Freitag, 23. September 2016

Warum ich alle ETFs verkauft habe

Einfach und kostengünstig ein Vermögen aufbauen - so oder ähnlich werben Direktbanken und Fondsgesellschaften für die Geldanlage in Exchange Traded Funds, kurz ETFs. Kein Wunder, gibt es doch kaum aktiv gemanagte Aktienfonds, die auf Dauer besser abschneiden als diese passiven Indexfonds. Auch ich habe lange Zeit in ETF-Sparpläne eingezahlt. Doch damit ist jetzt Schluss. Wie zu Beginn des Jahres angekündigt, kam mein ETF-Portfolio auf den Prüfstand. Und als Konsequenz habe ich vor wenigen Tagen die letzten ETFs verkauft und mein Fondsdepot gekündigt. Dahinter stehen mehrere Beweggründe:

Die Tücken der ETF-Auswahl
Die Auswahl der passenden ETFs war mir zu komplex. ETFs bilden nicht einfach nur Aktien-, Anleihen-, Immobilien-, Rohstoff- und sonstige Indizes nach. Die Methoden der Nachbildung unterscheiden sich gravierend: Da gibt es vollreplizierende, teilreplizierende und synthetische ETFs. Manche ETFs zahlen Kapitalerträge aus, andere reinvestieren diese gleich wieder ins Fondsvermögen. Ist jetzt der inländische Ausschütter steuergünstiger als der ausländische Thesaurier, oder genau andersrum? Und was mache ich, wenn die Fondsgesellschaft ihre ETF-Regeln ändert? Wie einfach ist dagegen doch ein ganz gewöhnlicher Aktienkauf.

Das verflixte Weltportfolio
Auf der Suche nach dem perfekten Weltportfolio habe ich vor ca. fünf Jahren mit drei ETFs begonnen: ein MSCI World ETF von dbx-trackers, ein Emerging Markets ETF von Lyxor und ein ETF auf europäische Staatsanleihen von Comstage. Jeden Monat kaufte ich per Sparplan ETF-Anteile für 200 EUR (100 EUR für den MSCI World, jeweils 50 EUR für die beiden anderen). Nach der Lektüre von Gerd Kommers ETF-Bibel "Souverän Investieren" erweiterte ich mein Portfolio mit einem MSCI Europe Small Cap ETF sowie einem ETF auf die künftigen Rohstoffpreise (eigentlich ein Wahnsinn, denn von Spekulationen mit Futures verstehe ich gar nichts). Da ich die Gesamtsparrate nicht erhöhen wollte, reduzierte ich die Kaufbeträge für die einzelnen ETFs. Zu guter Letzt kam noch ein Immobilien-ETF hinzu, um wirklich alle Anlageklassen abzudecken. Als Blackrock neuartige ETFs mit verlockend niedrigen Gesamtkostenquoten von 0,2% auflegte, machte ich den Fehler, meine ETFs von dbx-trackers und Lyxor zu verkaufen und in diese iShares-Core-ETFs einzutauschen. Natürlich fielen auf die Verkäufe Steuern und Gebühren an. Dadurch stand deutlich weniger Kapital für den Tauschkauf zur Verfügung und ich musste frisches Geld nachschießen, um die gewünschte Portfolioaufteilung wiederherzustellen. Viel Aufwand und ein teurer Spaß, so ein Weltportfolio!


Rebalancing - leichter gesagt als getan
Eines der wichtigsten Prinzipien der passiven Kapitalanlage mit ETFs ist das Beibehalten der einmal nach persönlicher Risikoneigung festgelegten Portfolioaufteilung in Aktien, Anleihen und weitere Anlageklassen. Dazu führt man in der Regel einmal im Jahr ein Rebalancing durch, um die unterschiedlichen Entwicklungen der ETFs auszugleichen und die ursprünglichen Portfolioanteile wiederherzustellen. In meinem Portfolio liefen die ETFs auf Standardaktien und Staatsanleihen über Jahre hinweg sehr gut, während Aktien von Entwicklungsländern und Rohstoffe stark nachgaben. Um das Verhältnis vom Anfang zu erreichen, hätte ich letztere ETFs in erheblichem Umfang nachkaufen müssen. Verkäufe der gut gelaufenen ETFs wollte ich wegen der Besteuerung möglichst vermeiden. Zum Zeitpunkt des Rebalancing hatte ich oft aber gar nicht genügend Mittel für die notwendigen Nachkäufe beisammen. Deshalb habe ich schließlich Nachkäufe, Verkäufe und die Aussetzung von Sparplänen kombiniert, um die Portfolioaufteilung nach mehreren Monaten zumindest annähernd wiederherzustellen. Systematischer Vermögensaufbau sieht anders aus.

