Dienstag, 5. Mai 2015

Sieben Jahre Aktionär der Münchener Rückversicherung

Am 24. April habe ich die Dividende für meine Aktien der Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft AG (843002) erhalten. Eine Dividendenzahlung ist für mich immer ein guter Anlass, einmal Bilanz zu ziehen und näher zu betrachten, was mir die Investition in das jeweilige Unternehmen gebracht hat. Bei der Münchener Rück kommt dazu, dass das eine meiner ersten Investitionen war und ich diese Aktie inzwischen schon rund sieben Jahren halte. Es ist also ein schönes Beispiel dafür, was es heißt, ein langfristiger und an Dividendenzahlungen orientierter Investor zu sein.

Meine Aktien der Münchner Rück habe ich im Jahr 2008 zu einem Einstandswert von 121,19 EUR (inklusive Gebühren für Broker und Börsenentgelt) erworben. Das war sicher nicht besonders günstig, die Aktie stand in dem Jahr auch mal bei 85 EUR. Meine Einstiegsregeln für Dividendenaktien habe ich aber erst später im Laufe der Jahre entwickelt. Auch 2008 galt die Munich RE schon als weltgrößter Rückversicherungskonzern nach Prämieneinnahmen, betrieb das Erstversicherungsgeschäft mit der Ergo-Versicherung und der Vorstandsvorsitzende war der gleiche wie heute. Ich liebe solche stabilen Unternehmensverhältnisse. Im dem Jahr baute auch Warren Buffett eine Beteiligung von einem halben Prozent bei dem Rückversicherer auf. Meine Aktien liegen seitdem unverändert im Depot.

Die erste Dividende wurde mir 2009 gezahlt: 5,50 EUR für das Geschäftsjahr 2008. Im Jahr 2010 dann die erste Erhöhung auf 5,75 EUR für das Geschäftsjahr 2009. Im Laufe des Jahres 2010 baute Warren Buffett seine Beteiligung an der Münchener Rück schrittweise auf 10% aus, zeitweise kursierten Gerüchte um eine Übernahme. Ein Jahr später, im September 2011, fiel der Kurs auf 79 EUR, ein Minus von 35% gegenüber meinem Einstiegskurs. Zu der Zeit habe ich mich aber kaum für Geldangelegenheiten interessiert und die Aktie einfach weiter gehalten. Ein Verkauf wäre auch völlig falsch gewesen, denn die Münchener Rück zahlte für 2010 und 2011 zwei Jahre hintereinander eine Dividende von 6,25 EUR aus. Es folgten weitere jährliche Dividendenerhöhungen auf 7,00 EUR für 2012, 7,25 EUR für 2013 und schließlich 7,75 EUR für 2014. Warren Buffett hat die Münchener Rück nicht übernommen, aufgrund von Aktienrückkäufen der Gesellschaft ist seine Beteiligung bis heute aber auf 11,6% angewachsen. Wenige Tage vor der Dividendenauschüttung im April 2015 erreichte die Aktie ein neues Kurshoch von über 206 EUR, ein Gewinn von 70% zu meinem Einstandswert.

Die letzte Dividende von 7,75 EUR ergibt eine Rendite von fast 6,4% auf das eingesetzte Kapital. Insgesamt hat mir die Münchener Rück in den sieben Jahren für jede Aktie eine Dividende von 45,75 EUR ausgezahlt. Mein steuerlicher Freistellungsauftrag für Kapitalerträge hat zumindest bis letztes Jahr immer noch ausgereicht, so dass die Zahlungen brutto für netto auf meinem Konto eingegangen sind. Das bedeutet, dass mir das Unternehmen bislang fast 38% meiner Anfangsinvestition quasi wieder zurückgezahlt hat - ohne, dass ich irgendetwas dafür tun musste, nur als Belohnung für das Halten der Aktie. Der Grund für dieses erstaunliche Ergebnis ist das Dividendenwachstum: Während meiner Zeit als Aktionär wurde die Dividende um 40% oder durchschnittlich 6,8% pro Jahr gesteigert. Durch die lange Haltedauer habe ich von diesem Wachstum profitiert und den vergleichsweise ungünstigen Einstiegszeitpunkt wettgemacht.

Rückblickend bin ich mit meiner Investition in die Münchener Rück sehr zufrieden und fühle mich in meiner Strategie bestätigt:

Kommentare:

  1. Herzlichen Glückwunsch, Charlie, die Münchner Rück war über die letzten Jahre hinweg ein tolles Investment. Ich befürchte jedoch, dass es in Zukunft sehr viel schlechter laufen wird für das Unternehmen und die ganze Branche, sowohl Rück- als auch Erstversicherer. Die deutsche Lebensversicherungsbranche ist die riskanteste der Welt sagt die Ratingagentur Moody's (auch eine Warren Buffett-Beteiligung) und ich befürchte, Rückversicherungsaktien könnten zur Value Trap werden. Vielleicht ist es ratsam, sich an die Bibel zu erinnern, nach der auf sieben fette Jahre 7 magere folgen und lieber in andere Unternehmen investieren?

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    1. Ein schöner Gedanke - die Bibel als Leitfaden für Anlageentscheidungen. Ich sehe es aber genauso, dass auf die Münchener Rück wahrscheinlich schwierigere Zeiten zukommen werden. Das Management hat für dieses Jahr ja schon selbst ein geringeres Gewinnziel ausgegeben. Solange die Dividendenhöhe gehalten werden kann (wie seit 1970), kann ich damit leben und bleibe investiert. Nachkäufe habe ich aber nicht vor, da suche ich nach attraktiveren Unternehmen.

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