Mittwoch, 30. Dezember 2015

Best of Armer Charlie 2015

Zum Abschluss des Jahres 2015 habe ich fünf Blogposts ausgewählt, die mir besonders gut gefallen, weil sie mich als Aktieninvestor gefordert und weiter vorangebracht haben.

Hier ist meine persönliche Best-of-Liste:

http://www.armercharlie.de/2015/10/bremer-vulkan-oder-was-ich-beim-planspiel-boerse-gelernt-habe.html

http://www.armercharlie.de/2015/08/warum-ich-nicht-paypal-kaufe.html

http://www.armercharlie.de/2015/06/meine-strategie-fur-die-kapital-anlage.html

http://www.armercharlie.de/2015/05/sieben-jahre-aktionar-der-munchener.html

http://www.armercharlie.de/2015/01/die-ersten-100000-euro.html


Montag, 21. Dezember 2015

Diversifikation oder Dividende?

Nach einigem Überlegen habe ich mich vor ein paar Tagen entschieden, die Aktien des US-Pipelineriesen Kinder Morgan Inc. (A1H6GK) vollständig aus meinem Portfolio zu verkaufen. Der Verlust auf das investierte Kapital von etwa 40% ist zwar schmerzlich. Dennoch hat aus meiner Sicht letztlich kein Weg am Verkauf vorbeigeführt:
  • Offensichtlich hat Kinder Morgan sein eigenes Geschäftsmodell falsch eingeschätzt. Ich kann jedenfalls einem Management, das erst eine Steigerung der Dividende um 10% jährlich in Aussicht stellt und wenige Wochen später eine Kürzung derselben um 75% vornimmt, nicht vertrauen. Ein Qualitätsunternehmen sieht anders aus.
  • Mein Ziel ist es, ein verlässliches und stetig wachsendes Zusatzeinkommen aus Dividenden zu erwirtschaften. Ein Unternehmen, das seine Dividendenzahlungen nicht dauerhaft aufrechterhalten kann, passt grundsätzlich nicht in diese Strategie.
  • Abwarten und hoffen, dass Kinder Morgan seine schwierige Lage überwinden und in einigen Jahren wieder zu alter Dividendenstärke zurückkehren wird, wäre reine Spekulation. Aber ich spekuliere nicht.
  • Mit der einfachen Regel, dass eine Aussetzung oder Kürzung der Dividende automatisch zum Verkauf der Aktie führt, bin ich bisher gut gefahren. Bei AGF Management, Coca-Cola Amatil oder Seadrill, die ich auch nach Dividendenkürzungen verkauft habe, sind die Kurse noch weiter gefallen und höhere Dividenden nicht in Sicht.
Es stellt sich nun die Frage, ob Unternehmen, deren Geschäft mit Rohstoffpreisen zusammenhängt, für eine dividendenorientierte Anlagestrategie generell ungeeignet sind. Das hätte zur Folge, dass ich mich noch von weiteren Aktien trennen müsste, z.B. von BHP Billiton, Chevron und Shell. Womöglich sogar von BASF und Siemens, die auch im Öl- und Gasgeschäft aktiv sind. Mein Aktienportfolio würde schrumpfen und vor allem aus amerikanischen Nahrungsmittel- und Konsumgüterunternehmen sowie ein paar Pharmawerten bestehen. Diese Dividendenaristokraten mit jahrzehntelanger Dividendenhistorie gelten im Allgemeinen als sichere Zahler.

Der Verzicht auf Diversifikation zugunsten (vermeintlich) sicherer Dividenden ist für mich jedoch keine Lösung. Auf die Streuung des Anlagerisikos auf Unternehmen aus unterschiedlichen Staaten und Branchen habe ich von Anfang an geachtet. Ich kann die Entwicklung der Wirtschaft oder einzelner Unternehmen nicht vorhersehen. Heute herrscht in der Rohstoffbranche Depression und in der Chemie- und Pharmabranche Übernahmefieber, morgen kann es wieder ganz anders sein. Als langfristiger Investor kann ich schlechte Phasen aussitzen und zugleich von den Gewinnen und Dividenden der Unternehmen profitieren, denen es gerade gut geht. Deshalb investiere ich breit gestreut und habe inzwischen ein Depot aus 41 Aktien aufgebaut. Das ist quasi mein kleines Beteiligungsunternehmen, das unablässig Dividendenzahlungen produziert. Damit fühle ich mich wohl und wenn eines meiner Unternehmen als Dividendenzahler ausfällt, ist das leichter zu verkraften als mit einem konzentrierten Portfolio aus wenigen Aktien.

Je diversifizierter das Depot, desto sicherer sollten also meine Dividendeneinnahmen insgesamt gesehen sein. Ich lege mich daher fest, bei Rohstoff- und Energieaktien künftig von meiner bisherigen automatischen Verkaufsregel abzuweichen. Wenn das Geschäftsmodell intakt und das Management vertrauenswürdig erscheinen, werde ich diese Unternehmen auch nach Dividendenkürzungen halten und gegebenenfalls nachkaufen. Der erste Fall, bei dem dies passieren könnte, ist BHP Billiton plc (908101), in das ich bereits einen kleinen Teil meines Verkaufserlöses von Kinder Morgan investiert habe. Außerdem habe ich im Dezember meine Positionen in Hershey Co. (851297), Koninklijke DSM N.V. (A0JLZ7), Main Street Capital Corp. (A0X8Y3), Royal Dutch Shell plc A (A0D94M) und SES Global S.A. (914993) aufgestockt.

Damit sind meine Investitionen in Dividendenaktien für das Jahr 2015 abgeschlossen. Im kommenden Januar werde ich Bilanz ziehen und mir neue Ziele für 2016 setzen. Vielen Dank fürs Lesen meines Blogs.

Sonntag, 6. Dezember 2015

Dividendeneinnahmen im November 2015

Nachfolgend veröffentliche ich die Liste meiner Dividendeneinnahmen nach Steuerabzug im November 2015:

Wertpapiername Dividende
AT+T INC. 31,42 €
GENERAL MILLS 20,58 €
HCP INC. 19,52 €
KINDER MORGAN 52,25 €
MAIN STREET CAP. 8,68 €
PROCTER GAMBLE 31,83 €
REALTY INC. CORP. 13,08 €
VERESEN INC. 8,66 €

186,02 €

Nur acht Unternehmen meines Depots haben im letzten Monat eine Dividende ausgeschüttet. Somit gehört der November im Jahresverlauf zu den schwächeren Dividendenmonaten. Trotzdem bin ich zufrieden, dass ich das Tief im Juli hinter mir gelassen habe. Die Nachkäufe von AT&T und Procter&Gamble wirken sich jetzt positiv aus.

