Freitag, 23. September 2016

Warum ich alle ETFs verkauft habe

Einfach und kostengünstig ein Vermögen aufbauen - so oder ähnlich werben Direktbanken und Fondsgesellschaften für die Geldanlage in Exchange Traded Funds, kurz ETFs. Kein Wunder, gibt es doch kaum aktiv gemanagte Aktienfonds, die auf Dauer besser abschneiden als diese passiven Indexfonds. Auch ich habe lange Zeit in ETF-Sparpläne eingezahlt. Doch damit ist jetzt Schluss. Wie zu Beginn des Jahres angekündigt, kam mein ETF-Portfolio auf den Prüfstand. Und als Konsequenz habe ich vor wenigen Tagen die letzten ETFs verkauft und mein Fondsdepot gekündigt. Dahinter stehen mehrere Beweggründe:

Die Tücken der ETF-Auswahl
Die Auswahl der passenden ETFs war mir zu komplex. ETFs bilden nicht einfach nur Aktien-, Anleihen-, Immobilien-, Rohstoff- und sonstige Indizes nach. Die Methoden der Nachbildung unterscheiden sich gravierend: Da gibt es vollreplizierende, teilreplizierende und synthetische ETFs. Manche ETFs zahlen Kapitalerträge aus, andere reinvestieren diese gleich wieder ins Fondsvermögen. Ist jetzt der inländische Ausschütter steuergünstiger als der ausländische Thesaurier, oder genau andersrum? Und was mache ich, wenn die Fondsgesellschaft ihre ETF-Regeln ändert? Wie einfach ist dagegen doch ein ganz gewöhnlicher Aktienkauf.

Das verflixte Weltportfolio
Auf der Suche nach dem perfekten Weltportfolio habe ich vor ca. fünf Jahren mit drei ETFs begonnen: ein MSCI World ETF von dbx-trackers, ein Emerging Markets ETF von Lyxor und ein ETF auf europäische Staatsanleihen von Comstage. Jeden Monat kaufte ich per Sparplan ETF-Anteile für 200 EUR (100 EUR für den MSCI World, jeweils 50 EUR für die beiden anderen). Nach der Lektüre von Gerd Kommers ETF-Bibel "Souverän Investieren" erweiterte ich mein Portfolio mit einem MSCI Europe Small Cap ETF sowie einem ETF auf die künftigen Rohstoffpreise (eigentlich ein Wahnsinn, denn von Spekulationen mit Futures verstehe ich gar nichts). Da ich die Gesamtsparrate nicht erhöhen wollte, reduzierte ich die Kaufbeträge für die einzelnen ETFs. Zu guter Letzt kam noch ein Immobilien-ETF hinzu, um wirklich alle Anlageklassen abzudecken. Als Blackrock neuartige ETFs mit verlockend niedrigen Gesamtkostenquoten von 0,2% auflegte, machte ich den Fehler, meine ETFs von dbx-trackers und Lyxor zu verkaufen und in diese iShares-Core-ETFs einzutauschen. Natürlich fielen auf die Verkäufe Steuern und Gebühren an. Dadurch stand deutlich weniger Kapital für den Tauschkauf zur Verfügung und ich musste frisches Geld nachschießen, um die gewünschte Portfolioaufteilung wiederherzustellen. Viel Aufwand und ein teurer Spaß, so ein Weltportfolio!

Mittwoch, 14. September 2016

Dividendeneinnahmen im August 2016

Nachfolgend veröffentliche ich die Liste meiner Dividendeneinnahmen nach Steuerabzug im August 2016:


Wertpapiername Dividende
ABBOTT LABS 8,62 €
AT+T INC. 31,57 €
GENERAL MILLS 22,11 €
KONINKLIJKE DSM 20,33 €
MAIN STREET CAP.  11,77 €
PROCTER+GAMBLE 30,93 €
REALTY INC. CORP. 13,16 €
VERESEN INC. 8,42 €

146,91 €

Nach dem Verkauf von HCP und Kinder Morgan sind zwei Dividendenzahler im Monat August weggefallen. Deshalb haben sich meine Dividendeneinnahmen um 14,36 EUR bzw. 8,9% im Vergleich zum Vorjahr reduziert. Der August mit rund 147 EUR war somit bisher der schwächste Dividendenmonat im Jahr 2016.