Das Märchen von der Liquidität
ETFs sollen angeblich eine besonders liquide Kapitalanlage sein, da die Anteile zu jeder Zeit an der Börse gehandelt werden können. So einfach ist das aber nicht. Denn es muss zwischen der Handelbarkeit des ETF und seiner zugrundeliegenden Wertpapiere unterschieden werden. Um bei ETF-Verkäufen in größerem Umfang die Forderungen der Anleger erfüllen zu können, muss ein Fonds unter Umständen unterliegende Wertpapiere verkaufen. Wenn diese nun aber illiquide sind, z.B. kleinere Werte oder Anleihen, könnte es beim ETF-Handel auch zu Problemen kommen. Ich musste jedenfalls erleben, dass vom Auftrag an die Depotbank, einen ETF zu verkaufen, bis zur Ertragsgutschrift auf dem Konto volle sechs Tage vergehen können! Dabei gehen zwischenzeitliche Kursschwankungen auf mein Risiko. Deshalb teile ich die Meinung des Großinvestors Carl Icahn, der Blackrock als gefährliche Firma bezeichnete und sagte: "Sie verkaufen Liquidität, aber es gibt keine Liquidität."

Mein Fazit
Am Ende musste ich mir eingestehen, dass das ETF-Portfolio für mich eine Ansammlung undurchschaubarer Finanzkonstrukte darstellt, dazu noch zeitaufwändig, fehleranfällig und teuer in der Überwachung. Nach fünf Jahren hatte ich eine Rendite von gerade mal 3,4% p.a. erzielt - vor Steuerabzug. Darum habe ich mich entschieden, alle ETFs zu verkaufen. Von den Erlösen plane ich, einen Teil als Rücklage auf dem Tagesgeldkonto liegen zu lassen und den Rest Monat für Monat in Dividendenaktien zu investieren.
 

Kommentare:

  1. Hallo Charlie,
    das nenne ich mal mutige Aussagen. Meine zwei Gedanken zum Thema möchte ich aber gerne loswerden.
    1. Du schreibst, dass es zwischen ETF Orderzeitpunkt (Verkauf) und Geldgutschrift einige Tage dauert. Das stimmt. Der Verkaufskurs ändert sich aber doch nicht, sofern du über den Broker zu einem festgeschriebenen Kurs verkaufst (Direkthandel). Zudem widerspricht der Verkauf einer langfristig angelegten Buy-and-hold-Strategie. Wieso sollte man überhaupt verkaufen?
    2. Du gehst mehrfach auf das Thema Diversifizierung ein - auch unter dem Aspekt Rebalancing. Ist dein Anspruch an das ETF-Portfolio nicht deutlich höher als an Einzelaktien? Das beschriebene Portfolio hatte doch eine viel größere Breite, als du es mit Einzelaktien abdecken kannst. Beispiel Sektor Immobilien: Hier sehe ich Realty Income als einziges Unternehmen in deinem Portfolio. Bei Rohstoffen könnte man BHP BILLITON anführen. Eine echte Diversifikation innerhalb dieser Sektoren hast du damit auch nicht. Und im Weltportfolio sind die automatisch mit drin.