Unsicher erscheint momentan die weitere Entwicklung des Dividendenzahlers Kinder Morgan Inc. (A1H6GK). Das größte Energieinfrastrukturunternehmen Nordamerikas steht wegen seiner Art der Buchführung, der hohen Verschuldung und anhaltend niedriger Öl- und Gaspreise unter Druck. Die Nachhaltigkeit der Dividendenzahlungen wird unter Investoren bezweifelt. Ich werde mir überlegen, ob ich bei meiner bisherigen Strategie bleibe, abzuwarten und im Falle einer Dividendenkürzung zu verkaufen, oder eine andere Option wähle. Bis dahin freue ich mich erst mal, dass Kinder Morgan die höchste Dividende des Monats November gezahlt hat.

Insgesamt hat mir mein Aktienportfolio von Januar bis November 2015 Dividendeneinnahmen von 3.358,23 EUR netto gebracht.

Montag, 30. November 2015

Einstieg bei Aurelius

Im abgelaufenen Monat ist ein weiteres Unternehmen zu meinem Aktienportfolio hinzugekommen. Ich bin mit einigen Anteilen bei Aurelius eingestiegen. Wie immer habe ich mich dabei an meinen Investitionsgrundsätzen orientiert:
  • Nur Qualitätsunternehmen mit einem nachvollziehbaren Geschäftsmodell kommen ins Depot.
  • Das Investitionsrisiko des Portfolios wird möglichst breit gestreut.
  • Das Unternehmen hat sein Geschäftsmodell durch eine erfolgreiche Gewinn- und Dividendenentwicklung möglichst über zehn Jahre unter Beweis gestellt.
  • Die Aktie wird zu einem angemessenen Preis zu erworben.
Geschäftsmodell

Aurelius SE & Co. KGaA (A0JK2A) ist eine deutsche Beteiligungsgesellschaft, die sich europaweit auf die Übernahme kleiner und mittlerer Unternehmen in Sondersituationen, z.B. aus Konzernabspaltungen, spezialisiert hat. Derzeit gehören 24 Unternehmen aus unterschiedlichsten Branchen wie Industrie, Chemie, Konsumgüter, IuK und Dienstleistungen zu Aurelius, die unter dem Dach des Konzerns langfristig neu ausgerichtet und weiter entwickelt werden. Bekanntere Konzernunternehmen sind z.B. der Getränkehersteller Berentzen und die Studienkreis-Gruppe. Aurelius erwirtschaftet seine Gewinne zum einen aus dem laufenden operativen Geschäft der einzelnen Konzernunternehmen und zum anderen durch Wertsteigerungen, die bei Unternehmensverkäufen realisiert werden können. Seit der Gründung im Jahr 2006 ist es Aurelius gelungen, aus einem investierten Euro im Schnitt neun Euro zu machen. Die Qualitäten von Aurelius zeigen sich auch am Management: Der Vorstand ist bereits seit der Unternehmensgründung im Amt und hält etwa 25% der Anteile.

Freitag, 13. November 2015

Investieren wie Charlie Munger

Wer hätte nicht gerne die Fähigkeiten von Charlie Munger für die eigenen Aktieninvestitionen? Rationale Unternehmensanalysen, geduldige Beobachtung des Aktienmarktes und entschlossenes Investieren zur richtigen Zeit sind Eigenschaften, die ihn als Investor und rechte Hand von Warren Buffett auszeichnen - und an denen ich arbeite. Deshalb habe ich meinen Blog nach ihm benannt. Und das im September herausgegebene Buch Charlie Munger: The Complete Investor von Tren Griffin war quasi eine Pflichtlektüre für mich.

Der Autor des Buches ist selbst schon eine interessante Persönlichkeit. Tren Griffin ist Manager bei Microsoft und schreibt nebenher den ungewöhnlichen Finanzblog 25iq. Dort stellt er seine Gedanken zum Value Investing vor, die er aus Gesprächen bzw. Leseerfahrungen gewonnen hat. "Ein Dutzend Dinge, die ich gelernt habe von...", so beginnen seine typischen Blogartikel.

In dem etwa 200 Seiten umfassenden Buch erklärt Griffin zunächst die Anlagemethode nach Benjamin Graham. Graham gilt als Begründer der fundamentalen Aktienanalyse, an der sich auch Munger orientiert. Dabei werden auch die für Value Investoren wesentlichen Anlagekriterien des "inneren Werts" sowie des "Burggrabens" (Moat) eines Unternehmens erläutert. Anschließend geht Griffin auf die Anlagephilosophie Charlie Mungers ein. Munger ist der Überzeugung, dass sich ein Investor ein breites Allgemeinwissen und vorhersehbare menschliche Neigungen für seine Anlageentscheidungen zu Nutze machen kann. Griffin lockert seine Ausführungen mit einer Vielzahl an Zitaten Mungers aus Aktionärstreffen, Interviews und Vorträgen auf. Am Ende folgt ein umfangreiches Literaturverzeichnis.

Ein Dutzend neuer Dinge habe ich bei der Lektüre des Buches zwar nicht gelernt. Aber Tren Griffin hat es geschafft, dass mir vor allem drei Dinge nochmals klarer geworden sind:

Donnerstag, 5. November 2015

Dividendeneinnahmen im Oktober 2015

Nachfolgend veröffentliche ich die Liste meiner Dividendeneinnahmen nach Steuerabzug im Oktober 2015:

Wertpapiername Dividende
ADMIRAL GRP 49,58 €
ALTRIA GRP 36,65 €
BK NOVA SCOTIA 17,80 €
COCA-COLA CO. 21,78 €
COMMONW.BK AUSTRALIA 40,21 €
GLAXOSMITHKLINE 27,65 €
MAIN STREET CAP. 8,42 €
REALTY INC. CORP. 12,26 €
VERESEN INC. 8,47 €

222,82 €

Nicht jeder Dividendenmonat kann ein Rekordmonat wie der September sein. Trotzdem bin ich zufrieden, dass mich auch im Oktober wieder neun Unternehmen aus vier Staaten für das Halten ihrer Aktien mit einer Dividende belohnt haben.

