Dienstag, 16. August 2016

Easy Day

Hey, hier ist wieder Euer Armer Charlie. Ist es nicht ein herrlicher Tag heute? Ich sitze gerade auf meinem Balkon, genieße ein ausgedehntes gesundes Frühstück und blättere in der Tageszeitung. Meine tägliche Laufeinheit und ein kurzes Krafttraining habe ich schon früh morgens absolviert. Ein Frühaufsteher war ich ja schon immer. Vor allem deshalb, weil ich den Pendlermassen aus dem Weg gehen und zeitig im Büro sein wollte. Seit ich finanziell vollkommen unabhängig bin und keiner regulären Beschäftigung mehr nachgehe, stört mich das natürlich nicht mehr. Jetzt nutze ich die Zeit am Morgen für sportliche Aktivitäten. Überhaupt achte ich viel stärker auf einen gesunden und stressfreien Lebensstil als früher. Ich fühle mich mittlerweile nicht nur rein finanziell, sondern als ganzer Mensch so frei und reich wie nie zuvor.

Nach dem Frühstück werde ich mein Aktiendepot überprüfen und nachsehen, welche Unternehmen mir wieder eine Dividende überwiesen haben. Eigentlich wollte ich mit meinen Aktienanlagen zuerst nur ein stabiles Zusatzeinkommen aus Dividendeneinnahmen erwirtschaften. So könnte ich die monatliche Miete für meine Wohnung, ein paar unvermeidliche Versicherungsprämien und die ein oder andere Urlaubsreise aus Dividenden finanzieren, dachte ich mir. Als ich dieses Ziel erreicht hatte, habe ich aber einfach weiter gemacht und ganz stur jeden Monat einen Teil meines Gehalts gespart und in Aktien investiert. Es hat mir immer Spaß gemacht, an der Börse gut bewertete Qualitätsunternehmen mit einem überzeugenden Geschäftsmodell zu finden, die ihre Aktionäre mit regelmäßigen Dividendenzahlungen an ihren Gewinnen beteiligen. So wuchsen das Depot und die Dividenden immer schneller, bis ich nach 20 Jahren stetigem Investieren mehr Geld mit meinen Aktien als mit meiner beruflichen Tätigkeit verdiente. 

Ich bereue den Tag nicht, an dem ich Vorgesetzten und Kollegen alles Gute gewünscht habe, um nochmal etwas ganz Neues anzufangen. Ohne jeden Zwang, nur aus persönlichem Interesse. Zum Beispiel studiere ich jetzt Philosophie. Gleich werde ich zur Universität fahren und mir die nächste Vorlesung anhören. Nach einem späten Mittagessen in meinem Lieblingslokal steht ein Treffen bei einer Genossenschaft an, der ich seit kurzem angehöre. Wir bewirtschaften zusammen mehrere Streuobstwiesen mit alten Apfelsorten. Ein wunderbares Hobby, das viele Gemeinsamkeiten mit langfristigen Aktieninvestitionen aufweist. Warren Buffett gehört übrigens auch eine Farm. Wenn dann noch Zeit bleibt, lese ich sehr gern ein gutes Buch. Oder ich kümmere mich um meine nächste Reise. Ein langgehegter Traum von mir, den ich während meines aktiven Berufslebens nicht erfüllen konnte, ist es, einmal sechs Wochen auf dem klassischen Jakobsweg zu pilgern.

Nach so einem abwechslungsreichen Tag verbringe ich den Abend meistens mit Familie oder Freunden. Dann bereiten wir immer ein gesundes und leckeres Menü zu. Unser Gespräch dreht sich bestimmt auch um Aktienanlagen und Dividendenausschüttungen, denn ich habe mein Portfolio inzwischen auf eine eigene Vermögensverwaltung übertragen, in die auch Bekannte und Partner investieren können. Auf diese Weise möchte ich mein Vermögen langfristig erhalten und zugleich können auch andere Menschen auf ihrem Weg zum Reichtum von meinen Erfahrungen als Aktienanleger profitieren. Genau wie auf meinem Blog.

Dieser (noch fiktive) "Easy Day" ist mein Beitrag zu Privatier's Blogparade "Freiheit oder Langeweile?". Und, wie würde Dein Tag aussehen, wenn Du finanziell frei wärst?

Freitag, 5. August 2016

Dividendeneinnahmen im Juli 2016

Nachfolgend veröffentliche ich die Liste meiner Dividendeneinnahmen nach Steuerabzug im Juli 2016:


WertpapiernameDividende
ALTRIA GRP INC. 37,69 €
BK OF NOVA SCOTIA 29,09 €
COCA-COLA CO. 23,20 €
GLAXOSMITHKLINE 32,77 €
MAIN STREET CAP. 12,03 €
REALTY INC. CORP. 13,20 €
VERESEN INC. 8,48 €

156,46 €

Zahlenmäßig ist das eine Verbesserung von 32,68 EUR bzw. 26,4% gegenüber dem Vorjahresmonat. Dennoch war der Juli, wie auch schon im letzten Jahr, der bisher schwächste Dividendenmonat 2016. Eigentlich logisch, denn höhere Ausschüttungen von quartalsweisen Dividendenzahlern lassen die Einnahmen auch in drei weiteren Monaten ansteigen. Somit erhöht sich zwar das Gesamtniveau, die Einnahmedelle im Juli bleibt jedoch bestehen.

