Montag, 30. November 2015

Einstieg bei Aurelius

Im abgelaufenen Monat ist ein weiteres Unternehmen zu meinem Aktienportfolio hinzugekommen. Ich bin mit einigen Anteilen bei Aurelius eingestiegen. Wie immer habe ich mich dabei an meinen Investitionsgrundsätzen orientiert:
  • Nur Qualitätsunternehmen mit einem nachvollziehbaren Geschäftsmodell kommen ins Depot.
  • Das Investitionsrisiko des Portfolios wird möglichst breit gestreut.
  • Das Unternehmen hat sein Geschäftsmodell durch eine erfolgreiche Gewinn- und Dividendenentwicklung möglichst über zehn Jahre unter Beweis gestellt.
  • Die Aktie wird zu einem angemessenen Preis zu erworben.
Geschäftsmodell

Aurelius SE & Co. KGaA (A0JK2A) ist eine deutsche Beteiligungsgesellschaft, die sich europaweit auf die Übernahme kleiner und mittlerer Unternehmen in Sondersituationen, z.B. aus Konzernabspaltungen, spezialisiert hat. Derzeit gehören 24 Unternehmen aus unterschiedlichsten Branchen wie Industrie, Chemie, Konsumgüter, IuK und Dienstleistungen zu Aurelius, die unter dem Dach des Konzerns langfristig neu ausgerichtet und weiter entwickelt werden. Bekanntere Konzernunternehmen sind z.B. der Getränkehersteller Berentzen und die Studienkreis-Gruppe. Aurelius erwirtschaftet seine Gewinne zum einen aus dem laufenden operativen Geschäft der einzelnen Konzernunternehmen und zum anderen durch Wertsteigerungen, die bei Unternehmensverkäufen realisiert werden können. Seit der Gründung im Jahr 2006 ist es Aurelius gelungen, aus einem investierten Euro im Schnitt neun Euro zu machen. Die Qualitäten von Aurelius zeigen sich auch am Management: Der Vorstand ist bereits seit der Unternehmensgründung im Amt und hält etwa 25% der Anteile.


Diversifikation

Ursprünglich hatte ich geplant, die Gewichtung der Finanzbranche im Depot durch den Kauf von Blackrock oder Franklin Resources zu erhöhen. Ich denke aber, dass ein weiteres großes US-Unternehmen nur einen begrenzten Mehrwert für mein Portfolio gebracht hätte. Dagegen bin ich über Aurelius nun an vielen kleinen Unternehmen aus Deutschland und anderen europäischen Staaten beteiligt. Damit habe ich mir ein ganz neues Wirtschaftssegment erschlossen. Außerdem hat die ausführliche Berichterstattung zu Aurelius im Blog Intelligent Investieren zu meiner Entscheidung beigetragen.

Gewinn- und Dividendenentwicklung

Der Gewinn je Aktie, der üblicherweise eines meiner Kaufkriterien darstellt, ist bei einer Beteiligungsgesellschaft wie Aurelius wenig aussagekräftig. Die unregelmäßig auftretenden Gewinne durch Unternehmensverkäufe führen hier zu starken Schwankungen. Eine geeignete Kennzahl wäre der Net Asset Value (NAV), d.h. der Wert aller Beteiligungsunternehmen. Aurelius veröffentlicht diesen fundamentalen Substanzwert allerdings erst seit letztem Jahr. Um möglichst unkompliziert die längerfristige Unternehmensentwicklung einschätzen zu können, habe ich mir deshalb einfach die Umsatzerlöse angesehen. Diese sind beeindruckend gewachsen: Von 21,7 Mio. EUR im Rumpfgeschäftsjahr 2006 auf 1,5 Mrd. EUR im Jahr 2014.

Auch die Dividendenentwicklung ist attraktiv: Seit der ersten Dividendenzahlung von 0,15 EUR für das Geschäftsjahr 2007 wurde die Ausschüttung jährlich ununterbrochen auf 0,80 EUR je Aktie für 2014 erhöht. Zusätzlich zu dieser Basisdividende zahlt Aurelius noch Partizipationsdividenden aus, mit denen die Aktionäre an den Gewinnen aus Unternehmensverkäufen beteiligt werden. So betrug die Gesamtausschüttung für 2014 insgesamt 2,00 EUR je Aktie.