    Ich persönlich finde eine Mischung aus ETFs (Welt + EM + Europa) und Einzelaktien perfekt. Auf (sehr) lange Sicht sind Aktien eben noch etwas günstiger als ETFs, weil keine Verwaltungsgebühr anfällt. Vor allem aber möchte ich keine allzu großen Einzelposten im Depot haben, damit der Verkaufsdrang nicht zu groß wird :)

    Viele Grüße
    Felix

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    1. Hallo Felix,
      mit meinem Aussagen wollte ich natürlich auch ein wenig Frust loswerden;) Zu Deinen Fragen:
      1. Das Fondsdepot habe ich bei der FFB geführt. Limit-Order sind dort meines Wissens nicht möglich. Ziel der Verkäufe war das Rebalancing des Portfolios, nicht eine generelle Abkehr von der Buy-and-Hold-Strategie.
      2. Bei der Diversifizierung meines Aktienportfolios orientiere ich mich an den Sektoren nach MSCI. Realty Income gehört als Real Estate Investment Trust wie meine Bank- und Versicherungsaktien zum Finanzsektor. Und im Sektor Roh- und Grundstoffe sind neben BHP Billiton auch BASF, DSM und Linde vertreten. Damit bin ich in den beiden Sektoren ganz gut diversifiziert, meine ich. In einem früheren Beitrag habe ich das auch mal genauer analysiert:
      http://www.armercharlie.de/2016/01/analyse-der-dividendeneinnahmen.html

      Viele Grüße
      Charlie

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  2. Das ist konsequent. Ich mag ETF´s auch nicht, einfach weil ich mich da einem anderen "ausgeliefert" fühle. Bei meinen Einzelaktien kann ich die "schlechten" verkaufen und baue mir mit der Zeit meinen eigenen Dividendenfond auf. Langfristig fühle ich mich einfach wohler damit. Ob ETF oder Einzelinvestment ist wohl inzwischen auch eine Glaubensfrage wie Mieten oder Kaufen.

    Ich halte deine Entscheidung für richtig, denn letztendlich musst du dich damit wohl fühlen.

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    1. Danke, ich fühle mich jetzt tatsächlich viel wohler! :)

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  3. Jeder muss es für sich entscheiden.

    Ich persönlich halte auch nichts von ETFs, vor allem weil sie in einem Crash ein recht unangenehmes Verhalten an den Tag legen dürften: Rennen mit der Herde in den Abgrund und ggf. illiquide Märkte für ETFs.

    Von den Gebühren, die sich auf Dauer auch läppern gar nicht zu reden...

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    1. Stimmt, wenn alle in ETFs investieren, werden womöglich Kursbewegungen in die eine oder andere Richtung verstärkt. Danke für diesen guten Hinweis, das ist ein weiteres Argument gegen ETFs.

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  4. Hallo Charlie,

    halte ich für eine absolut richtige Entscheidung. Ein "selbst" zusammen gestellter ETF aus Einzelaktien macht erheblich Spaß als ein vorgegebener ETF den man nicht 100 durchschaut.

    Ich hatte noch nie einen ETF und werde mir auch keinen zulegen. Diesen Monat hab ich AT&T nachgekauft, bin jetzt bei 80% Zielgröße.

    Glück Auf!

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    1. Hallo Delura,

      Interesse an einzelnen Unternehmen und Spaß am Investieren sind für mich auch ein wichtiger Antrieb.

      Ich wünsche weiterhin erfolgreiche Investments!

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  5. Hallo Charlie,
    ich denke, dein Hauptfehler war nicht, in ETFs zu investieren. Ich bin selber sehr weit weg von ETFs und besitze nur einen kleinen MSCI World Posten. Alles andere sind u.a. Einzelaktien. Die Frage, ob Einzelaktien oder ETFs besser sind, wird immer nur nach dem Standpunkt und dem Investituionsverhalten des Einzelnen zu beantworten sein.

    Dein Hauptproblem bei der Geldanlage war, dass Du mit der Diversifizierung einfach weit über das Ziel hinausgeschossen bist. Du sparst am Anfang 200 EURO und kaufst drei ETFs. Das ist schon grenzwertig, aber noch OK, solange Du dich nicht mit irgendwelchen Rebalancinggedanken rumschlägst, um die Deltas bei diesen Beträgen auszugleichen. Ganz ins Abseits hast Du dich dann geschossen, indem Du möglichst viele Assetklassen mit zusätzlich Immos und Rohstoffen abdecken wolltest. Eins vorab: Du musst nicht jede Assetklasse besitzen und in allen jeden Monat homöopatische Dosen investieren. Ein World-ETF deckt dich weltweit mit x-Tausend Aktien ab, da hast Du alles mögliche drin, auch Firmen, die Du nicht kennst und leider auch einige, die Du einzeln als Aktien nie kaufen würdest.

