Dienstag, 26. April 2016

Das Depot wächst weiter mit Fortis, Linde und Microsoft

Die Aktienmärkte streben in diesen Wochen nach oben. Der DAX eroberte Mitte April die Marke von 10.000 Punkten zurück. Mein Depot liegt momentan 23% im Plus. Auch die Aktien auf meiner Watchlist haben deutlich zugelegt, seit ich sie beobachte. Ach, hätte ich doch besser gleich gekauft, denke ich mir. Oder noch mehr davon, wie bei Linde und Roche. Aber es hilft nichts: Ich kann erst investieren, wenn mir ausreichend Geld zur Verfügung steht. Ich warte immer bis zur zweiten Monatshälfte. Dann sind meist schon einige Dividendenzahlungen eingegangen und zusammen mit den Euros, die ich am Monatsanfang zusätzlich zur Seite gelegt habe, gehe ich auf Einkaufstour. Und ich investiere in die Titel, die zu diesem Zeitpunkt aus meiner Sicht das beste Preis-Leistungs-Verhältnis bieten. Günstigeren Kursen in der Vergangenheit nachzutrauern bringt nichts. Mein Depot wächst auch so weiter, in diesem Monat mit Fortis, Linde und Microsoft. Der Reihe nach:

Fortis Inc. (881347) ist ein kanadisches Energieversorgungsunternehmen. Der Konzern versorgt über drei Millionen Kunden in Kanada, den USA und in der Karibik mit Strom und Gas. Den Gewinn je Aktie steigerte Fortis in den letzten zehn Jahren von 1,42 CAD auf 2,61 CAD. Die Dividende wurde im selben Zeitraum von 0,67 CAD auf 1,40 CAD angehoben. Fortis erhöht seine Dividende jährlich ununterbrochen seit 1974, länger als jedes andere börsennotierte Unternehmen in Kanada. Bis 2020 soll die Ausschüttung weiter um 6% jährlich wachsen. Im Februar kündigte Fortis die Übernahme des US-Netzbetreibers ITC Holdings an. Dadurch wird Fortis zu einem der größten 15 Versorgungsunternehmen Nordamerikas. Ich habe mir diesen Dividendenaristokraten bei einem Kurs von gut 39 CAD zu einem KGV von 15,2 und einer Dividendenrendite von rund 3,9% ins Depot geholt.

Linde AG (648300) ist der weltweit größte Anbieter von Industriegasen, medizinischen Gasen und Anlagetechnik. Und seit März auch Bestandteil meines Portfolios. Der Aktienkurs des deutschen Technologiekonzerns hat seit meinem Einstieg um über 5% zugelegt und die Unruhe in der Unternehmensführung scheint behoben zu sein: Der Vertrag des Vorstandsvorsitzenden Büchele soll verlängert werden und der frühere Vorstand Reitzle wird als Aufsichtsratsvorsitzender zurückkehren. Damit sollte sich Linde wieder auf sein Geschäft mit Gasen konzentrieren können. Im Mai steht die Dividendenzahlung von 3,45 EUR je Aktie an. Vorher wollte ich meine Position nochmal aufstocken und habe deshalb bei einem Kurs von 135 EUR zu einem KGV von rund 22 und einer Dividendenrendite von 2,5% zugegriffen.

Microsoft Corp. (870747) ist ein weltweit führendes Softwareunternehmen und neben IBM der einzige IT-Wert in meinem Depot. Der Aktienkurs von Microsoft stürzte in den USA nach Meldung der Zahlen für das dritte Geschäftsquartal um über 7% ab. Diese Gelegenheit habe ich genutzt und zum ersten Mal seit meinem Einstieg einige Papiere nachgekauft. Ich bin zwar bisher kein großer Fan von IT-Unternehmen. Als konservativer und langfristig orientierter Anleger sind mir einfache und beständige Geschäftsmodelle lieber. Ich glaube aber, dass das wachsende gebührenfinanzierte Cloudgeschäft eine relativ sichere und konjunkturunabhängige Einnahmequelle darstellt. Microsoft (wie auch andere IT-Riesen) entwickelt sich dadurch immer mehr zu einer Art Versorgungsunternehmen, das nicht mit Energie, aber mit IT-Diensten kalkulierbare Gebühreneinnahmen erwirtschaftet und dadurch genügend Spielraum für stetig steigende Dividendenzahlungen hat. Und das wiederum gefällt mir als konservativer Dividendeninvestor sehr gut.

