Dienstag, 13. Januar 2015

Besser leben mit Dividenden



Es gibt viele Blogs, die sich mit Wegen zu einem passiven Einkommen aus Dividenden beschäftigen. Das Ziel der Blogger ist fast immer die sogenannte finanzielle Freiheit, die dann erreicht sein soll, wenn das passive Einkommen den gesamten Lebensunterhalt abdeckt, d.h. die regelmäßigen Dividendeneinkünfte die eigenen Ausgaben erreichen oder übersteigen. Ab diesem Zeitpunkt brauche man keiner gewöhnlichen, als belastend empfundener Erwerbsarbeit mehr nachgehen und könne sich finanziell unabhängig den wirklich wichtigen Dingen des Lebens widmen.


Diese Vorstellungen sind für mich unrealistisch und gehen an meiner Lebenswirklichkeit vorbei. Das Leben ist nicht so planbar, dass ich ein für immer gültiges monatliches Einkommen ermitteln kann, mit dem mein Lebensunterhalt dauerhaft gedeckt wäre. Ich weiß heute noch nicht, wie meine Situation in 10 oder 20 Jahren aussehen und wie hoch mein finanzieller Bedarf dann sein wird. Und wenn, dann wäre es ein sehr langweiliges Leben.


Manche Blogger nehmen erhebliche persönliche Einschränkungen hin, um einen möglichst großen Teil ihres monatlichen Gehalts in Dividendenaktien investieren zu können und das fragwürdige Ziel der finanziellen Freiheit zu erreichen. Ausgaben werden selbst für grundsätzlich sinnvolle Dinge gestrichen, und seien sie noch so geringfügig. Sogar an der Ernährung wird gespart.


Natürlich respektiere ich die Entscheidungen anderer Menschen, für mich kommen solche Einschränkungen aber nicht in Frage. Ich lebe nur einmal und in den Jahren, wo es mir gut geht, vor allem gesundheitlich, möchte ich nicht verzichten, nur um zu sparen. Ich fahre regelmäßig in Urlaub, gehe Essen und gönne mir Dinge, die mir Spaß machen. Zwar bewusst und mit Augenmaß, aber der pure Verzicht ist nicht die Lösung.


Ich führe ein völlig durchschnittliches Leben und gehe einer traditionellen Beschäftigung in einer 40-Stunden-Woche nach. Diese Tätigkeit bereitet mir Freude und ich will sie noch länger ausüben. Ich bin in der glücklichen Lage, dass ich mir mit meinem Gehalt ein angenehmes Leben leisten und gleichzeitig noch sparen kann. Dass muss aber nicht immer so bleiben. Mein Ziel ist es deshalb, ein zusätzliches Einkommen aus Dividenden zu generieren, um die Abhängigkeit von meinem Einkommen aus der Erwerbsarbeit zu verringern. Finanzielle Freiheit heißt für mich nicht, bald in den Ruhestand gehen und von Dividendeneinnahmen leben zu können, sondern die beruhigende Gewissheit zu haben, dass eine bestimmte Grundversorgung durch Dividenden sichergestellt ist: die Miete für Wohnung, die Kosten für Energie, Telefon und Internet, die Beiträge für notwendige Versicherungen. 


Dieses Ziel ist immer noch ambitioniert, aber es ist für mich klarer messbar und etappenweise in einem überschaubaren Zeitraum zu erreichen, ohne auf alles verzichten zu müssen. Das Leben wird leichter, wenn ich weiß, dass möglichst viele der unvermeidlichen Fixkosten finanziert sind. Wenn ich weiß, dass ich meinen Lebensstandard auch unter anderen beruflichen Umständen, mit niedrigerem Gehalt oder geringerer Arbeitszeit, halten kann. Wenn ich weiß, dass ich finanzielle Freiräume für Reisen, Anschaffungen und Hobbies habe.

Das ist das Motto dieses Blogs: Besser leben mit Einkommen aus Dividenden.

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