Mittwoch, 14. September 2016

Dividendeneinnahmen im August 2016

Nachfolgend veröffentliche ich die Liste meiner Dividendeneinnahmen nach Steuerabzug im August 2016:


Wertpapiername Dividende
ABBOTT LABS 8,62 €
AT+T INC. 31,57 €
GENERAL MILLS 22,11 €
KONINKLIJKE DSM 20,33 €
MAIN STREET CAP.  11,77 €
PROCTER+GAMBLE 30,93 €
REALTY INC. CORP. 13,16 €
VERESEN INC. 8,42 €

146,91 €

Nach dem Verkauf von HCP und Kinder Morgan sind zwei Dividendenzahler im Monat August weggefallen. Deshalb haben sich meine Dividendeneinnahmen um 14,36 EUR bzw. 8,9% im Vergleich zum Vorjahr reduziert. Der August mit rund 147 EUR war somit bisher der schwächste Dividendenmonat im Jahr 2016.

Dafür habe ich im August viel über Aktien und Finanzen gelesen, um mein persönliches Wissen und Wachstum voranzubringen. Dabei bin ich auf interessante Ausführungen zum sogenannten "Lindy Effect" gestoßen. Diese Theorie besagt, dass ein bewährtes Geschäftsmodell zum Zeitpunkt der Betrachtung höchstwahrscheinlich gerade die Hälfte seiner Lebensdauer erreicht hat. Oder anders ausgedrückt: Bei einem 100 Jahre alten Unternehmen ist anzunehmen, dass es noch weitere 100 Jahre überdauern wird. Das gilt natürlich nicht in jedem Einzelfall, manche Unternehmen werden vorher vom Markt verschwinden. Aber im Durchschnitt werden sich erprobte Strukturen
gemäß dem Lindy Effect länger halten als neue Ansätze. Man kann also zum Beispiel heute im Jahr 2016 mit einiger Wahrscheinlichkeit vermuten, dass Siemens, gegründet im Jahr 1847, noch weitere 169 Jahre, also bis ins Jahr 2185 existieren wird. Mit Facebook dagegen, gegründet im Jahr 2004, könnte es 2028 schon wieder vorbei sein. Die Theorie klingt plausibel und eröffnet spannende Einsichten in den Aktienmarkt.

So müsste die Aktie von Siemens eigentlich deutlich höher bewertet sein als Facebook. Denn Siemens bietet eine ziemlich sichere Möglichkeit, mit den über viele Jahre zu erwartenden Gewinnen und Dividendenausschüttungen quasi generationenübergreifend ein großes Vermögen aufzubauen. Die Lebensspanne von Facebook reicht dafür aus heutiger Sicht voraussichtlich nicht aus, zudem werden bis jetzt noch nicht mal Dividenden gezahlt. Die Börse sieht das jedoch anders, denn Siemens wird aktuell nur mit einem KGV von etwa 16 gehandelt, Facebook hingegen mit dem 60-fachen eines Jahresgewinns - obwohl es das Unternehmen womöglich in 12 Jahren nicht mehr geben wird. (Übrigens: Bei einer Bundesanleihe mit Negativzins lässt sich gar kein KGV mehr darstellen, es ist faktisch unendlich hoch. Ob dieses große Vertrauen in die Bundesrepublik Deutschland, gegründet 1949, gerechtfertigt ist?)

So gesehen erscheinen dank des Lindy Effects die beiden zuverlässigen Dividendenzahler General Mills (150 Jahre Unternehmenshistorie) mit einem KGV von 23 und Procter&Gamble (178 Jahre Unternehmenshistorie) mit einem KGV von 24 bei einem langfristigen Anlagehorizont gar nicht mehr so teuer. Vielleicht sollte ich diese Aktien nachkaufen, um meine Dividendeneinnahmen im August künftig wieder etwas zu erhöhen.

Kommentare:

  1. Hallo Charly,

    erst einmal Kompliment zu Deinem Blog. Er gefällt mir sehr gut.

    Vom Lindy Effect hatte ich noch nie etwas gehört. Man lernt also nie aus. Für mich ist der Ansatz aber zu pauschal.
    Natürlich ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass ein gutgehendes Unternehmen mit 150jähriger Tradition auch die nächsten 150 Jahre überstehen wird. Das Geschäftsmodell scheint robust und krisenresistent zu sein. Junge Unternehmen müssen sich erst noch beweisen. Das Geschäftsmodell muss die oftmals hohe Bewertung (Facebook…) langfristig rechtfertigen.