Insgesamt hat mir mein Aktienportfolio von Januar bis Oktober 2015 Dividendeneinnahmen von 3.172,21 EUR netto gebracht.

Sonntag, 1. November 2015

Mein Dividendendepot im Oktober 2015

Fünf Monate sind seit der Vorstellung meines Aktienportfolios vergangen. Deshalb ist es Zeit für ein Depot-Update. Nachfolgend veröffentliche ich die Liste meiner Dividendenaktien mit ihrem Depotanteil zu den Schlusskursen in EUR vom 30. Oktober 2015:


Wertpapiername Gewichtung
ALTRIA GRP INC. 4,29%
VECTOR GRP LTD 3,84%
PROCTER GAMBLE 3,79%
JOHNSON + JOHNSON 3,59%
RECKITT BENCKISER 3,53%
BROOKFIELD INFRASTR. 3,51%
REALTY INC. CORP. 3,48%
UTD TECHN. 3,47%
NESTLE 3,25%
UNILEVER CVA 3,19%
CHEVRON CORP. 3,16%
GLAXOSMITHKLINE 3,06%
COCA-COLA CO. 3,00%
GENL MILLS 2,89%
BASF SE 2,89%
KINDER MORGAN 2,87%
LILLY (ELI) 2,87%
SIEMENS AG 2,84%
ROYAL DUTCH SHELL A 2,79%
MCDONALDS CORP. 2,39%
AT + T INC. 2,39%
BAYWA AG 2,39%
CONSOLIDATED EDISON 2,32%
MUENCH.RUECKVERS. 2,10%
WAL-MART STRS 2,03%
INTL BUS. MACH. 1,99%
COMMONW.BK AUSTR. 1,93%
IMP. TOBACCO GRP 1,91%
MICROSOFT 1,87%
ADMIRAL GROUP PLC 1,78%
BHP BILLITON 1,74%
SSE PLC 1,68%
BK NOVA SCOTIA 1,65%
APA GROUP 1,58%
MAIN STREET CAP.CP. 1,49%
SES S.A. 1,46%
HCP INC. 1,32%
HERSHEY CO. 1,26%
VERESEN INC. 1,20%
KONINKLIJKE DSM 1,13%
SOUTH32 LTD 0,09%


Hinzugekommen ist seit der letzten Veröffentlichung eine neue Aktie, nämlich der Schokoladenhersteller Hershey. Wenn man die Portfoliogewichtungen vergleicht, sieht man, dass ich vor allem Procter&Gamble, United Technologies und Chevron deutlich aufgestockt habe. Aber auch bei GlaxoSmithKline, Coca-Cola, Siemens und weiteren Qualitätsunternehmen gab es Nachkäufe. Dagegen sind die Depotanteile von BASF, IBM und BHP Billiton aufgrund von Kursverlusten erkennbar zurückgegangen. Verkauft wurde keine einzige Aktie. 

Ich fühle mich mit meinem diversifizierten Aktienportfolio aus 41 Unternehmen unterschiedlichster Branchen sehr sicher. Es soll in den nächsten Monaten noch der ein oder andere Wert, bevorzugt aus dem deutschen oder europäischen Raum, dazugekauft werden. Dabei werde ich mich wie immer an meinen Auswahlkriterien orientieren und auf eine angemessene Bewertung achten.

Meinem Ziel, ein dauerhaftes und spürbares monatliches Zusatzeinkommen aus Dividendenzahlungen zu erhalten, komme ich Schritt für Schritt näher. Im Durchschnitt werde ich im Jahr 2015 voraussichtlich bei Dividendeneinnahmen von ca. 300 EUR im Monat landen.

Die obige Liste ist keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Aktien. Viele der Unternehmen habe ich zu niedrigeren als den aktuellen Kursen erworben. Auf Kommentare und Anregungen zum Depot gehe ich gerne ein.

Viel Erfolg beim Investieren in Dividendenaktien.

Montag, 26. Oktober 2015

Was tun mit IBM und Walmart?

Schlechte Unternehmenszahlen von IBM und Walmart haben in den letzten Tagen für starke Kursverluste in meinem Depot gesorgt: Aktien von IBM verloren etwa 6%, Walmart gaben um 10% nach. Ich habe diese Entwicklungen erst mit Verzögerung mitbekommen, weil ich mein Depot nur selten kontrolliere und ganz bewusst auch nicht ständig die Börsennachrichten verfolge. Das hilft mir, panikartige Reaktionen zu vermeiden und bei meiner ruhigen, überlegten Anlagestrategie zu bleiben. Trotzdem stellt sich mir mit einem gewissen Abstand jetzt die Frage, was ich mit den Aktien von IBM und Walmart tun soll. Die Antwort sollte eigentlich nicht so schwer sein, gibt es doch nur drei Möglichkeiten: Kaufen, Verkaufen oder Halten.

International Business Machines (IBM Corp.) (851339) ist ein breit aufgestelltes, weltweit tätiges Unternehmen der Informationstechnologie. Der US-Riese wird auch "Big Blue" genannt und bietet Lösungen in den Bereichen Hardware, Software, Services und Finanzierung. Ich muss zugeben, dass die Hauptgründe für meine Investition in IBM weniger das Verständnis und die Überzeugung vom Geschäftsmodell waren, sondern der Wunsch nach Abdeckung der IT-Branche zur Risikostreuung meines Dividendenportfolios und die Tatsache, dass Warren Buffett größter Anteilsinhaber des Unternehmens ist.

IBM musste nun das 14. Quartal in Folge einen Umsatzrückgang vermelden und hat seine Gewinnprognose für das laufende Jahr um gut einen Dollar auf 14,75 bis 15,75 USD reduziert. Als Gründe wurden u.a. die starke US-Währung und der Unternehmensumbau, weg von einem Hardware-, hin zu einem Beratungsunternehmen und Cloudanbieter, genannt. Ob das sinnvoll ist und gelingen wird, kann ich nicht beurteilen.