    Das Buch von Kommer ist inhaltlich zwar gut geschrieben, aber für Kleinsparer nur sehr bedingt geeignet.

    Ich selber bin ein leidenschaftlicher Anleger in Aktien und nehme auch Immobilien in Form von REITs mit ins Portfolio. Anleihen gehen wegen der momentanen Blasenbildung einfach nicht, sonst hätte ich da bestimmt auch welche dabei. Rohstoffe kann ich in Form von Aktien abbilden (BHP Billiton und andere) und damit habe ich eine gute Diversifikation. Die Unterteilung nach Ländern finde ich persönlich nicht sonderlich wichtig, wenn man Aktien von großen globalen Firmen einkauft. Trotzdem habe ich neben USA, Kanada und Deutschland auch andere europäische Länder und Australien. Asien habe ich bisher verzichtet, weil man einfach nicht überall investiert sein muß Das ist wertfrei, man kann durchaus asiatische Werte im Depot haben und dabei sehr erfolgreich sein.

    Bei dir würde bei einem Umstieg auf Einzelaktien sich anbieten, einen günstigen Broker wie z.B. Lynx (gehen auch andere) zu nehmen und dort zu investieren. Ab 500 EURO sind die Kosten im Rahmen. So kannst Du z.B. alle 2 - 3 Monate einen Posten kaufen. Sei dir aber bewusst, das Einzelaktien etwas Mehraufwand bei der Recherche und der Beobachtung bedeuten. Wenn dich das Thema interessiert, dann ist es kein Nachteil. Ansonsten schon.

    Schau dir z.B. das Portfolio von Alexander an, der weiter oben kommentiert hat. Da sind für den Einstieg sehr schöne Werte drin, die ich zu einem größeren Teil auch besitze. Lass das großartige Verkaufen und Umschichten in der Zukunft, wenn Du nicht musst. Wie Du richtig geschrieben hast, kostet das Steuern und Gebühren. Am besten verkaufst Du gar nicht, so lange das Geschäftsmodell deiner Unternehmen funktioniert. Sollte ein Unternehmen in langfristig ersthafte Schwierigkeiten geraten, dann ist ein Verkauf häufig sinnvoll. So mache ich es und bin bisher sehr gut gefahren.

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    1. Danke für deinen ausführlichen Kommentar. Mein ETF-Depot lief immer ein wenig nebenher, bis ich mich jetzt zum Ausstieg entschieden habe. Aber wie Du an meinem Aktienportfolio sehen kannst, investiere ich auch schon einige Jahre in einzelne Unternehmen. Da fahre ich eine ähnliche Strategie wie Du und bin recht zufrieden. Hier ist der Link:
      http://www.armercharlie.de/p/blog-page_38.html

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  6. Hallo Charlie,

    mutiger Beitrag wie ich finde in Zeiten in denen ETFs auf sämtlichen Finanzblogs sehr gehyped werden.

    Aus meiner Sicht ist die ETF Geschichte nicht so negativ, wie du sie darstellst. Aber ich muss mich meinen Vorrednern anschließen - deine Diversifikation war schon extrem. Ich selbst bespare ebenfalls sechs verschiedene ETFS, allerdings mit einer Sparquote von insgesamt 400 €. Meine Devise ist, dass ich die ETFs wirklich sehr lange (20+ Jahre) halten und immer weiter aufbauen möchte um so einen Grundstock für meine Altersvorsorge zu legen. Ich denke, das ist ein Bereich, der durchaus für viele Menschen, die kein Interesse am aktiven Anlegerleben haben, interessant ist. In solchen Fällen würde ich ETFs immer den Tagesgeldkonten, o.ä. vorziehen.

    Allerdings hast du natürlich Recht, dass Einzelaktien günstiger und auch transparenter sind. Aber das erfordert natürlich auch mehr Arbeit bzw. Zeit des Anlegers. Wer dazu nicht bereits ist, ist aus meiner Sicht wie bereits gesagt mit ETFs durchaus gut beraten. Das sollten dann allerdings große (und gut liquidierbare) ETFs wie der World oder Emerging Markets sein. Ein Standardportfolio eben.