Kommentare:

  1. Herzlichen Glückwunsch zur Erweiterung des Portfolios!
    Auf Microsoft bin ich schon ganz schön neidisch :)
    Allerdings verfolge ich noch (da in Summe niedriger Depotwert) die ETF-Strategie

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    1. Hallo Felix,

      danke für Deinen freundlichen Kommentar!

      Mit einer kostengünstigen ETF-Strategie bist Du sicher auch auf einem guten Weg. Wobei ich kaum mehr als 5.000 EUR hatte, als ich mit fünf Einzelaktien begonnen habe. Das ist einfach inteeressanter als ETFs.

      Wünsche weiterhin viel Erfolg beim Investieren.

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  2. Hallo Charlie!

    Fortis ist ja ein kanadisches Unternehmen. In diversen Foren wurde auf die allgemeine Problematik hingewiesen, dass nur wenige Banken eine Vorabbefreiung von der kanadischen Quellensteuer anbieten und dass diese mit hohen Gebühren pro Dividendengutschrift verbunden sein kann.
    Welche Erfahrungen hast du mit kanadischen Dividendengutschriften gesammelt und welchen serviceorientierten Broker kannst du eventuell empfehlen?

    Danke und Gruß,
    Andrej

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    1. Hallo Andrej,

      ich hatte noch nie Probleme mit meinen kanadischen Aktien, der Bank of Nova Scotia und Veresen.

      Mein Depot führe ich bei der ING-DiBa und dort werden 15% Quellensteuer auf die Dividendenerträge abgezogen, im Übrigen natürlich die deutsche Abgeltungssteuer. Also genau wie bei US-Aktien.

      Gebühren für eine Dividendengutschrift habe ich auch noch nie bezahlt. Das wäre ein Grund für mich, den Broker zu wechseln.

      Grüße vom Armen Charlie

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  3. Hallo Charlie,
    mit zunehmender Begeisterung lese ich Deine Ansichten zum Aktienmarkt und zu Dividenden-Strategien. Ebenso bin ich ein Fan von Charlie Munger, wir haben hier auch den großen (blauen) Almanach zuhause und bereits gelesen.

    Eine Frage an Dich habe ich noch: wie läuft es bei Dir mit der Fortis? Bist Du zufrieden mit dieser Dividenden-Aktie und wie verhält es sich mit der kanadischen Quellensteuer - da solltest Du ja jetzt schon bissl Erfahrung haben...

    herzliche Grüße von Eva

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    1. Hallo Eva, mit Fortis bin ich sehr zufrieden, neulich habe ich die Aktie sogar nachgekauft. Dividendenzahlungen kamen bisher im Juni, September und Dezember. Es läuft genauso wie bei US-Aktien, meine Bank zieht von der Dividende eine kanadische Quellensteuer von 15% ab.
      Schön, dass Du auch ein Anhänger von Charlie Munger bist! Wünschen wir ihm noch ein langes Leben!
      Viele Grüße vom Armen Charlie

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  4. Hallo Charlie,

    auch ich lese Ihren Blog mit Begeisterung. Machen Sie weiter so!!!
    Bei mir wird für meine kanadische Aktie eine Steuer von 25% berechnet.
    Ich glaube, ich könnte den 10% Steuermehrbetrag zurückfordern.
    (Macht bei mir keinen Sinn)
    Viele Grüße und alles Gute für das neue Jahr
    wünscht Ihnen Sascha

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