Ich kann nur die Zahlen zur Gewinn- und Dividendenentwicklung von IBM gemäß meinen Kaufkriterien überprüfen: In den letzten zehn Jahren stieg der Gewinn je Aktie von 4,87 USD auf 11,90 USD. Die Gewinnsteigerung ist zu einem guten Teil auf massive Aktienrückkäufe zurückzuführen: Gut 40% der Aktien wurden eingezogen. Das kann man kritisieren, ist andererseits aber auch verständlich, denn das Beratungsgeschäft ist nun mal weniger kapitalintensiv als das Hardwaregeschäft. Die Dividende wurde im gleichen Zeitraum jährlich ununterbrochen von 0,78 USD auf 4,25 USD erhöht. Die Ausschüttungsquote liegt komfortabel weit unterhalb 50%. Die Aktie wird bei einem Kurs von 145 USD mit einem KGV von unter 10 und einer Dividendenrendite von ca. 3,5% gehandelt.

Donnerstag, 15. Oktober 2015

Bremer Vulkan - oder was ich beim Planspiel Börse gelernt habe

Vor kurzem ist eine neue Auflage des Planspiels Börse gestartet. Das Planspiel Börse ist ein Wettbewerb der Sparkassen, bei dem Teams von Schülern und Studenten mit einem fiktiven Startkapital und einer Auswahl von Wertpapieren an der Börse handeln können. Die Sparkassen richten das Planspiel jährlich aus. Schüler und Studenten sollen dadurch spielerisch Kenntnisse über die Börse und das Wirtschaftsgeschehen erwerben. Eigentlich wäre das Planspiel Börse die beste Gelegenheit, schon in der Schule etwas über die Zusammenstellung eines Wertpapierportfolios oder zum langfristigen Kapitalaufbau mit Aktien zu lernen. In meiner Erinnerung verbinde ich das Börsenspiel jedoch vor allem mit der Bremer Vulkan AG. Und das kam so: 

Das Team

Das Planspiel Börse war während meiner Schulzeit im Jahr 1995 mein erster Kontakt mit Aktien und Börse überhaupt. Ich nahm in einem Team mit drei weiteren Schülern teil. Von Aktien hatten wir zwar keine Ahnung. Aber immerhin stammte ein Teammitglied aus einer Unternehmerfamilie, so dass wir uns ausreichend kompetent und siegessicher fühlten.

Die Spielregeln

Während die anderen Teams schnell loslegten und die ersten Aktien erwarben, waren wir lange ratlos, welche Aktie denn nun die besten Gewinnchancen versprach. Die Spieldauer von Oktober bis Dezember, insgesamt nur zehn Wochen, verstrich. Irgendetwas mussten wir kaufen, denn wer nicht mindestens drei Wertpapieraufträge erteilte, wurde nach den Spielregeln disqualifiziert.

Mittwoch, 7. Oktober 2015

Dividendeneinnahmen im September 2015


Nachfolgend veröffentliche ich die Liste meiner Dividendeneinahmen nach Steuerabzug im September 2015: 

Wertpapiername Dividende
APA GROUP 33,36 €
BHP BILLITON 58,70 €
BROOKFIELD INFRASTRUCTURE 51,55 €
CHEVRON CORP. 21,11 €
CONSOLIDATED EDISON
 21,17 €
HERSHEY CO. 7,59 €
IMP. TOBACCO 10,42 €
INTL. BUS. MACH. 17,10 €
JOHNSON+JOHNSON 24,72 €
LILLY (ELI) 16,45 €
MAIN STREET CAP. 8,04 €
MCDONALDS CORP. 16,70 €
MICROSOFT 10,20 €
REALTY INC. CORP. 12,37 €
RECKITT BENKISER 24,79 €
ROYAL DUTCH SHELL A 31,24 €
SSE 60,74 €
UNILEVER CVA 22,32 €
UTD TECHN. 12,63 €
VECTOR GRP. 55,06 €
VERESEN INC. 8,28 €
WAL-MART 12,92 €

537,77 €

Der September war in zweierlei Hinsicht mein bisher bester Dividendenmonat: Noch nie habe ich in einem Monat 22 Dividendenzahlungen erhalten und noch nie ein so hohes Dividendeneinkommen erzielt.

Natürlich werden auch wieder schlechtere Monate kommen. Aber im Prinzip bin ich davon überzeugt, dass sich meine regelmäßigen monatlichen Investitionen in Dividendenaktien und die breite Streuung auf eine große Anzahl von Qualitätsunternehmen auszuzahlen beginnen. Diesen konservativen einnahmeorientierten Ansatz werde ich auch künftig weiterverfolgen und mich nicht von Spekulationen auf schnelle Kursgewinne verleiten lassen.

Insgesamt hat mir mein Aktienportfolio von Januar bis September 2015 Dividendeneinnahmen von 2.949,39 EUR netto gebracht.
 

Mittwoch, 30. September 2015

So macht Aktien kaufen Spass

Wie gut, dass ich mir ein paar ganz einfache Regeln für Investitionen am Aktienmarkt gesetzt habe: Erst jeden Monat etwas Geld zurücklegen, und dann immer in der zweiten Monatshälfte Dividendenaktien kaufen. Im September hat das besonders gut funktioniert, denn ich hatte mehr Geld zur Verfügung als gewöhnlich. Neben einem Teil meines Gehalts und Dividendeneinnahmen der vorherigen Monate lagen noch Mittel aus einer abgelaufenen Festgeldanlage bereit. Zudem verzeichneten die Börsen ab Monatsmitte ordentliche Kursrückgänge. Viele Qualitätsunternehmen sind dadurch wieder attraktiver bewertet. Also mehr verfügbare Mittel und zugleich günstigere Preise, da macht der Aktienkauf richtig Spass.

Vier Unternehmen in meinem Portfolio habe ich kräftig aufgestockt:

Procter & Gamble Co. (852062) ist ein US-amerikanischer, weltweit tätiger Konsumgüterkonzern. P&G entwickelt, produziert und vertreibt ein umfangreiches Portfolio an Markenartikeln für die Bereiche Kosmetik, Textil- und Haushaltspflege, Hygiene und Gesundheit. Der Konzern steckt zur Zeit in einem Umbau und bereinigt sein Markenportfolio. Dazu belastet auch noch der starke US-Dollar die Bilanz, weshalb das KGV teurer erscheint als es ist. Ich habe an dem Geschäftsmodell keine Zweifel und denke, dass P&G auch wieder bessere Zeiten erleben wird.

Freitag, 25. September 2015

Commonwealth Bank of Australia: Kapitalerhöhung um eine Aktie

Im vergangenen Monat August bekam ich ein Schreiben meiner Depotbank, dass die Commonwealth Bank of Australia eine Kapitalerhöhung gegen Bareinzahlung durchführt. Als Aktionär der Commonwealth Bank erhielt ich das Recht, an der Kapitalerhöhung teilzunehmen und neu ausgegebene Aktien der Gesellschaft zu beziehen. Der Preis für die neuen Aktien war mit 71,50 AUD festgelegt. Der Börsenkurs bewegte sich zu der Zeit bei etwa 80 AUD. Das Angebot erschien also durchaus attraktiv. Was an der Sache kurios war: Die Anzahl meiner bestehenden Aktien der Commonwealth Bank berechtigte mich zum Kauf von genau einer einzigen neuen Aktie. Ich hatte bis dahin zwar schon andere Kapitalmaßnahmen, wie Aktiensplits oder Spin-Offs erlebt, mich aber noch nie an einer Kapitalerhöhung beteiligt. Aus Neugier erteilte ich meiner Bank den Auftrag, hier tätig zu werden und eine Aktie in mein Depot zu holen. Das ging ganz einfach, weil im Servicebereich schon ein elektronisches Auftragsformular hinterlegt war, das ich nur noch anklicken und mit einer TAN bestätigen musste.

In der folgenden Wartezeit von rund drei Wochen bekam ich dann ein ungutes Gefühl: Der Aktienkurs an der Börse fiel fast bis auf den Bezugspreis, so dass das Angebot im Rahmen der Kapitalerhöhung gar nicht mehr attraktiv erschien. Und ich war wohl nicht der Einzige, der so dachte: Die Commonwealth Bank wollte Aktien für 5,1 Mrd. AUD ausgeben, um Vorgaben der australischen Aufsichtsbehörde über die Finanzreserven der Banken zu erfüllen. Papiere im Wert von 2,1 Mrd. AUD gingen an institutionelle Investoren, die restlichen 3,0 Mrd. AUD sollten von Kleinaktionären kommen. Es fanden sich zunächst allerdings nur Abnehmer für 1,5 Mrd. AUD. Erst nach einer weiteren Angebotsrunde konnte die Kapitalerhöhung Mitte September  abgeschlossen werden.

Mittwoch, 16. September 2015

Drei Dividendenideen aus Grossbritannien


In Sachen Aktienanlage sind die Briten den Deutschen deutlich voraus. Die vollständige Liberalisierung des Finanzmarktes in den 1980er Jahren machte London zur Finanzhauptstadt Europas. Die ausgeprägte Aktienkultur wird von der Politik durch die Förderung der Altersvorsorge mit Aktien unterstützt. Für mich als dividendenorientierten Investor Grund genug, um nach dem niederländischen Aktienmarkt einmal einen genaueren Blick auf Grossbritannien zu werfen:
  • Große Auswahl: Wenn ich nach ausländischen Aktien für mein Dividendenportfolio suche, dann sind die jeweiligen Börsenindizes für mich eine wahre Fundgrube. Dabei wird schnell klar, dass die Briten viel breiter aufgestellt sind als wir. Der FTSE 100 ist der wichtigste Index und enthält die 100 größten und umsatzstärksten Unternehmen an der Londoner Börse. Der FTSE 250 ist der Midcap-Index mit 250 Unternehmen mittlerer Größe. Zusammen bilden sie den FTSE 350.
  • Eigene Währung: Mit britischen Aktien hole ich mir nicht nur ein weiteres Herkunftsland ins Depot, sondern ich nehme auch an der Wertentwicklung des britischen Pfund teil. Das kann für Euroanleger auf der einen Seite riskant sein. Andererseits finde ich das Pfund in letzter Zeit vertrauenswürdiger als den Euro. Und eine eigene Währung ist ein zusätzliches Element zur Diversifizierung meines Aktienportfolios, die mir grundsätzlich sehr wichtig ist.

Freitag, 4. September 2015

Dividendeneinnahmen im August 2015


Nachfolgend veröffentliche ich die Liste meiner Dividendeneinnahmen nach Steuerabzug im August 2015:

Wertpapiername Dividende
AT+T INC.
25,24 €
GENERAL MILLS 20,68 €
HCP INC. 18,01 €
KINDER MORGAN 34,47 €
KONINKL. DSM 12,21 €
MAIN STREET CAP. 8,02 €
PROCTER GAMBLE 21,98 €
REALTY INC. CORP. 12,60 €
VERESEN INC. 8,06 €

161,27 €

Die Dividendenzahlungen sind in dem Monat etwas höher ausgefallen als im Juli. Dennoch bilden die beiden Monate Juli und August ein regelrechtes Sommerloch in meiner Dividendenkasse. Ich werde deshalb bei meinen künftigen Nach- und Zukäufen besonders Unternehmen in Betracht ziehen, die ihre Dividende in diesem Zeitraum ausschütten.

Insgesamt hat mir mein Aktienportfolio von Januar bis August 2015 Dividendeneinnahmen von 2.411,62 EUR netto gebracht.


Montag, 31. August 2015

Meine Aktienkäufe im vergangenen Monat

Der turbulente Börsenmonat August ist vorbei und meine Bilanz als Dividendeninvestor fällt sehr kurz aus:
 
1) Die ungewöhnlich starken Kursausschläge am Aktienmarkt in der letzten Augustwoche, erst nach unten und dann wieder zurück nach oben, sind an mir völlig vorbeigegangen.
2) Ich bin mir mittlerweile sehr sicher, dass ich mein Investitionsziel für das Jahr 2015 erreichen werde, denn mein Aktienportfolio ist wie in jedem Monat ein kleines Stück weiter angewachsen. Ich konnte wieder drei Werte meines Depots aufstocken.

Dienstag, 25. August 2015

Carry on regardless

Carry on regardless ist das Motto eines Popsongs der britischen Band The Beautiful South. Die Band höre ich gerne und es ist genau der richtige Song in unruhigen Börsenzeiten - ich mache einfach weiter, egal was passiert. Wenn ich die beunruhigenden Presseberichte der letzten Tage lese, dann scheint es für Aktionäre auf den ersten Blick gute Gründe zu geben, nervös zu werden:

Mittwoch, 19. August 2015

Warum ich nicht PayPal kaufe

Seit der Abspaltung von eBay ist die PayPal Holdings Inc. (A14R7U) als eigenständiges Unternehmen an der Börse notiert. PayPal bietet eine Internetplattform für elektronischen Zahlungsverkehr an. Das System ist sehr einfach mit einer E-Mail-Adresse zu nutzen und gilt als sicher und vertrauenswürdig. 169 Millionen Kundenkonten weltweit sind bei PayPal registriert. Über den Börsengang Ende Juli und die überragenden Wachstums- und Gewinnaussichten von PayPal im digitalen Bezahlmarkt wurde in den Medien ausführlich berichtet.

Vor kurzem haben nun sogar zwei bekannte deutsche Value- bzw. Dividendeninvestoren die Aktie von PayPal gekauft und in ihren Blogs darüber geschrieben. Hier sind die Links:

Montag, 10. August 2015

Der Bestseller zum Reichwerden für 99 Cent

In den letzten Tagen habe ich das Buch The Choose Yourself Guide To Wealth (English Edition) von James Altucher gelesen. Der Ratgeber ist im März 2015 erschienen und ist derzeit das meistverkaufte fremdsprachige eBook zum Thema Investieren im Kindle-Shop von Amazon.

James Altucher ist mehrfacher Bestsellerautor, Risikokapitalinvestor und Unternehmer. Er betreibt einen Blog und Podcasts mit Millionen von Nutzern. Ich kenne seine bisherigen Bücher und Veröffentlichungen nicht.

Altucher stellt im ersten Teil seine Standpunkte zu verschiedenen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Fragestellungen vor. Unter anderem hält er Hochschulbildung für überflüssig und verkündet das Ende des Zeitalters der beruflichen Festanstellung. Er fordert den Leser auf, statt dessen auf eigene Ideen, die Währung des 21. Jahrhunderts, zu setzen und daraus Unternehmen zu entwickeln. Die Vorstellung der grundlegenden Philosophie Altuchers nimmt die Hälfte des 279 Seiten umfassenden Buches ein.

Der zweite und dritte Teil lassen sich als Instrumentenkasten für Kapitalanleger und Unternehmer beschreiben. Von Verkaufs- und Marketingmethoden, Ratschlägen für Reden vor Publikum, viel versprechenden Anlagetrends bis hin zur Unternehmensbewertung wird ein breiter Bogen gespannt. Wer reich werden will, sollte nach Altuchers Auffassung aufhören, seine Schulden zurückzuzahlen, keine Immobilien, Fonds oder ETFS kaufen, höchstens 30% des Kapitals in Dividendenaktien investieren und im Übrigen hohe Cashbestände halten. Sein Geld soll der Leser im Übrigen vor allem in die eigene Gesundheit, in persönliche Interessen und Erlebnisse sowie direkt in Start-up-Unternehmen investieren, mit dem Ziel, möglichst hohe Gewinne beim Ausstieg zu erzielen.

The Choose Yourself Guide to Wealth ist in meinen Augen keine Anleitung zum Reichwerden, sondern eine Ansammlung von äußerst kontroversen Thesen und Vorschlägen im Zusammenhang mit persönlichem und finanziellem Reichtum. Auch wenn ich die Meinungen Altuchers überwiegend nicht teile, hat sich die Lektüre schon aufgrund der neuen Sichtweisen und teils radikalen Ideen abseits des Mainstreams für mich gelohnt. Das Buch ist in kurze Kapitel - oft in Form von Checklisten und Frage-Antwort-Katalogen - gegliedert, in einem persönlichen und unterhaltsamen Stil gehalten und deshalb leicht zu lesen. Vorkenntnisse aus anderen Werken Altuchers sind für das Verständnis nicht erforderlich.

Wer von gewöhnlichen Investmentbüchern und deutschem Vorsorgedenken genug hat und einmal eine ganz andere und mutige Sicht auf Wirtschaft und Finanzen kennenlernen will, dem kann ich The Choose Yourself Guide To Wealth (English Edition) empfehlen. Und bei einem Preis von 0,99 EUR kann man auch nicht viel falsch machen.

Ich habe das eBook meinen Buchempfehlungen in der rechten Sidebar hinzugefügt. In der Zukunft möchte ich regelmäßig Bücher, die sich im weitesten Sinne mit Geld und Reichtum beschäftigen und die ich für lesenswert halte, hier vorstellen und die Sammlung nach und nach erweitern.


Donnerstag, 6. August 2015

Dividendeneinnahmen im Juli 2015


Nachfolgend veröffentliche ich die Liste meiner Dividendeneinnahmen nach Steuerabzug im Juli 2015:

Wertpapiername Dividende
ALTRIA GRP INC. 34,23 €
BK NOVA SCOTIA 14,08 €
COCA-COLA CO. 17,43 €
GLAXOSMITHKLINE 28,44 €
MAIN STREET CAP. 8,27 €
REALTY INC. CORP. 12,70 €
VERESEN INC. 8,63 €

123,78 €


Der Juli war der bislang schwächste Dividendenmonat des Jahres 2015. Zum Vergleich: Im März konnte ich mein bestes Monatsergebnis mit Dividendenzahlungen von über 500 EUR verzeichnen. Da ich einen Teil meiner Lebenshaltungskosten mit Dividendeneinnahmen finanzieren möchte, strebe ich einen möglichst gleichmäßigen Zahlungsstrom in jedem Monat an. Ich werde mir deshalb überlegen müssen, die Juli-Zahler in meinem Aktiendepot aufzustocken oder auch gezielt nach weiteren Dividendenaktien zu suchen, die im Juli ausschütten.

Insgesamt hat mir mein Aktienportfolio von Januar bis Juli 2015 Dividendeneinnahmen von 2.250,35 EUR netto gebracht.

Montag, 3. August 2015

Nachkauf von BHP Billiton und Bank of Nova Scotia

Im vergangenen Juli habe ich viel Geld für Urlaub ausgegeben, so dass nicht ausreichend Mittel für neue Investitionen in mein Aktienportfolio übrig waren. Meine Watchlist für Neukäufe führe ich deshalb unverändert weiter. Um meinem Ziel für das Jahr 2015 aber zumindest ein kleines Stück näher zu kommen, habe ich zwei Dividendenaktien in meinem Depot geringfügig aufgestockt:

BHP Billiton plc (908101) ist ein weltweit tätiger, australisch-britischer Rohstoffkonzern. Das Unternehmen produziert und vertreibt Rohstoffe wie Kohle, Kupfer, Eisenerz, Nickel und Uran und ist auch an der Öl- und Gasförderung beteiligt. Wie angekündigt, hat BHP sein Produktportfolio vereinfacht und die Bereiche Aluminum, Silber und Mangan in das eigenständige Unternehmen South32 Ltd. ausgegliedert. Für jede BHP-Aktie wurde im Mai eine South32-Aktie in mein Depot eingebucht. Die South32-Papiere werde ich einfach weiter halten. Ich habe die fallenden Rohstoffpreise aber für einen Nachkauf von BHP Billiton genutzt. Der Minienkonzern erscheint nach dem Spin-Off und Kostensenkungen gut aufgestellt, da er Rohstoffe in hoher Qualität mit niedrigen Förderkosten produzieren kann. Dadurch können Wettbewerber, die höhere Kostenstrukturen haben, verdrängt werden. Die jetzige Dividende sollte bis auf weiteres gesichert sein. Bei einem KGV von 10 und einer Dividendenrendite von über 6% konnte ich nicht widerstehen und habe meine Position in BHP Billiton weiter ausgebaut.