Die Höhe der Dividendenrendite ist mir nach ein paar schlechten Erfahrungen nicht mehr so wichtig. Aber wenn Aurelius die Ausschüttung von 2,00 EUR halten kann, bin ich mit einer Rendite von 5,0% eingestiegen - nicht schlecht!  

Angemessener Preis

Anstatt des KGV werden zur Bewertung einer Beteiligungsgesellschaft in der Regel der Substanzwert NAV und der Marktwert herangezogen. Aurelius hat den NAV seiner Portfoliounternehmen im Neun-Monats-Bericht 2015 mit 1.228,8 Mio. EUR angegeben. Die Anzahl der Aktien beträgt 31.680.000. Ich habe einen Einstiegskurs von knapp unter 40 EUR erwischt, also bei einem Marktwert von gut 1.267,2 Mio. EUR gekauft. Noch besser wäre natürlich eine Unterbewertung gewesen, aber ich denke, dass der Preis für dieses Qualitätsunternehmen angemessen war. Denn die Entwicklung des Börsenkurses von Aurelius ist nicht weniger beeindruckend als das Wachstum der Umsatzerlöse: Google Finance gibt für die letzten zehn Jahre eine Wertentwicklung von fast 20.700% an. So kann es gerne weitergehen.

Fazit

Ich glaube, dass Aurelius gut in meine Kapitalanlagestrategie passt und bin gespannt, wie sich die Investition entwickeln wird. Mein Ziel ist es, Aurelius langfristig zu halten und von möglichen Wertsteigerungen zu profitieren, bei Kursrücksetzern nachzukaufen und mit den Dividendenzahlungen die Einnahmen aus dem Aktienportfolio weiter zu erhöhen.

Kommentare:

  1. Moin Charlie,

    bisher sieht es bei Aurelius ja sehr gut aus, die jüngste "außerplanmäßige" Kapitalerhöhung wurde vom Kurs schnell verdaut und zum Jahresende dürften noch interessante Neuigkeiten anstehen. Auch wenn der Kurs nahe des Allzeithochs notiert, dürfte hier auf lange Sicht noch viel Potenzial im Unternehmen schlummern. Und im Aktienkurs.

    Ich wünsche Dir viel Erfolg mit diesem Investment - natürlich nicht nicht ganz uneigennützig. ;-)

    Liebe Grüße
    Michael

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    1. Hallo Michael,
      durch einen glücklichen Zufall habe ich einen sehr guten Einstiegszeitpunkt bei Aurelius erwischt, noch deutlich unterhalb des jetzigen Kurses. Aber ohne die Beiträge in Deinem Blog wäre ich erst gar nicht auf Aurelius gestoßen, also danke dafür!
      Auf weitere gute Investments!

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    2. Am Freitag ging der Kurs gegen den Trend weiter hoch und zwar stark. Vielleicht lag es an der Unternehmenspräsentation auf dem Oddo-Forum oder weil Berenberg die Aktie von Halten auf Kaufen hochgestuft und das Kursziel von 44 auf 59,50 EUR angehoben hat. Auf jeden Fall hat die Aktie bei über 51 EUR ein neues Verlaufshoch erreicht und ich bin gespannt auf die nächsten News...

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  2. Die Kursentwicklung von Aurelius ist mir fast unheimlich - 25% in den sechs Wochen seit meinem Kauf! Schade, dass ich nicht noch mehr investieren konnte.

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    1. Der Aurelius-Chart zeigt, dass die Aktie Phasen starker Kursanstiege hat und dann längere Konsolidierungsphasen einlegt. Fast das ganze Jahr 2014 hindurch und dann 6 Monate in 2015. Da die Kursanstiege von operativen Fortschritten begleitet werden, bleibe ich da entspannt.

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