, den ich während meines letzten Urlaubs kennengelernt habe, nachgekauft. Klingt nicht gerade vertrauenserweckend, aber das ist eine Geschichte für einen eigenen Beitrag. 

Nike Inc. (866993) entwickelt und vertreibt Bekleidung, Schuhe, Ausrüstung und Zubehör für Sport und Lifestyle. Die Aktie ist eine meiner Empfehlungen für ein Einsteigerdepot. In meinem Portfolio soll der größte Sportartikelhersteller der Welt für mehr Dividendenwachstum sorgen. Das heißt, dass ich die niedrige Einstiegsrendite von ca. 1,2% bewusst in Kauf nehme in der begründeten Hoffnung auf weiterhin hohe Wachstumsraten. (Denn nach meiner Erfahrung sind die Produkte von Nike einfach besser als die von adidas.) 

Donnerstag, 16. Juni 2016

Eine Qualitätsaktie zum günstigen Preis

Jeremy Siegel's Buch "Stocks for the Long Run" ist eine wahre Fundgrube für langfristig orientierte Aktieninvestoren. Ich habe darin eine Liste der renditestärksten und bis heute bestehenden US-Unternehmen aus dem ursprünglichen S&P 500 Aktienindex von 1957 entdeckt. Auf Platz 2 steht ein Unternehmen, das in 55 Jahren eine Rendite von 15,18% p.a. erwirtschaftet hat. Oder anders ausgedrückt: Wer 1957 für 1.000 USD Aktien dieses Unternehmens gekauft hat, der konnte sich 2012 über einen Wertzuwachs auf 2.577.270 USD freuen.

Auch die folgenden Daten sprechen für die Stärke und Sicherheit dieses Qualitätsunternehmens: Das Unternehmen wurde 1888 gegründet. Es zahlt seit 1924 jedes Jahr Dividenden aus. Die Dividende wird seit 44 Jahren in Folge erhöht. Aktuell ist die Aktie mit einem KGV von 17 und einer Dividendenrendite von 2,7% auch noch attraktiv bewertet. Ich habe das Unternehmen erst vor kurzem für ein mögliches Anfängerdepot empfohlen und bin nun auch selbst investiert.