Mittwoch, 28. Januar 2015

Die ersten 100.000 Euro



Um mein finanzielles Ziel zu erreichen, einen Teil meiner regelmäßigen Ausgaben durch Einnahmen aus Dividenden abzudecken, folge ich gerne den Ratschlägen eines erfahrenen und erfolgreichen Investors wie Charlie Munger. Ein Zitat von ihm, das mir sehr gut gefällt, stammt von einer Hauptversammlung von Berkshire Hathaway, als er sagte: "The first $100,000 is a bitch." Munger meinte damit, dass das Ansparen der ersten 100.000 Dollar der schwierigste Teil der Vermögensbildung ist. Ab dem Erreichen dieser Hürde wächst das Vermögen dann leichter und schneller, wie wenn man einen Schneeball sehr lange Zeit rollt.

Auch ich hatte als Sparer und Anleger am Anfang einige Probleme: Als Berufseinsteiger war mein Gehalt viel niedriger als heute, so dass nicht viel Geld zum Sparen übrig blieb. Im Laufe der Jahre habe ich dann zwar mehr verdient, allerdings auch mehr konsumiert und mein Gehalt für einen höheren Lebensstandard ausgegeben. Außerdem war ich in Sachen Geldanlage und Vermögensbildung unerfahren. Ich habe ein paar Jahre in eine Kapitallebensversicherung eingezahlt (und mit Verlust wieder gekündigt) und mit Derivaten spekuliert, ohne ein klares Ziel zu verfolgen oder tatsächlich Vermögen aufzubauen.

Inzwischen habe ich mich von allen unnötigen Finanzanlageprodukten und Versicherungsverträgen getrennt. Ich versuche, bewusster zu konsumieren und investiere mein erspartes Geld seit über sechs Jahren in Aktien, die ich dauerhaft halte. Mit zunehmender Erfahrung habe ich mir Regeln für den Aktienkauf aufgestellt, nach denen ich attraktiv bewertete Aktien von Qualitätsunternehmen auswähle, die regelmäßig Dividenden zahlen.
 

Für das Jahr 2015 habe ich mir vorgenommen, Charlie Mungers Rat sinngemäß zu befolgen und mein Aktienportfolio auf 100.000 EUR auszubauen. Ich meine damit den Einstandswert der Aktien, nicht den Depotwert, der durch Kursschwankungen der Aktien höher oder niedriger sein kann. Um diese Hürde zu schaffen, möchte ich bis Ende des Jahres durchschnittlich jeden Monat 1.500 EUR investieren.

Freitag, 23. Januar 2015

Meine Regeln für den Kauf von Dividendenaktien



Ich möchte ein Aktienportfolio haben, das sich aus Qualitätsunternehmen zusammensetzt, die ich zu einem guten Preis erwerben und langfristig halten kann. Da ich einen gewöhnlichen Vollzeitjob ausübe und meine knappe Freizeit nicht mit tiefgehenden Aktienanalysen verbringen will, brauche ich einfache und schnell anwendbare Regeln, um die passenden Dividendenaktien für mein Depot zu finden. Zwei hervorragende Dividendenaktien, die ich nach den folgenden Regeln gekauft habe, sind die Bank of Nova Scotia und Chevron.


1. Einfaches Geschäft 
Mein erstes Kriterium ist immer die Frage nach dem Geschäftsmodell. Nur wenn ich verstehe, was das Unternehmen macht und bei vernünftiger Betrachtung mit einiger Wahrscheinlichkeit erwarten kann, dass es mit seinem Geschäft voraussichtlich noch viele Jahre Erfolg haben wird, kommt die Aktie für mich in Betracht. Diese Fragen habe ich mir schon beim Kauf meiner ersten Aktien gestellt und das hat sich absolut bewährt.
 
2. Diversifikation

Die zweite Regel heißt Diversifikation. Ich verlasse mich nicht auf wenige Unternehmen, sondern teile das Geld, das mir für Investitionen zur Verfügung steht, lieber in kleinere Beträge für mehrere Aktien auf. Dadurch ist die Anzahl der Aktien in meinem Portfolio über die Jahre gestiegen und ich habe das Risiko von Fehlinvestitionen abgemildert. Ein Verlust oder eine Dividendenkürzung bei einem Unternehmen wirken sich auf den gesamten Ertrag meines Portfolios nur noch geringfügig aus. Ich diversifiziere meine Aktienkäufe nach Branchen, Ländern und Währungen.