    Der Unterschied zu den Firmen mit bewährten Geschäftsmodellen und diesen komischen neuen Firmen ist oftmals die Skalierbarkeit. Das ist auf der einen Seite reizvoll und kann hohe Bewertungen rechtfertigen, muss es aber nicht. Die Chancen, aber auch die Risiken sind höher. Es kann aus dem Nichts eine Firma mit einer revolutionären Idee daherkommen und die bestehende Firma (wieder das Beispiel Facebook) uninteressant machen. Nur mittlerweile hat Facebook so viel Finanzkraft, dass aufkommende Wettbewerber einfach geschluckt werden (siehe Whattsapp). Somit wandeln sich die „neuen“ Unternehmen schneller bzw. werden dazu gezwungen, sich stets weiterzuentwickeln. Im Besten Fall entwickeln sich diese „neuen“ Firmen zu Value-Werten (Beispiel Microsoft).

    Aber auch Unternehmen mit langer Tradition müssen sich einem stetigen Wandel stellen. Und vernünftig geführt werden. Sonst kann es auch hier ganz schnell vorbei sein. Hier gibt es genug Bespiele (Nokia, Enron, Worldcom, GM, …).
    Und da wären wir wieder bei Munger/Buffet: Unternehmen mit Marktführerschaft, einfachem Geschäftsmodell und hohen Burggräben. Hier kann auch mal ein Vorstand ein Brett vorm Kopf haben. Nicht so schlimm, sofern der nicht zu lange am Ruder ist. Insgesamt ist hier einfach die Wahrscheinlichkeit geringer, dass „was schief geht“. Zudem stimmt hier oftmals die Basis für stetiges Wachstum und hohe Profitabilität. Aber auch hier muss man differenzieren und aufpassen. Ich bin zum Beispiel gespannt, wie das Unternehmen Walmart das nächste Jahrzehnt übersteht. Steigende und flexible Konkurrenz von allen Seiten (Aldi, Lidl, Amazon). Selbst noch gut im Sattel, aber ein wenig schwerfällig und angreifbar.

    Fazit: Die Theorie des „Lindy Effect“ ist sicherlich nachvollziehbar und auch richtig. Aber Ausnahmen bestätigen sicherlich auch hier die Regel.

    Viele Grüße

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    1. Hallo, danke für das Lob und Deinen fundierten Kommentar.
      Ich stimme Dir zu, es gibt keine Regel ohne Ausnahme. Aber was mich vom Lindy Effect tendenziell schon überzeugt, ist die Tatsache, dass die meisten Unternehmensgründungen nach kurzer Zeit scheitern. Um eine zu erwischen, die sich am Markt behaupten und vielleicht langfristig zu einem neuen Microsoft entwickeln wird, müsste ich mein Anlagekapital noch viel breiter streuen. Da investiere ich lieber gleich in alte und bewährte Unternehmen. Damit verzichte ich auf hohe Gewinnchancen, verringere aber auch das Risiko von Kapitalverlusten und kassiere regelmäßige Dividendeneinnahmen.
      Viele Grüße,
      Charlie

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  2. Hallo Charly,

    ich hätte eine Frage zu HCP. Du hast bzgl. des Spin - Off verkauft. Kannst Du Dir vorstellen diese zurück zu kaufen wenn der Spin Off durch ist?
    Mit einem Kauf würdest Du auf alle Fälle warten oder?
    Gibt in der Sache was Neues? Leider finde ich hier im Netz gar keine Infos.
    Hatte nämlich eigentlich vor auch wegen der August Zahlung mir die Aktie ins Depot zu legen.

    Viele Grüße
    Markus

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    1. Hallo Markus,

      HCP beobachte ich seit meinem Verkauf nicht mehr und kann deshalb leider auch zum Spin-Off nichts Aktuelles sagen. Ein Zurückkauf will ich nicht ausschließen, aber da würde ich sicher erst mal abwarten.

      Viele Grüße,
      Charlie

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  3. Hallo Charlie!
    Danke Dir für die Antwort. Wäre nett, wenn Du hier über Deine Gedanken bzgl. Rückkauf HCP berichtest.
    Viele Grüße

    Markus

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  4. Schöner Beitrag und motivierender Blog! Seit wann besteht eigentlich dein Depot?

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    1. Danke für die freundlichen Worte. Ich habe 2008 angefangen, Aktien zu kaufen.

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