Die Bank of Nova Scotia (850388) erlitt im Juli ebenfalls Kursverluste während der Diskussionen um ein mögliches Ausscheiden Griechenlands aus der Euro-Zone. Weshalb eine kanadische Bank davon sonderlich betroffen sein sollte, erschließt sich mir nicht. Jedenfalls habe ich die Chance genutzt und mir bei einem KGV von 11 und einer Dividendenrendite von 4,3% ein paar zusätzliche Anteile dieses Qualitätsunternehmens ins Depot geholt. 

Im Laufe des Monats August erwarte ich ein größeren Geldbetrag aus einer fälligen Spareinlage. Ich werde mich an meine festgelegten Vorgaben halten und plane, in den kommenden Monaten auch wieder neue Dividendenaktien hinzuzukaufen.


Donnerstag, 30. Juli 2015

Drei Aktien für Holland-Fans



Ich gebe es zu, ich bin ein Fan der Niederlande. Wenn ich mich dort aufhalte, fühle ich mich einfach wohl. Das hat mehrere Gründe:
  • liberale, weltoffene Bevölkerung
  • funktionierende öffentliche Infrastruktur
  • gleichzeitig in der Stadt und am Meer urlauben
  • gutes Essen (wenn man weiß, wo)
Wer es genauer wissen will: Unterwegs war ich in Den Haag, von wo aus man sehr entspannt mit der Straßenbahn in 20 Minuten an den Nordseestrand in Scheveningen fahren kann. Für die Reise habe ich den Reiseführer CityTrip Den Haag mit Scheveningen genutzt, der viele informative Tipps bereithält. 

Aber jetzt zum Thema dieses Blogs, denn auch aus Sicht eines Kapitalanlegers bieten die Niederlande attraktive Bedingungen:
  • international ausgerichtete, offene Marktwirtschaft
  • pragmatische und wirtschaftsfreundliche Politik
  • einfache Regelung der Dividendenbesteuerung: 15% anrechenbare Quellensteuer (wie bei US-Aktien)
In meinem Aktiendepot befinden sich drei bekannte und große, in den Niederlanden ansässige Unternehmen:

Koninklijke DSM N.V. (A0JLZ7) ist ein international tätiger Chemiekonzern, der Produkte und Dienstleistungen in den Bereichen Ernährung und Materialien anbietet. Ich plane zur Zeit keinen Nachkauf der Aktie.

Royal Dutch Shell plc (A0D94M) ist eines der weltweit größten Energieunternehmen der Öl- und Gasindustrie. Abhängig von meinen verfügbaren Mitteln erwäge ich, die derzeitigen tiefen Kurse für eine Aufstockung der Aktie zu nutzen.

Unilever N.V. (A0JMZB) produziert und vertreibt Konsumgüter des täglichen Bedarfs in den Bereichen Körperpflege, Wasch- und Reinigungsmittel, Nahrungsmittel und Getränke. Ich sehe die Aktie momentan als Halteposition.

Ich habe den niederländischen Aktienmarkt noch etwas weiter erforscht und bin auf die drei nachfolgenden weniger bekannten Aktien gestoßen. Für echte Holland-Fans sind diese Unternehmen einen genaueren Blick wert:

Accell Group N.V. (A1JADL) ist Entwickler und Hersteller von Fahrrädern, Fahrradteilen und Zubehör. Holland ist das Land der Radfahrer und sicher sind von den etwa 18 Mio. Fahrrädern (mehr als Einwohner) auch viele vom europäischen Marktführer Accell dabei. Bekannte Marken des Konzerns sind Batavus, Koga, Winora und Ghost. Accell profitiert gleich von mehreren großen Trends: Die Gesundheits- und Fitnesswelle bringt mehr Menschen zum Radfahren, für die alternde Bevölkerung braucht es E-Bikes und viele Regierungen fördern das Fahrrad aus verkehrspolitischen Gründen. Eigentlich eine zukunftssichere Sache, trotzdem schwankten Gewinne und Dividenden von Accell in der Vergangenheit stark. Deshalb ist die Aktie nichts für mich.

HAL Trust (864247) hält alle Anteile der HAL Holding N.V., einer internationalen Beteiligungsgesellschaft mit Sitz in Curacao (autonomer Gliedstaat der Niederlande). Die Wurzeln von HAL liegen in der Gründung der Holland-America-Line im Jahr 1873. Der Schiffsbetrieb wurde 1989 für etwa eine Mrd. USD an Carnival Corp. & plc verkauft. Mit diesem Kapital wurde die Beteiligungsgesellschaft mit dem Namen HAL gegründet, an der die Familie van der Vorm, die zu den vermögendsten Niederländern zählen, die Mehrheit hält. Die Gesellschaft erwirbt große Anteile an Unternehmen unterschiedlichster Branchen mit dem Ziel einer langfristigen Wertsteigerung für die Aktionäre. Ein Schwerpunkt ist die Augenoptik, u.a. gehört Apollo-Optik zum Beteiligungsportfolio. In einem Artikel auf Seeking Alpha wird HAL Trust als niederländische Berkshire Hathaway bezeichnet. Eine sehr spannende Aktie, wie ich finde, die zur Zeit mit einem KGV von 21 und einer Dividendenrendite von 3,1% gehandelt wird.