    Für mich als durchaus aktiv interessierte Anlegerin wäre ein reines ETF Portfolio allerdings auch unspannend. Ich recherchiere gerne zu Einzelaktien und erfreue mich an den tollen Gewinnen, die ich hier erzielen kann. Und natürlich an den Dividenden. Dafür halte ich Einzeltitel in der Regel nicht sooo lange wie ich es mit den ETFs vorhabe. Habe ich mein Renditeziel erreicht, setze ich einen Trailing Stopp Loss und erfreue mich an weiteren Steigerungen oder einem realisierten Gewinn.

    Aber so hat eben jeder seine persönliche Strategie und das ist auch gut so :-) Ich wünsche dir eine zufriedene ETF-lose Zukunft und viel Spaß mit deinen Einzelaktien!

    Liebe Grüße
    Marielle von den Beziehungs-Investoren

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    1. Hallo Marielle,

      für den Großteil der Anleger dürfte ein stures Ansparen in einen oder wenige große ETFs, am besten ohne sich mit Reblancing zu beschäftigen, wahrscheinlich die beste Strategie sein, da gebe ich dir Recht. Ich für meinen Teil fühle mich mit meinem Aktienportfolio besser. Danke für deine guten Wünsche und ebenfalls weiterhin den besten Investmenterfolg!

      Beste Grüße,
      Charlie

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  7. Moin, armer Charlie
    weißt Du, wir sind der Meinung, Du hast gar nichts falsch gemacht!
    Wir wollen es auch begründen:
    1. Du hast festgestellt, das Du persönlich etwas tun mußt, um dem Hamsterrad zu entkommen.
    2. Du hast Deine Idee konsequent durchgezogen
    3. Du hälst Dich selber auf den laufenden und läßt Dir von Dritten nicht Dein Verhalten korregieren.

    Bis hier, also Alles in Ordnung. Du hast jetzt festgestellt, das Dir Dein Investment nicht gefällt und nicht zu Deiner Persönlichkeit paßt. Auch eine sehr wichtig Erkenntnis. Du hast aber jetzt ein Vermögen aufgebaut, durch Dein konsequentes Sparen und möchtes jetzt anders investieren.

    Wir sind seit über 25 Jahre an der Börse und ich sage Dir : Du hast alles richtig gemacht. Die Erfahrung, die Du gesammelt hast und festgestllt hast: "es ist nichts für mich", ist auch ein ganz wichtig Ergebnis. Nämlich,ETFś sind nichts für Dich!

    Dein Vermögen wird gewachsen sein und Du versuchst es nun mit Dividenaktien und Tagesgeld. Auch hier wirst Du feststellen , der ein oder andere Wert ist nichts für Dich, aber eins darfst Du nicht vergessen, aus unserer Sicht das Wichtigste: Du hast angefangen, das Hamsterrad zu verlassen.

    Wir sind übrigens mit Fonds angefangen und finden zeitweise immer noch keine vernünftige Alternative.

    Alles Gute auf Deinem weiterem Weg

    Herr und Frau Plutusandme

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    1. Ein wunderbarer motivierender Kommentar, vielen Dank Herr und Frau Plutusandme!

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  8. Hallo Charlie,

    danke für deinen persönlichen Beitrag zum Thema ETF. Es finden sich paralellen zu meinem Investment, wobei ich meine Strategie:

    ca. 70% Einzelaktien
    ca. 15% ETFs für Emerging Marktet bzw. Small Caps
    ca. 15% Anleihen

    weiter verfolgen werde. Wichtig ist wohl nicht zu oft die persönliche Strategie zu wechseln oder permanent den aktuellen, medialen Trends nachzulaufen.

    Details wie Rebalancing empfinde ich als Spesentreiber. Das passe ich bei neuen Investmens (Sparen) an. Wichtiger ist mir dass die ETFs quartalsweise eine gute Ausschüttung bringen und im Gesamtdepot passen.

    Um hier nicht nur an BlackRock mit Ihren iShares zu hängen habe ich als 2. ETF-Schiene WisdomTree genommen.

    Ich wünsche dir und allen Lesern positive Investments und viel Erfolg!