Um einen stetigeren Dividendenfluss zu generieren, habe ich nach Qualitätsunternehmen Ausschau gehalten, die ihre Dividende regelmäßig im Juli auszahlen. Ein interessanter Kandidat wäre die Fielmann AG (577220). Allerdings hat mich die sehr hohe Bewertung der Aktie bislang immer vom Kauf abgeschreckt. Somit muss ich bei den Dividendeneinnahmen weiterhin ein "Sommerloch" verzeichnen. Oder hat jemand einen anderen Tipp für einen Dividendenzahler im Monat Juli?

Insgesamt hat mir mein Aktienportfolio von Januar bis Juli 2016 Dividendeneinnahmen von 2.919,85 EUR netto gebracht. Auf meiner Seite Dividendeneinnahmen ist eine Übersicht aller Dividenden seit dem Jahr 2008 veröffentlicht

Montag, 25. Juli 2016

Die Besteuerung der Dividenden von Brookfield Infrastructure

Die Anteile von Brookfield Infrastructure Partners L.P. (A0M74Z) sind nach mehreren Käufen eine der größten Positionen in meinem Aktienportfolio. Allerdings ist die Besteuerung der Dividenden nicht ganz unkompliziert. Nachfolgend möchte ich deshalb beschreiben, wie ich die Erträge von Brookfield Infrastructure in meiner letzten Steuererklärung für 2015 angegeben habe und welche steuerlichen Folgen sich daraus ergaben. Vorab weise ich darauf hin, dass ich keine Steuerberatung geben darf. Es handelt sich lediglich um einen persönlichen Erfahrungsbericht, der für viele Aktienanleger von Interesse sein könnte.

Ausgangslage
Meine Depotbank schreibt mir die Dividenden von Brookfield Infrastructure stets in mehreren Tranchen gut. Diese unterliegen einem unterschiedlichen Steuerabzug. Überwiegend sind die Ausschüttungen steuerfrei, kleinere Tranchen werden mit Quellensteuern von 10% oder 25% belastet. Was jedoch nicht abgezogen wird, ist die deutsche Abgeltungssteuer. Darauf hat mich die Bank zu Beginn dieses Jahres auch nochmals hingewiesen: In der Erträgnisaufstellung für 2015, die ich zusätzlich zur Jahressteuerbescheinigung bekommen habe. Darin werden die Zahlungen von Brookfield als ergänzende Information unter der Überschrift "Nicht durch das Kreditinstitut versteuerte Erträge" aufgeführt. In Summe waren das bei mir 230,22 EUR. Dann heißt es noch lapidar: "Für die korrekte steuerliche Behandlung wenden Sie sich bitte an Ihren Steuerberater."

Rechtliche Einordnung
Ich habe keinen Steuerberater, erstelle aber seit ein paar Jahren meine Steuererklärungen elektronisch mit Hilfe der Software "tax" der Buhl Data Service GmbH. Mit den dortigen Suchfunktionen und ein wenig Internetrecherche werde ich recht schnell fündig. Brookfield Infrastructure ist eine Limited Partnership mit Sitz auf den Bermuda Inseln. Das entspricht ungefähr einer deutschen Kommanditgesellschaft. Deshalb fallen die Ausschüttungen von Brookfield nicht unter die Einkünfte aus Kapitalvermögen, die gemäß § 32d Abs. 1 des Einkommensteuergesetzes (EStG) mit der Abgeltungssteuer von 25% belastet werden. Stattdessen gilt § 18 des Investmentsteuergesetzes (InvStG), wonach Anleger die Einkünfte von Investitionsgesellschaften in der Rechtsform einer Investmentkommanditgesellschaft oder einer vergleichbaren ausländischen Rechtsform nach den allgemeinen steuerlichen Regeln versteuern müssen. Das heißt, die Dividenden von Brookfield Infrastructure werden wie Erträge aus der Beteiligung an einer Personengesellschaft behandelt und unterliegen dem persönlichen tariflichen Einkommensteuersatz.