3. Zehn Jahre steigende oder gleichbleibende Dividende

Drittens muss das Unternehmen seit mindestens zehn Jahren seine Dividende erhöht oder zumindest konstant gehalten haben. Je höher die Steigerungsrate, desto besser. Es gibt z.B. Listen der Dividendenaristokraten, die dieses Kriterium erfüllen, ich recherchiere die Daten aber immer auch selbst auf den Internetseiten der Unternehmen. Damit hole ich mir nur Unternehmen in mein Depot, die eine langfristige aktionärsfreundliche Dividendenpolitik etabliert haben.

4. Zehn Jahre steigende Gewinne

Viertens sollte das Unternehmen im selben Zeitraum auch den Gewinn pro Aktie (EPS) gesteigert haben, so dass die Dividenden tatsächlich aus dem laufenden Geschäft und nicht nur durch Steigerung der Ausschüttungsquote, Aufnahme von Schulden oder aus der Substanz des Unternehmens finanziert werden. Das ist der mühsamste Teil der Analyse, weil ich das EPS oft in alten Geschäftsberichten im Internet nachlesen muss.

5. KGV maximal 15

Im fünften Schritt schließe ich Aktien aus, die an der Börse momentan überbewertet sind. Dazu schaue ich einfach auf das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV), das nicht höher als 15 sein sollte. Nur für sehr defensive Aktien z.B. der Nahrungsmittel- oder Konsumgüterbranche bin ich bereit, das bis zu 20-fache des Gewinns zu bezahlen.

6. Dividendenrendite mindestens 3,0%

Als sechstes und letztes Kriterium achte ich auf eine Dividendenrendite von mindestens 3,0% zum Zeitpunkt des Kaufs. Häufig weisen Aktien mit einer noch höheren Dividendenrendite nur sehr geringe jährliche Dividendenwachstumsraten auf, während Aktien mit sehr niedriger Dividendenrendite die Dividende jährlich oft im zweistelligen Prozentbereich anheben. Ich versuche abzuwägen und Aktien auszuwählen, die bei beiden Kriterien vernünftige Werte im Vergleich zu Unternehmen derselben Branche bieten.

Sonntag, 18. Januar 2015

Die letzten Investitionen 2014: Bank of Nova Scotia und Chevron


Den Kern meines Portfolios bilden grundsolide Value-Aktien, die Dividenden auszahlen und diese nach Möglichkeit regelmäßig steigern. Ich kaufe nur Aktien von Unternehmen, deren Geschäft ich verstehe und von deren langfristigen Erfolgsaussichten ich überzeugt bin. Mit dieser einfachen Strategie, die sich an den Grundsätzen großer Value-Investoren wie Charlie Munger orientiert, bin ich bisher sehr gut gefahren. Die beiden folgenden Aktien habe ich im Dezember 2014 neu für mein Depot gekauft:


Die Bank of Nova Scotia (Scotiabank) (850388) bietet ein breites Spektrum an Finanzdienstleistungen im Privatkunden-, Geschäftskunden- und Investmentbanking an. Die Scotiabank ist mit 21 Mio. Kunden in 55 Ländern weltweit präsent und gilt als Kanadas internationalste Bank. Seit der Gründung der Bank im Jahr 1832 wird ununterbrochen eine Dividende ausgeschüttet. In den vergangenen zehn Jahren hat die Scotiabank ihre Dividende je Aktie von jährlich 1,32 CAD auf 2,56 CAD erhöht. Der Gewinn je Aktie konnte im selben Zeitraum von 3,15 CAD auf 5,66 CAD gesteigert werden. Die Aktie ist bei einem Kurs um die 64 CAD mit einem KGV von 11,3 und einer Dividendenrendite von 4,0% attraktiv bewertet. 


Ich bin positiv zu Kanada, der kanadischen Wirtschaft und der Bank of Nova Scotia eingestellt. Kanada gehört zu den am höchsten entwickelten Staaten der Erde, betreibt eine vernünftige wirtschaftsfreundliche Einwanderungspolitik und hat eine vorbildliche Bankenregulierung. Ohne Bankdienstleistungen ist eine moderne Wirtschaft nicht vorstellbar. Die Scotiabank, die nach Marktkapitalisierung drittgrößte Bank in Kanada, wird mit ihrem breiten und ausgewogenen Geschäftsmodell auch in Zukunft vom Wirtschaftswachstum Kanadas und der Welt profitieren, so dass genügend Spielraum für weitere Dividendenerhöhungen bleibt.


Chevron Corporation (852552), einer der größten Konzerne in der Ölindustrie. Das Unternehmen deckt die gesamte Wertschöpfungskette ab: Chevron erschließt und fördert Erdöl und Erdgas, verarbeitet die Rohstoffe weiter zu Kraftstoffen und Chemikalien, handelt und transportiert die Produkte global und ist in der Energiegewinnung tätig. Chevron bezahlt seit 1912 Dividenden und hat sie in den letzten 27 Jahren in Folge angehoben. In den vergangenen zehn Jahren hat Chevron seine Dividende je Aktie von jährlich 1,75 USD auf 4,21 USD erhöht. Der Gewinn je Aktie betrug vor zehn Jahren 6,54 USD. Für das Geschäftsjahr 2014 wird ein Gewinn von etwa 10,80 USD erwartet. Die Aktie ist bei einem Kurs um die 108 USD mit einem KGV von 10,0 und einer Dividendenrendite von 3,9% attraktiv bewertet.


Ich glaube, dass die Welt trotz aller Bemühungen um eine stärkere Nutzung erneuerbarer Energien auch in den nächsten Jahrzehnten noch von Öl und Gas abhängig sein wird. Öl ist zudem nicht nur Energieträger, es steckt auch in Kleidung, Farben, Medikamenten und vielen weiteren Gegenständen des täglichen Lebens. Ein Qualitätsunternehmen wie Chevron wird mit hoher Wahrscheinlichkeit auch weiterhin unabhängig von Ölpreisschwankungen ausreichende Gewinne erwirtschaften und regelmäßig steigende Dividenden ausschütten können.

Dienstag, 13. Januar 2015

Besser leben mit Dividenden



Es gibt viele Blogs, die sich mit Wegen zu einem passiven Einkommen aus Dividenden beschäftigen. Das Ziel der Blogger ist fast immer die sogenannte finanzielle Freiheit, die dann erreicht sein soll, wenn das passive Einkommen den gesamten Lebensunterhalt abdeckt, d.h. die regelmäßigen Dividendeneinkünfte die eigenen Ausgaben erreichen oder übersteigen. Ab diesem Zeitpunkt brauche man keiner gewöhnlichen, als belastend empfundener Erwerbsarbeit mehr nachgehen und könne sich finanziell unabhängig den wirklich wichtigen Dingen des Lebens widmen.


Diese Vorstellungen sind für mich unrealistisch und gehen an meiner Lebenswirklichkeit vorbei. Das Leben ist nicht so planbar, dass ich ein für immer gültiges monatliches Einkommen ermitteln kann, mit dem mein Lebensunterhalt dauerhaft gedeckt wäre. Ich weiß heute noch nicht, wie meine Situation in 10 oder 20 Jahren aussehen und wie hoch mein finanzieller Bedarf dann sein wird. Und wenn, dann wäre es ein sehr langweiliges Leben.


Manche Blogger nehmen erhebliche persönliche Einschränkungen hin, um einen möglichst großen Teil ihres monatlichen Gehalts in Dividendenaktien investieren zu können und das fragwürdige Ziel der finanziellen Freiheit zu erreichen. Ausgaben werden selbst für grundsätzlich sinnvolle Dinge gestrichen, und seien sie noch so geringfügig. Sogar an der Ernährung wird gespart.


Natürlich respektiere ich die Entscheidungen anderer Menschen, für mich kommen solche Einschränkungen aber nicht in Frage. Ich lebe nur einmal und in den Jahren, wo es mir gut geht, vor allem gesundheitlich, möchte ich nicht verzichten, nur um zu sparen. Ich fahre regelmäßig in Urlaub, gehe Essen und gönne mir Dinge, die mir Spaß machen. Zwar bewusst und mit Augenmaß, aber der pure Verzicht ist nicht die Lösung.


Ich führe ein völlig durchschnittliches Leben und gehe einer traditionellen Beschäftigung in einer 40-Stunden-Woche nach. Diese Tätigkeit bereitet mir Freude und ich will sie noch länger ausüben. Ich bin in der glücklichen Lage, dass ich mir mit meinem Gehalt ein angenehmes Leben leisten und gleichzeitig noch sparen kann. Dass muss aber nicht immer so bleiben. Mein Ziel ist es deshalb, ein zusätzliches Einkommen aus Dividenden zu generieren, um die Abhängigkeit von meinem Einkommen aus der Erwerbsarbeit zu verringern. Finanzielle Freiheit heißt für mich nicht, bald in den Ruhestand gehen und von Dividendeneinnahmen leben zu können, sondern die beruhigende Gewissheit zu haben, dass eine bestimmte Grundversorgung durch Dividenden sichergestellt ist: die Miete für Wohnung, die Kosten für Energie, Telefon und Internet, die Beiträge für notwendige Versicherungen. 


Dieses Ziel ist immer noch ambitioniert, aber es ist für mich klarer messbar und etappenweise in einem überschaubaren Zeitraum zu erreichen, ohne auf alles verzichten zu müssen. Das Leben wird leichter, wenn ich weiß, dass möglichst viele der unvermeidlichen Fixkosten finanziert sind. Wenn ich weiß, dass ich meinen Lebensstandard auch unter anderen beruflichen Umständen, mit niedrigerem Gehalt oder geringerer Arbeitszeit, halten kann. Wenn ich weiß, dass ich finanzielle Freiräume für Reisen, Anschaffungen und Hobbies habe.

Das ist das Motto dieses Blogs: Besser leben mit Einkommen aus Dividenden.

Donnerstag, 8. Januar 2015

Fünf Dividendenaktien zum Start



Ich habe in sehr unruhigen Zeiten begonnen, regelmäßig in Aktien zu investieren. Es war im Jahr 2008, als die Aktienkurse mit dem Beginn der Finanzkrise teils um über 50% einbrachen. Gleichzeitig wurde von der deutschen Politik die Einführung der Abgeltungssteuer auf Kapitalerträge ab 1. Januar 2009 angekündigt. Ich entschloss mich, die letzte Chance auf steuerfreie Kursgewinne in der Zukunft zu nutzen. Ich wollte ein kleines Depot mit fünf Aktien als langfristige Geldanlage aufbauen.


Ich habe die Aktien nur nach zwei einfachen, subjektiven Kaufkriterien ausgewählt:

  1. Verstehe ich das Geschäftsmodell des Unternehmens?
  2. Wird das Unternehmen aller Voraussicht nach sein Geschäft auch in 50 Jahren noch mit Gewinn betreiben?

Zusätzlich war es mir zur Diversifikation wichtig, Aktien verschiedener Wirtschaftsbranchen, Staaten und Währungen zu mischen. Danach kaufte ich folgende Papiere:


BASF (BASF11) ist das weltweit führende Chemieunternehmen. Das Portfolio reicht von Chemikalien, Kunststoffen, Veredlungsprodukten und Pflanzenschutzmitteln bis hin zu Öl und Gas. Ich bin überzeugt, dass wir auch in Zukunft Produkte von BASF brauchen werden. Gegründet wurde die Badische Anilin- und Sodafabrik im Jahr 1865. Wer so lange durchgehalten hat, den wird es auch in 50 Jahren noch geben.


Johnson & Johnson (853260), ein amerikanischer Konsumgüter- und Pharmahersteller mit vielen bekannten Markenprodukten. JnJ ist sehr breit aufgestellt und besteht aus 275 Einzelunternehmen in 60 Ländern. Damals war die Aktie noch eine der größten Positionen im Portfolio von Warren Buffett, was für mich zu dem Kauf bestärkt hat.


Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft (843002), bzw. Munich RE, eines der größten Rückversicherungsunternehmen der Welt. Sie ist auch im Erstversicherungsgeschäft aktiv. Berühmtheit erlangte die Münchener Rück nach dem Erdbeben von San Francisco 1906, denn sie war nach Regulierung aller Schäden als einzige Versicherung noch zahlungsfähig. Der ständige Fortschritt in Wirtschaft und Gesellschaft bringt auch immer neue Risiken mit sich, die versichert werden wollen.


Nestlé (A0Q4DC) ist das größte Industrieunternehmen der Schweiz und größter Nahrungsmittelproduzent der Welt. Es ist fast unmöglich, einen Einkauf im Supermarkt zu erledigen und ohne Produkte von Nestlé wieder nach Hause zu gehen. Die Weltbevölkerung nimmt zu und gegessen und getrunken wird immer. Diese Aktie war die größte Position in meinem kleinen Startdepot.


Reckitt Benckiser Group (A0M1W6) ist ein britisches, weltweit tätiges Unternehmen in der Herstellung von Haushalts- und Hygieneprodukten. RB hat auch deutsche Wurzeln und die Unternehmerfamilie Reimann hält 15% der Anteile. RB ist nicht so bekannt wie sein Konkurrent Procter & Gamble, aber ich wollte eine Alternative, um stärker nach Land und Währung zu diversifizieren.


Alle Aktien von damals befinden sich auch heute noch in meinem Depot. Wenn ich mir die Kursentwicklung ansehe, waren es hervorragende Investitionen: BASF habe ich beispielsweise zum Einstiegskurs von 33,79 € erworben und Nestlé war damals für 31,63 € zu haben. Entscheidender für mich aber ist, dass sich die Unternehmensperspektiven nach meiner Einschätzung nicht geändert haben. Ich würde diese Aktien deshalb auch heute wieder kaufen


Neben den Kursgewinnen ist mir erst später aufgefallen, dass alle Unternehmen seit dem Kauf ihre Dividende jährlich erhöht haben. Dies war der Auslöser, meine Kaufkriterien für künftige Investitionen zu verfeinern und mich näher mit der Dividendenstrategie zu beschäftigen.