Donnerstag, 28. Mai 2015

In fünf Schritten zum Dividendeninvestor

Es gibt unzählige Gründe, die einen von der Geldanlage in Aktien abhalten können: Das Gehalt reicht nicht aus. Geldanlage ist kompliziert. Aktien sind riskant. Die Kurse sind zu hoch. Es gibt Wichtigeres zu tun. Keiner dieser Gründe ist wirklich stichhaltig. Mir haben die folgenden fünf Schritte geholfen, ein Dividendeninvestor zu werden und zu bleiben:
  • Darüber reden (oder schreiben): Ich unterhalte mich immer wieder mit Freunden und Bekannten über meine eigenverantwortliche Anlagestrategie in Dividendenaktien. Dadurch setze ich mich unter einen gewissen Druck, aktiv an der Sache dranzubleiben. Denn wer möchte schon eines Tages eingestehen müssen, aufgegeben zu haben oder gescheitert zu sein. Die Herstellung von Öffentlichkeit im Blog stärkt meinen Durchhaltewillen natürlich besonders.
  • Arbeitsschritte festlegen: Nicht jedem steht ein großes Geldvermögen für Aktieninvestitionen zur Verfügung. Es ist absolut in Ordnung, klein anzufangen. Zum Beispiel mit der Einrichtung von drei Sparplänen auf bekannte Blue-Chip-Aktien, in die immer nacheinander jeden Monat 50 EUR eingezahlt werden. Ich selbst habe zum Monatsersten einen Dauerauftrag zugunsten des Verrechnungskontos bei meiner Depotbank erteilt und mir vorgenommen, stets nach dem 15. eines Monats das jeweils verfügbare Gesamtkapital in Aktien anzulegen. Denkbar wäre auch, immer erst einen bestimmten Mindestbetrag anzusparen und dann zu investieren. Wichtig ist nur, die Arbeitsschritte klar und eindeutig zu definieren.
  • Arbeitsschritte umsetzen: Am einfachsten einzuhalten sind Aktiensparpläne, die von der Bank automatisch zum festgelegten Termin ausgeführt werden. In meinem Fall habe ich mir im Webmailaccount und im Smartphone Erinnungsmeldungen zur Monatsmitte zuschicken lassen. Die wurden erst nach den Aktienkäufen gelöscht. Inzwischen sind mir die monatlichen Investitionen so zur Gewohnheit geworden, dass ich die Erinnerungen nicht mehr brauche.
  • Buch führen: Jedes seriöse Unternehmen hat eine Buchhaltung. Mein Aktienportfolio ist nichts anderes als ein kleines, breit gestreutes Beteiligungsunternehmen, das ständig Dividendeneinkünfte erwirtschaftet. Zur Planung, Dokumentation und Auswertung von Dividendeneinnahmen gibt es mittlerweile recht machtvolle Instrumente, wie den Dividenden-Manager. Mein Motto ist eher "keep it simple". Ich führe eine einfache Excel-Tabelle, in die ich meine Portfoliounternehmen, die Einstandswerte und die eingegangenen Dividendenzahlungen einmal im Monat eintrage. In jedem Jahr lege ich eine neue Tabelle an, so sehe ich den Fortschritt und bleibe motiviert.
  • Meilensteine feiern: Die Geldanlage in Aktien soll keine lästige Pflicht sein, sondern mich voranbringen und Spaß machen. Deshalb ist jeder überlegte Unternehmenskauf auch ein Stück persönliche Weiterentwicklung. Und jede Dividendenzahlung ist eine kleine Belohnung für meine Anlagestrategie. Bei besonderen Erreignissen gönne ich mir außerdem schon mal was Größeres: Als ich zum ersten Mal monatliche Dividendeneinnahmen von über 500 EUR in meine Tabelle eintragen konnte, habe ich zur Feier des Tages eine Reise gebucht. Ich bin überzeugt, dass ich als Dividendeninvestor in den kommenden Jahren noch mehr Erfolg und Freude erleben werde.

Kommentare:

  1. Disziplin und Geduld sind wesentliche Grundlagen für langfristig erfolgreiches Investieren. Man muss sich die meisten Gedanken machen, bevor man eine Aktie kauft. Hinterher muss man eigentlich nur noch überprüfen, ob die eigenen Überlegungen noch stimmen und die angenommenen Rahmenbedingungen vom Unternehmen noch erfüllt werden.

    Leider sind Geduld und Disziplin auch die beiden Kardinaltugenden, die Investoren am seltensten aufbringen - ich weiß das selbst aus langjähriger Investmenterfahrung. Zu leicht ist es, an der Börse Kauf- und Verkaufsorders zu platzieren, zwei Klicks, eine Buchung und schon ist das Geschäft abgewickelt. Das verführt zu Aktionismus und kurzlebiger Handelsaktivität. Doch genau mit dem Gegenteil, mit Ruhe und Gelassenheit, kommt man zu Wohlstand an der Börse. Es so zu machen, wie Du, mit festen Vorgaben, ist besonders am Anfang eine große Hilfe. Mit der Zeit gewöhnt man sich daran, entwickelt ein eigenes Muster. Und kann darauf aufbauen.

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    1. Vielen Dank für Deine ermutigende Einschätzung. Nichtstun ist wirklich der schwierigste Teil des Investierens. Außer festen Regeln finde ich es auch hilfreich, Finanz- und Börsennachrichten, die zu Aktionismus führen können, möglichst weitgehend zu ignorieren.

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