Dafür habe ich im August viel über Aktien und Finanzen gelesen, um mein persönliches Wissen und Wachstum voranzubringen. Dabei bin ich auf interessante Ausführungen zum sogenannten "Lindy Effect" gestoßen. Diese Theorie besagt, dass ein bewährtes Geschäftsmodell zum Zeitpunkt der Betrachtung höchstwahrscheinlich gerade die Hälfte seiner Lebensdauer erreicht hat. Oder anders ausgedrückt: Bei einem 100 Jahre alten Unternehmen ist anzunehmen, dass es noch weitere 100 Jahre überdauern wird. Das gilt natürlich nicht in jedem Einzelfall, manche Unternehmen werden vorher vom Markt verschwinden. Aber im Durchschnitt werden sich erprobte Strukturen
gemäß dem Lindy Effect länger halten als neue Ansätze. Man kann also zum Beispiel heute im Jahr 2016 mit einiger Wahrscheinlichkeit vermuten, dass Siemens, gegründet im Jahr 1847, noch weitere 169 Jahre, also bis ins Jahr 2185 existieren wird. Mit Facebook dagegen, gegründet im Jahr 2004, könnte es 2028 schon wieder vorbei sein. Die Theorie klingt plausibel und eröffnet spannende Einsichten in den Aktienmarkt.

Sonntag, 11. September 2016

Aktienkäufe der letzten Wochen

Auch in den letzten Wochen bin ich meiner Anlagestrategie treu geblieben. Ich kaufe regelmäßig jeden Monat Aktien, unabhängig von der Notenbankpolitik, Brexit-Folgen oder Markterwartungen. Denn die Qualitätsunternehmen in meinem Depot liefern weiterhin Produkte und Dienstleistungen, die benötigt werden und Gewinne in die Kassen spülen. Daran will ich mich beteiligen und von stetigen Dividendenzahlungen profitieren. Die folgenden vier Positionen meines Aktienportfolios habe ich aufgestockt:

Abbott Laboratories (850103) entwickelt, produziert und vertreibt Produkte und Dienstleistungen in den Geschäftsfeldern Pharma, Nahrungsergänzung und Medizintechnik. Der US-amerikanische Gesundheitskonzern arbeitet derzeit an zwei milliardenschweren Unternehmensübernahmen, den Medizintechnikern Alere und St. Jude Medical. Die beiden Verfahren dauern an und werden von Rechtsstreitigkeiten begleitet. Der Börsenkurs von Abbott kommt daher nicht so recht von der Stelle, aber ich bin von den langfristig positiven Aussichten dieses Dividendenaristokraten überzeugt und habe einige Stücke nachgekauft. Mehr zu Abbott Labs gibt es in diesem Beitrag.

Die BayWa AG (519406) ist ein Handels-, Logistik- und Dienstleistungskonzern in den Segmenten Agrar, Energie und Bau. Die BayWa steckt momentan wie viele Unternehmen der Agrarbranche aufgrund der schierigen wirtschaftlichen Situation der Landwirte und der folglich schwachen Nachfrage in einem zyklischen Tief. In dieser Phase hat die BayWa geräuschlos den Vertrag mit ihrem Vorstandsvorsitzenden Lutz bis 2022 verlängert und die internationale Expansion weiter vorangetrieben. Umsatz und Ergebnis haben im ersten Halbjahr trotz des herausfordernden Agrarumfelds zugelegt. Ich habe meine Aktienposition um 50% deutlich aufgestockt. Die BayWa AG hat ihre Dividende übrigens bereits zwölf Jahre in Folge erhöht.