Dienstag, 9. Juni 2015

Eine Dividendenaktie zum Kaufen und Liegenlassen

Siemens hat den größten Einzelauftrag in der Geschichte des Unternehmens erhalten. Der deutsche Technologiekonzern soll in Ägypten drei Gaskraftwerke und bis zu zwölf Windparks errichten. Das Investitionsvolumen des Rekordauftrags beträgt acht Milliarden EUR. Die Gaskraftwerke sollen bis Ende 2020 unter Vollast laufen und wären die leistungsfähigsten Gaskraftanlagen der Welt. Die Energieerzeugung in Ägypten wird durch die Kraftwerke um 50% erhöht. Momentan prüft das Bundeswirtschaftsministerium, ob das Geschäft teilweise mit staatlichen Bürgschaften abgesichert wird für den Fall, dass Ägypten nicht zahlen kann.

Das ist ein Geschäft, wie es mir als Aktionär gefällt: Langfristige Verträge im staatlichen Bereich, die in der Regel höhere Gewinnmargen abwerfen als das wettbewerbsintensive Privatkundengeschäft, und planungssichere Einnahmen, die auch noch vom Bund garantiert werden.

Siemens ist kein typisches Dividendeninvestment. Das Industrieunternehmen ist konjunkturellen Zyklen stärker ausgesetzt als beispielsweise Gesundheits- und Pharmakonzerne. Folglich schwanken auch die jährlichen Gewinne, aus denen die Dividenden gezahlt werden. Dennoch möchte ich auf diesen traditionsreichen deutschen Blue Chip in meinem Aktienportfolio nicht verzichten:
  • Siemens zahlt seine Dividende aufgrund des vom Kalenderjahr abweichenden Geschäftsjahres im sonst dividendenschwachen Monat Januar.
  • Mit dem breit aufgestellten Unternehmen aus Deutschland decke ich die Industriebranche in meinem Depot ab und verringere das Risiko des Gesamtportfolios durch Diversifikation nach Herkunft und Branche.
  • Eine Geschichte von 165 Jahren und eine Marktkapitalisierung von 85 Milliarden EUR machen Siemens zu einer unspektakulären, aber sicheren Langfristanlage. Wer vor zehn Jahren 50 Siemens-Aktien für 2.900 EUR erworben hat, konnte eine jährliche Rendite von etwa 5,2% p.a. erzielen und besitzt heute Aktien im Wert von rund 4.900 EUR. Mit reinvestierten Dividenden liegt die Rendite bei 8,2% p.a. und der Depotwert über 6.400 EUR (Angaben gemäß dem Investmentrechner von Siemens).
Die Aktie der Siemens AG (723610) hat seit ihrem 52-Wochen-Hoch von 106 EUR im März 2015 um fast 10% nachgegeben. Das erregt meine Aufmerksamkeit:
  • Siemens hat im Geschäftsjahr 2014 einen Gewinn je Aktie von 6,37 EUR erzielt. Für 2015 prognostiziert das Unternehmen ein Anstieg um mindestens 15%, das wären 7,33 EUR je Aktie. Bei einem Kurs von 95 EUR wird die Aktie also mit einem KGV von weniger als 13 gehandelt.
  • Die letzte Dividende belief sich auf 3,30 EUR. Falls die Gewinnschätzungen eintreffen sollten, stehen die Chancen auf eine Steigerung der Ausschüttung meiner Meinung nach gut. Aber selbst wenn die Dividende nur stabil gehalten wird, bedeutet das bei 95 EUR eine Dividendenrendite von fast 3,5%.
Wie sagten es die erfolgreichen Value-Investoren Buffett und Munger: Es ist besser, ein wunderbares Unternehmen zu einem guten Preis zu erwerben, als ein gutes Unternehmen zu einem wunderbaren Preis. Wer die Aktie von Siemens für 95 EUR oder weniger kauft und für immer im Depot liegen lässt, der kommt diesem Grundsatz in meinen Augen schon recht nahe. 

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