    Liebe Grüße
    Bergfahrten

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    1. Hallo Bergfahrten,

      danke für die Vorstellung deiner Strategie. Den Hinweis, dass man die persönliche Strategie nicht ständig wechseln und aktuellen Trends nachlaufen sollte, finde ich sehr wichtig und richtig. Ich hatte mit den ETFs das Problem, dass sie eben nicht zu meinen Anlagezielen gepasst haben. Deshalb war der Verkauf für mich die logische Konsequenz.

      Dir weiterhin ebenfalls erfolgreiche Investments.

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  9. Ich verstehe nicht, wieso du zum bestimmten Zeitpunkt unbedingt das Rebalancing haben wolltest.
    Gottfried Heller schreibt in seinem Buch, wie man es besser macht. Wenn bestimmte ETF`s besonders gut gelaufen sind, wird für ein halbes Jahr lang die Sparrate reduziert und vom schlecht gelaufenen ETF erhöht.
    So erreicht man ohne Zusatzgebühren und Stress das gewünschte Rebalancing (dauert nur ein wenig).
    Nach einem halben Jahr schaut man wieder nach und passt die Kaufbeträge an (kein Verkauf).

    Die Kritik an der Überdiversifikation kann ich nicht nachvollziehen. Selbst Beträge von 25€/Monat wachsen über Jahre bzw. Jahrzehnte zu stattlichen Summen. Und genau dazu dient diese Anlageform.

    Über mehrere Dekaden eine Altersvorsorge ohne Stress aufzubauen. Und zweimal im Jahr die Sparraten zum Rebalancing anzupassen ist doch vertretbarer Stress.

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    1. Tatsächlich habe ich eine gewisse Neigung zur Perfektion, die wohl auch dazu beigetragen hat, dass ich stets die besten ETFs und das ideal ausbalancierte Portfolio besitzen wollte. Deshalb bin ich froh, dass das Kapitel ETFs für mich abgeschlossen ist, sie passen einfach nicht zu mir und meiner Anlagestrategie.

      Trotzdem danke für den Buchtipp von Gottfried Heller, der steht auch schon länger auf meiner Leseliste.

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  10. Hallo Charlie (das arm erlaube ich mir an dieser Stelle zu streichen),

    ich hatte einen ETF auf den DAX (ausl. thesaurierend) in 2008 gekauft. Den wollte ich behalten bis zum Sankt-Nimmerleinstag, da die Gewinne steuerfrei waren. Leider hat sich die Kapitalanlagegesellschaft dann vor gut einem Jahr entschieden, den ETF aufzulösen. Man hat mir angeboten, in einen anderen ETF zu tauschen, der selbstverständlich teurer war. Also habe ich das Teil verkauft und mir stattdessen Aktien zugelegt.

    Letztlich ist es aber eine Sache der Mentalität, ob einem mehr ETFs oder Einzelaktien zusagen.

    Zum Thema Rebalancing hat heute übrigens noch ein anderer Kollege geblockt:

    http://finanzblogroll.de/rebalancing-bring-dein-portfolio-wieder-ins-gleichgewicht/

    Gruß!

    Torsten



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    1. Hallo Torsten,

      Deine Erfahrung mit dem DAX-ETF bestärkt mich in meiner Entscheidung, lieber auf Einzelaktien zu setzen.

      Danke für den Link zum Rebalancing.

      Beste Grüße,
      Charlie

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  11. Hallo Armer ??? Charlie
    Ich musste sehr über deinen Beitrag zu Freiheit oder Langeweile schmunzeln , allerdings hatte ich zuerst vermutet das es sich um Realität und nicht Utopie handelt .So What . Daraufhin schaue ich hier manchmal gerne vorbei .
    Die von Dir bevorzugte Einzelanlage in Aktien , wird von mir NUR gemacht .
    Die Gründe dafür wurden durch Dich ja bereits erkannt und oben benannt .
    Auch ich finde es besser , gleich und SOFORT , handeln zu können , wie es mir beliebt . Möglicherweise ist Aktienhandel 2.0 ETF generiert , ja auch der bessere , keine Ahnung , aber ich mag es einfach lieber selber beurteilen ob ich einen einzelnen Wert kaufen oder verkaufen oder selbst innerhalb des Wertes noch dazu oder teilverkaufen möchte . Manchmal ist es ja so , das z.B. der Dax runter geht , jedoch z.B. Allianz hoch , oder umgedreht . Dann kann ich entweder den ganzen Dax verkaufen oder kaufen , den einzelnen Wert dann jedoch nicht . Blöd wenn mir dieser aber gerade gefällt , ich jedoch diesen nicht einzeln kaufen oder verkaufen kann .
    Fairerweise muss jedoch auch gesagt werden , das auch ETFs ihren
    Sinn haben . Wenns passt ist es o.k. ,wenn nicht halt auch . Ich denke das muss jeder für sich beantworten .
    Ich bin jedenfalls auch ein Einzelwerte Fan , aus oben angegeben Gründen.
    Dir jedenfalls noch viel FREUDE mit dem EINZELWERT-DEPOT .
    LG Det