Lucas Bols Holding B.V. (A14MCV) produziert, vertreibt und vermarktet Spirituosen, darunter auch das niederländische Nationalgetränk Genever. Bols wurde 1575 in Amsterdam gegründet und ist nach eigener Darstellung die älteste Spirituosenmarke der Welt. Das jetzige Management hat Lucas Bols im Jahr 2006 von Rémy Cointreau übernommen  und das Unternehmen im Februar 2015 an die Börse gebracht. Bols präsentiert sich für meine Begriffe sehr ansprechend. Interessant erscheint die Strategie, auf ständige Produktinnovationen durch eine Vernetzung mit Bartendern zu setzen. Eine Bewertung ist bei der kurzen Börsenhistorie natürlich schwierig. Wenn man einen Gewinn je Aktie von 0,42 EUR im letzten Geschäftsjahr zu Grunde legt, beläuft sich das KGV auf ambitionierte 40. Die erste Dividendenzahlung ist für November 2015 geplant. Ich werde die Entwicklung von Lucas Bols weiter beobachten.  

Mittwoch, 15. Juli 2015

Sechs Dividendenaktien unter Beobachtung

Vor gut drei Monaten habe ich über die Dividendenaktien berichtet, die auf meiner Watchlist stehen. Die Bilanz aus heutiger Sicht ist ernüchternd: Kein einziges dieser Unternehmen hat bisher den Weg in mein Aktienportfolio gefunden. Dafür gibt es mehrere Gründe:
  • Die damals schon hohen Bewertungen einiger Aktien an der Börse sind noch weiter gestiegen. Das betrifft Fresenius SE & Co. KGaA, McCormick & Co. Inc. und Nike Inc. Ich möchte auch für Qualitätsunternehmen generell keine überhöhten Preise bezahlen, so dass sich hier bislang keine attraktiven Kaufgelegenheiten ergeben haben.
  • Heftigen Kursschwankungen war Diageo plc ausgesetzt. Es kursierten verschiedene Übernahmegerüchte: Erst war es die Investmentfirma 3G Capital, dann die Brauereigruppe Anheuser Busch Inbev SA, die angeblich an einer Übernahme von Diageo interessiert sind. In dieser unklaren Situation wollte ich nicht in das Unternehmen investieren.
  • Ich habe ehrlicherweise festgestellt, dass ich mich mit bewährten Blue Chips im Depot wohler fühle als mit kleinen Werten. An der MBB SE bin ich daher nicht mehr interessiert.
Wie geht es nun weiter? Eine wichtige Rolle beim Aufbau des Aktienportfolios spielt für mich die Streuung auf unterschiedliche Branchen. Ein Blick in mein Dividendendepot zeigt mir, dass ich mittlerweile viele Werte aus dem Nahrungsmittel- und Konsumgüterbereich besitze. Konsumaktien streiche ich deshalb bis auf weiteres von meiner Watchlist. Ausbauen möchte ich dagegen die Bereiche Gesundheit/Medizin sowie Industrie/Technologie. Außerdem hätte ich gerne noch einen wachstumsstärkeren Finanzwert. Nach allen Zu- und Abgängen auf meiner Watchlist beobachte ich somit jetzt folgende Unternehmen:

BlackRock Inc. (928193) ist ein international tätiges Investmentunternehmen. Der US-Konzern bietet Vermögensverwaltungs-, Beratungs- und Risikomanagementlösungen für institutionelle und private Kapitalanleger. Zum Produktportfolio gehören auch die iShares-ETF's. BlackRock schüttet seit 2003 Dividenden aus, die seither jährlich erhöht wurden. Bei einem Kurs von etwa 340 USD erscheint die Aktie mit einem KGV von 17 und einer Dividendenrendite von ca. 2,5% angemessen bewertet.

Franklin Resources Inc. (870315) ist seit der Aufnahme in meine Watchlist noch etwas attraktiver geworden. Der Kurs der Investmentgesellschaft mit den Fonds von Franklin Templeton ist auf unter 50 USD gesunken. Mit einem KGV von ca. 12,8 ist die Aktie deutlich günstiger bewertet als BlackRock, die Dividendenrendite beträgt allerdings nur 1,2%. Mir ist das Unternehmen mit seiner fast 70-jährigen Geschichte, das sich noch immer zu etwa einem Drittel im Familienbesitz befindet, einfach sympathisch. Ob ich Franklin oder BlackRock kaufe, habe ich aber noch nicht entschieden.  

Fresenius SE & Co. KGaA (578560) bleibt ein Wunschkandidat im Gesundheitssektor. Der deutsche Gesundheitskonzern meldete zuletzt ständig hervorragende Geschäftsergebnisse, so dass sich der Kurs inzwischen auf einem Allzeithoch von über 60 EUR befindet. Ein KGV von 29 und eine Dividendenrendite von 0,7% sind weit von meinen Einstiegsmarken entfernt.

Linde AG (648300) ist ein deutscher Technologiekonzern, der Chemikalien, Druck- und Flüssiggase für verschiedene Industrien sowie Ingenieursdienstleistungen anbietet. Das solide Unternehmen wäre eine schöne Ergänzung des Industriesektors in meinem Portfolio. Linde hat seine Dividende in den letzten zehn Jahren in Folge mit Ausnahme des Jahres 2009 gesteigert. Mit einem KGV von 29 und einer Dividendenrendite von 1,7% ist die Aktie derzeit jedoch ebenfalls überbewertet.

Medtronic plc (A14M2J) ist der weltweit größte Medizintechnikkonzern. Zum Angebot zählen z.B. Herzschrittmacher, Katheter, Pumpensysteme und viele weitere Produkte der Kardiologie, Chirurgie und Diabetologie, die in 140 Ländern der Welt vertrieben werden. Das US-Unternehmen hat mit der Übernahme eines Konkurrenzunternehmens Anfang des Jahres 2015 seinen Sitz nach Irland verlegt. Die Dividende wurde in den letzten 37 Jahren ununterbrochen erhöht. Die Aktie wird bei etwa 74 USD mit einem KGV von 28 und einer Dividendenrendite von ca. 2% gehandelt, was mir zu teuer ist.

3M Co. (851745) ist ein breit aufgestellter US-Technologiekonzern. Das Unternehmen erforscht, produziert und vertreibt etwa 50.000 Produkte in den Segmenten Büro und Kommunikation, Elektronik, Industrie und Handwerk, Medizin und Gesundheit, Sicherheit und Werbung. 3M ist auf vielen Märkten der weltweit führende Technologielieferant. 3M zahlt seit 98 Jahren eine Dividende und hat seine Ausschüttungen in den letzten 57 Jahren in Folge gesteigert. Die Aktie ist bei ca. 155 USD mit einem KGV von 20 und einer Dividendenrendite von 2,6% angemessen bewertet.