Steuererklärung
Damit die Besteuerung ordnungsgemäß erfolgen kann, muss ich die Brookfield-Erträge in Höhe von 230,22 EUR also in der Steuererklärung angeben. Das Steuerprogramm führt mich elektronisch über mehrere Auswahlmöglichkeiten zur passenden Stelle in der Anlage KAP. Im amtlichen Formular würden meine Eintragungen so aussehen:

Sonntag, 10. Juli 2016

Dividendeneinnahmen im Juni 2016

Nachfolgend veröffentliche ich die Liste meiner Dividendeneinnahmen nach Steuerabzug im Juni 2016:

WertpapiernameDividende
ADMIRAL GROUP 57,83 €
AURELIUS 88,43 €
BAYWA AG 61,37 €
BROOKFIELD INFRASTR. 76,40 €
CHEVRON CORP.  34,90 €
CONSOLIDATED EDISON 21,98 €
FORTIS INC. 9,42 €
HERSHEY CO. 11,48 €
IMPERIAL BRANDS 10,10 €
INTL BUS. MACH. 18,26 €
JOHNSON+JOHNSON 25,91 €
LILLY (ELI) 16,63 €
MAIN STREET CAP. 30,04 €
MCDONALDS CORP. 17,34 €
MICROSOFT CORP. 16,35 €
REALTY INC. CORP. 13,06 €
ROYAL DUTCH SHELL 61,65 €
UNILEVER CVA 23,65 €
UTD TECHNOLOGIES 21,53 €
VECTOR GRP. 58,45 €
VERESEN INC. 8,47 €
WAL-MART STRS 16,23 €

699,48 €

Mit rund 700 EUR an Dividendeneinnahmen im Monat Juni bin ich ganz knapp hinter dem diesjährigen Rekordmonat März gelandet. Dennoch ist das Ergebnis mehr als zufriedenstellend, denn im Vergleich zum vergangenen Jahr konnte ich mich meine Dividendeneinnahmen um 337,65 EUR oder 93,3% steigern. Das ist doch was!

Insgesamt hat mir mein Aktienportfolio von Januar bis Juni 2016 Dividendeneinnahmen von 2.763,39 EUR netto gebracht. Auf meiner Seite Dividendeneinnahmen ist eine Übersicht aller Dividenden seit dem Jahr 2008 veröffentlicht.

In einem lesenswerten Blogartikel wurde kürzlich in prägnanter Weise vor einer dividendenorientierten Strategie ohne Blick auf die Aktienkurse gewarnt. Es ist als Kapitalanleger sicher wichtig, die eigenen Überzeugungen hin und wieder in Frage zu stellen. Hier bin ich allerdings dezidiert anderer Meinung:
  • Kursgewinne stehen auf dem Papier. Dividenden stehen in Cash auf meinem Konto zur Verfügung.
  • Kurse spiegeln Erwartungen und Hoffnungen der Marktteilnehmer wider. Dividenden von Qualitätsunternehmen beruhen auf soliden Geschäftsmodellen und realen Gewinnen.
  • Kurssteigerungen sagen nichts über Dividenden aus. Dagegen folgt einem langjährigen Dividendenwachstum in der Regel auch eine Kurssteigerung.
Was meint Ihr dazu? Mein Fokus wird jedenfalls weiterhin auf Dividendeneinnahmen liegen.

Montag, 4. Juli 2016

Commonwealth Bank 1993 bis heute

Die Commonwealth Bank of Australia war über viele Jahrzehnte ein Staatsbetrieb, der erst in den Jahren 1991 bis 1996 privatisiert wurde. In drei Stufen zog sich die australische Regierung aus der Bank zurück und wandelte sie in eine börsennotierte Aktiengesellschaft um. Im Jahr 1993, der zweiten Stufe der Privatisierung, wurden Aktien der Commonwealth Bank zum Preis von 9,35 AUD für private Investoren an der Börse ausgegeben. Wie ich im letzten Beitrag erwähnt habe, bin ich vor ein paar Wochen einem Australier begegnet, heute 72 Jahre alt. Er konnte damals Aktien für diesen Preis kaufen. Und noch viel wichtiger: Er hält sein Aktienpaket bis heute.

Wie hat sich seine Investition aus dem Jahr 1993 nun entwickelt? Aus 9,35 AUD für eine Commonwealth-Bank-Aktie wurden bis jetzt rund 74 AUD im Jahr 2016. Aktiensplits gab es keine. Somit errechnet sich eine Gesamtrendite von 691% bzw. eine jährliche Rendite von 9,4%. Der Einfachheit halber bin ich von einer Anlagedauer von genau 23 Jahren ausgegangen und habe steuerliche Betrachtungen außen vor gelassen. Das Ergebnis kann sich sehen lassen, ist aber auch nicht umwerfend.

Mit Begeisterung erzählte mir der Australier von den üppigen Dividenden, die er von der Commonwealth Bank kassiert. Das wollte ich genauer wissen und habe die Dividendenhistorie auf der Internetseite der Bank nachvollzogen. Die Dividenden werden halbjährlich ausgeschüttet. Ein Anleger aus dem Jahr 1993 kann - wohlgemerkt für eine Investition in Höhe von 9,35 AUD - folgende Dividendeneinnahmen verzeichnen: