Mittwoch, 20. Januar 2016

Analyse der Dividendeneinnahmen

Ich habe schon ein paar Mal darüber geschrieben, dass ich viel Wert auf ein breit diversifiziertes Aktienportfolio lege. Ich streue meine Investitionen nach Industriebranchen, Ländern und Währungen. Auf diese Weise will ich die Auswirkungen von möglichen Insolvenzen und Dividendenkürzungen bei Unternehmen sowie von Währungsschwankungen und Turbulenzen in Einzelmärkten in meinem Depot gering halten. Bevor ich mit neuen Aktienkäufen zur Umsetzung meiner Ziele für das Jahr 2016 loslege, habe ich auch einmal die Dividendeneinnahmen des vergangenen Jahres einer Analyse nach Branchen und Ländern unterzogen.

Bei der Analyse nach Branchen habe ich mich an den Aktiensektoren nach MSCI orientiert. Es ist sehr aufschlussreich zu sehen, auf welche Sektoren sich meine Dividendeneinnahmen verteilen:

Basiskonsumgüter: 986,12 EUR (26%)
Finanzen: 697,37 EUR (18%)
Energie: 571,72 EUR (15%)
Versorger: 389,12 EUR (10%)
Gesundheit: 306,97 EUR (8%)
Roh- und Grundstoffe: 254,04 EUR (7%)
Konsum zyklisch: 185,91 EUR (5%)
Telekom: 159,24 EUR (4%)
Industrie: 144,27 EUR (4%)
IT: 96,60 EUR (3%)


Da ich einen möglichst verlässlichen und steigenden Dividendenstrom erwirtschaften möchte, sollten die Dividenden schwerpunktmäßig von Unternehmen aus nichtzyklischen Branchen kommen. Das sind vor allem Basiskonsumgüter, Gesundheit und Versorger. Hier bin ich auf einem guten Weg, Nachholbedarf besteht aber bei Gesundheitsaktien. Auf den folgenden Plätzen stelle ich mir Dividendenzahler aus den Sektoren Energie, Finanzen und Industrie vor. Warum Industrie? Nun, Warren Buffett hat mit seiner Investmentholding Berkshire Hathaway in den letzten Jahren stark in Industriewerte investiert. Seine größten Übernahmen waren eine Eisenbahn (BNSF) und ein Metallverarbeitungsunternehmen (Precision Castparts). Offenbar sieht er dort langfristig gute Gewinnchancen. Gegen die erfolgreichen Investoren Buffett und Munger möchte ich nicht wetten und deshalb auch mehr ausgewählte Industrieaktien meinem Portfolio hinzufügen.

Neben den Aktiensektoren habe ich analysiert, aus welchen Ländern die Dividendeneinnahmen meines Aktienportfolios kommen:

USA: 1.908,33 EUR (50%)
Großbritannien: 756,57 EUR (20%)
Deutschland: 325,26 EUR (9%)
Bermuda: 206,99 EUR (5%)
Kanada: 167,69 EUR (4%)
Australien: 167,19 EUR (4%)
Niederlande: 127,78 EUR (3%)
Schweiz: 68,97 EUR (2%)
Luxemburg: 62,88 EUR (2%)

Schon öfters habe ich bei anderen Finanzbloggern gelesen, dass es in der heutigen Zeit keine Rolle mehr spiele, in welchem Staat ein Unternehmen seinen Sitz hat. Denn die bekannten Dividendenzahler seien ohnehin global tätige Konzerne, die ihre Gewinne überall auf der Welt erwirtschaften. Dabei wird jedoch übersehen, dass das Steuerrecht immer noch eine nationale Angelegenheit ist. Und wenn eine US-Regierung beschließen würde, Kapitalerträge (für ausländische Anleger) mit einer höheren Quellensteuer zu belegen, könnte das - je nach Anrechenbarkeit auf die deutsche Abgeltungssteuer - mit empfindlichen Einbußen für mein Dividendenportfolio verbunden sein. Der Anteil der USA sollte daher nicht noch größer werden. Die Briten werden hoffentlich bei ihrer Steuerfreiheit bleiben. Vorteilhaft wären aus meiner Sicht mehr Investitionen in kanadische und australische Aktien. Das sind stabile Staaten, die Dividendenzahlungen derzeit steuerlich wie die USA behandeln, und mir zusätzlich noch eine Währungsdiversifikation ins Depot bringen.

Mit den Erkenntnissen aus der Analyse der Dividendeneinnahmen werde ich als nächstes meine Watchlist für Aktienkäufe aktualisieren.

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