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    1. Hallo Det,

      schön, dass Dir mein Blog gefällt. Ich wünsche Dir ebenfalls viel Erfolg mit Deinen Einzelaktien. Und nicht vergessen: Arm oder reich sein ist relativ und hängt nicht nur vom Wert des Aktiendepots ab.

      Beste Grüße vom Armen Charlie

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  12. Ich bin ja auch ein ETF-Skeptiker und du bestärkst mich in meiner Haltung. Ich habe lieber Unternehmen im Depot, denn das hat Hand in Fuß. Als ETF-Eigner kann man Buy and Hold betreiben, aber der ETF-Algorithmus macht das nicht, d.h. ETFs schichten ständig um und sind auch noch prozyklisch.

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    1. Stimmt, ein weiteres Argument gegen ETFs, danke für den Hinweis. Übrigens würde mich ein Blick in dein Aktiendepot auch mal interessieren. Eventuell könntest du ja nur die größten Positionen benennen?

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  13. Ich bin bei ETFs nicht so skeptisch und investiere weiterhin in ETFs.
    Allerdings kaufe ich nur ETFs, die auch tatsächlich in Aktien investieren, also Vollreplizierend.
    Der Vorteil sind die geringen Kosten und die eindeutigen Regelungen.

    Ich halte aber nichts von synthetischen ETFs. Auch halte ich nichts von zu komplizierten ETFs, die zu viele Kriterien für die Aktienauswahl haben. Hört sich häufig gut an, führt dann aber zu ständigen Bewegungen und Kosten.

    Das ein ETF aber Märkte verstärkt sehe ich auch als Skeptisch an. Allerdings finde ich da die Korrelation mit dem Terminhandel in Chicago als gefährlicher an. Ganz zu schweigen von den Algo-Tradern, die beim nächsten größeren Crash mal wieder alles verschlimmern könnten.

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    1. Die Bewährungsprobe für ETF- und Aktiendepots wird in der Tat der nächste Crash sein, wann er auch immer kommen mag. Mal abwarten, wie sich die unterschiedlichen Anlagestrategien dann auswirken werden. Ich glaube, am wichtigsten ist es, an der eigenen Strategie festzuhalten und nicht in Panik zu geraten, sei es nun mit ETFs oder mit Aktien.

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  14. Hallo Charlie,

    das ist eben alles eine Sache der persönlichen Präferenzen.
    Ich für meinen Teil habe neben Tagesgeld auch einen MSCI ACWI ETF.
    Und zur Zeit bin ich in 3 Aktien Positionen investiert.

    Den ETF halte ich für die nächsten 20 Jahre, das Tagesgeld ist die eiserne Reserve
    und die Aktien sollen Rendite X einfahren und werden dann verkauft.
    Die 3 Positionen sind Technik Unternehmen, da kenne ich mich sehr gut aus.
    Es kann gut sein, dass es beim nächsten Einstieg, nach eingehender Analyse, nur noch 1 Position wird.
    Wie man unschwer merkt, ist es ein investieren in Extreme bei mir, aber so ist es eben.
    Wünsch Dir viel Erfolg bei Deiner Strategie!

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    1. Wenn du mehr Einblick in die Technikunternehmen als der durchschnittliche Anleger hast, sind das doch gute Voraussetzungen für ein erfolgreiches Investment. Ich streue mein Vermögen dagegen lieber auf viele Einzelwerte. Aber ich finde deine Strategie mit einem ETF und Tagesgeld auch nicht extrem, sondern sehr einfach und kostensparend, Glückwunsch!

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