Montag, 26. Oktober 2015

Was tun mit IBM und Walmart?

Schlechte Unternehmenszahlen von IBM und Walmart haben in den letzten Tagen für starke Kursverluste in meinem Depot gesorgt: Aktien von IBM verloren etwa 6%, Walmart gaben um 10% nach. Ich habe diese Entwicklungen erst mit Verzögerung mitbekommen, weil ich mein Depot nur selten kontrolliere und ganz bewusst auch nicht ständig die Börsennachrichten verfolge. Das hilft mir, panikartige Reaktionen zu vermeiden und bei meiner ruhigen, überlegten Anlagestrategie zu bleiben. Trotzdem stellt sich mir mit einem gewissen Abstand jetzt die Frage, was ich mit den Aktien von IBM und Walmart tun soll. Die Antwort sollte eigentlich nicht so schwer sein, gibt es doch nur drei Möglichkeiten: Kaufen, Verkaufen oder Halten.

International Business Machines (IBM Corp.) (851339) ist ein breit aufgestelltes, weltweit tätiges Unternehmen der Informationstechnologie. Der US-Riese wird auch "Big Blue" genannt und bietet Lösungen in den Bereichen Hardware, Software, Services und Finanzierung. Ich muss zugeben, dass die Hauptgründe für meine Investition in IBM weniger das Verständnis und die Überzeugung vom Geschäftsmodell waren, sondern der Wunsch nach Abdeckung der IT-Branche zur Risikostreuung meines Dividendenportfolios und die Tatsache, dass Warren Buffett größter Anteilsinhaber des Unternehmens ist.

IBM musste nun das 14. Quartal in Folge einen Umsatzrückgang vermelden und hat seine Gewinnprognose für das laufende Jahr um gut einen Dollar auf 14,75 bis 15,75 USD reduziert. Als Gründe wurden u.a. die starke US-Währung und der Unternehmensumbau, weg von einem Hardware-, hin zu einem Beratungsunternehmen und Cloudanbieter, genannt. Ob das sinnvoll ist und gelingen wird, kann ich nicht beurteilen.

Ich kann nur die Zahlen zur Gewinn- und Dividendenentwicklung von IBM gemäß meinen Kaufkriterien überprüfen: In den letzten zehn Jahren stieg der Gewinn je Aktie von 4,87 USD auf 11,90 USD. Die Gewinnsteigerung ist zu einem guten Teil auf massive Aktienrückkäufe zurückzuführen: Gut 40% der Aktien wurden eingezogen. Das kann man kritisieren, ist andererseits aber auch verständlich, denn das Beratungsgeschäft ist nun mal weniger kapitalintensiv als das Hardwaregeschäft. Die Dividende wurde im gleichen Zeitraum jährlich ununterbrochen von 0,78 USD auf 4,25 USD erhöht. Die Ausschüttungsquote liegt komfortabel weit unterhalb 50%. Die Aktie wird bei einem Kurs von 145 USD mit einem KGV von unter 10 und einer Dividendenrendite von ca. 3,5% gehandelt.


Meine Kaufkriterien sind fast vollständig erfüllt - nur fast, weil ich IBM und die IT-Branche insgesamt nicht ganz durchschaue und ich mir schon vor einiger Zeit Zurückhaltung beim Kauf von IT-Aktien auferlegt habe. Von einem Verkauf bin aber noch viel weiter entfernt: IBM scheint mir eine Cashmaschine zu sein, die ihre Dividendenzahlungen locker noch einige Jahre anheben können sollte. Deshalb werde ich nichts tun und die Aktie einfach weiter halten.

Wal-Mart Stores Inc. (860853) ist das größte Einzelhandelsunternehmen der Welt, das ein riesiges Warensortiment in Supermärkten, Kaufhäusern und im Internet in den USA und 26 weiteren Ländern anbietet. Walmart wird immer noch von der Gründerfamilie Walton kontrolliert. Das Unternehmen verfügt über ein einfaches und funktionierendes Geschäftsmodell: Durch seine schiere Größe können Produkte günstig eingekauft und zum niedrigsten Preis am Markt angeboten werden. Mit gefällt das Unternehmen und ein Einkauf in einem Walmart Supercenter gehört für mich zu jedem USA-Urlaub dazu. Ich habe die Aktie, die zu den Dividendenaristokraten zählt, im Laufe der letzten Jahre ein paar Mal nachgekauft.

Walmart hat seine Gewinnprognosen für das laufende und das nächste Geschäftsjahr deutlich reduziert: Dieses Jahr sollen es statt etwa 5 USD nur noch zwischen 4,40 und 4,70 USD je Aktie werden. Dann soll es weiter auf bis zu 4,00 USD runtergehen. Als Gründe werden Investitionen in Personal, bessere Ladengeschäfte und den Ausbau des Internethandels angegeben. Damit will sich Walmart im Wettbewerb mit dem Onlineriesen Amazon auf der einen Seite und kleinen Discountern wie Aldi auf der anderen Seite behaupten und mittelfristig wieder wachsende Gewinne erwirtschaften.

in den letzten zehn Jahren hat Walmart den Gewinn je Aktie von 2,68 USD auf gut 5,00 USD gesteigert. Dieses Wachstum finde ich bei der Größe von Walmart und dem scharfen Wettbewerb bemerkenswert. Im selben Zeitraum wurde die Dividende von 0,60 USD auf 1,92 USD angehoben. Die Ausschüttungsquote liegt noch komfortabel unter 50%. Ich rechne aber nicht mit großen Steigerungen in den kommenden Jahren, denn das Unternehmen scheint seine Aktionäre vor allem mit den angekündigten Aktienrückkäufen in Höhe von 20 Mrd. USD belohnen zu wollen. Wenn man nur einen Gewinn von 4,00 USD und eine gleichbleibende Dividende zugrundelegt, wird die Aktie bei einem Kurs um 60 USD mit einem KGV von 15 und einer Dividendenrendite von 3,2% gehandelt.

Je nach Mittelsituation und anderen attraktiven Investitionsmöglichkeiten kann ich mir einen Nachkauf von Walmart vorstellen. In jedem Fall sehe ich die Aktie als Halteposition mit guten Aussichten, wenn die Pläne des Managements aufgehen sollten. Ein Verkauf käme nach den Regeln, die ich mir gesetzt habe, nur bei einer Kürzung der Dividende in Betracht. 






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