Sonntag, 19. November 2017

Soll ich SES kaufen?

SES S.A. ist ein international tätiger Satellitenbetreiber aus Luxemburg. Das Unternehmen bietet Satellitenkommunikationslösungen für Rundfunk- und Fernsehsender, Internet- und Telekommunikationsanbieter, private Unternehmen sowie öffentliche Kunden. SES besitzt und betreibt eine Flotte von geostationären Satelliten, mit der 99% der Weltbevölkerung erreicht werden können. Das Unternehmen hat zwei Geschäftsbereiche: SES Video und SES Networks.

Angesichts des Kursverfalls der Aktie in den letzten Wochen bin ich von vielen Bloglesern um eine Einschätzung zu dem Unternehmen gebeten worden. Deshalb mache ich heute eine simple Analyse, ob die Aktie von SES (914993) zum gegenwärtigen Zeitpunkt ein interessanter Kauf sein könnte. Dazu prüfe ich fünf einfache Kriterien:

1) Zahlt das Unternehmen seit mindestens 10 Jahren in Folge stabile oder steigende Dividenden?
2) Hat das Unternehmen in den letzten 10 Jahren den Gewinn je Aktie steigern können?
3) Ist die Ausschüttungsquote angemessen und die Dividende damit hinreichend sicher?
4) Weist die Aktie ein attraktives KGV auf?
5) Beträgt die Dividendenrendite mindestens 3%?

Die Zahlen hole ich mir aus den Jahresberichten von SES sowie von Ariva und 4-traders.

Wenn wir uns die Dividenden der vergangenen Dekade ansehen, stellen wir fest, dass SES eine sehr aktionärsfreundliche Dividendenpolitik verfolgt. Gewöhnlich schaffen es nur echte Qualitätsunternehmen mit einem konjunkturresistenten Geschäftsmodell, ihre Dividende über diesen Zeitraum jährlich um 10% zu steigern. Nur die letzte Erhöhung im Jahr 2016 fiel mit 3% deutlich schwächer aus. Insgesamt hat sich die Dividende mit einem Plus von 123% in zehn Jahren mehr als verdoppelt:

2007: 0,60 €
2008: 0,66 € (+10,0%)
2009: 0,73 € (+10,6%)
2010: 0,80 € (+9,6%)
2011: 0,88 € (+10,0%)
2012: 0,97 € (+10,2%)
2013: 1,07 € (+10,3%)
2014: 1,18 € (+10,3%)
2015: 1,30 € (+10,2%)
2016: 1,34 € (+3,1%)

Auch das Gewinnwachstum kann sich sehen lassen. Die Entwicklung ist zwar holprig, starke und schwache Jahre wechseln sich ab. Und der Gewinn aus dem Jahr 2012 von 1,62 € je Aktie konnte nach Rückgängen 2013 und 2015 erst im letzten Jahr mit 2,18 € wieder getoppt werden. Dennoch hat SES in zehn Jahren ein Gewinnplus von mehr als 139% erwirtschaftet:

2007: 0,91 €
2008: 0,98 € (+7,7%)
2009: 1,22 € (+24,5%)
2010: 1,24 € (+1,6%)
2011: 1,56 € (+25,8%)
2012: 1,62 € (+3,8%)
2013: 1,41 € (-12,9%)
2014: 1,49 € (+5,7%)
2015: 1,34 € (-10,1%)
2016: 2,18 € (+62,7%)

Als nächstes werfen wir einen Blick auf die Ausschüttungsquote (oder das Payout-Ratio), das Verhältnis von Dividende zu Gewinn je Aktie. Beträgt das Payout-Ratio nicht mehr als 60%, würde ich die Dividende als recht sicher bezeichnen, denn so kann ein Unternehmen auch schwächere Geschäftsjahre abfedern, ohne die Ausschüttung anzutasten. Bei einem Unternehmen wie SES, das von seinen Satellitenkunden vertraglich gesicherte und somit planbare Zahlungen erhält, halte ich auch 80% für akzeptabel. Wir sehen an den Quoten der letzten zehn Jahre, dass das Management die Gewinne verantwortungsvoll verwendet und nur einmal im Jahr 2015 fast vollständig an die Aktionäre ausgezahlt hat:

2007: 65,9%
2008: 67,3%
2009: 59,8%
2010: 64,5%
2011: 56,4%
2012: 59,9%
2013: 75,9%
2014: 79,2%
2015: 97,0%
2016: 61,5% 

Auch für die besten Unternehmen möchte ich keinen überhöhten Preis bezahlen. Deshalb bevorzuge ich Aktien mit einem KGV von maximal 15. SES hat in den vergangenen Monaten von über 23 € auf rund 13 € stark nachgegeben. Auf diesem Kursniveau erscheint SES bei einem erwarteten Gewinn je Aktie im Geschäftsjahr 2017 in Höhe von ca. 1,05 € mit einem KGV von 12,3 attraktiv bewertet.

Falls die Dividende 2016 von 1,34 € in gleicher Höhe auch für das Geschäftsjahr 2017 ausgezahlt werden sollte, könnte man bei einem Kauf zum aktuellen Zeitpunkt mit einer Dividendenrendite von 10,5% rechnen. Eine solche Rendite ist natürlich sehr attraktiv, wirkt jedoch unwahrscheinlich hoch. Der Haken an der Sache: SES würde mehr Dividende zahlen als es voraussichtlich Gewinn macht. Bei einer Ausschüttungsquote von 127% kann man nicht mehr von einer sicheren Dividende sprechen. Andererseits: Wer heute investiert, kann selbst bei einer Halbierung der Dividende noch eine Rendite von mehr als 5% erwarten. 

Soll ich SES kaufen? Nach meiner kurzen und bewusst einfach gehaltenen Analyse bin ich der Meinung, dass man mit der Aktie momentan nicht viel falsch machen kann. SES ist ein attraktiv bewertetes Qualitätsunternehmen mit einer verantwortungsvollen und doch aktionärsfreundlichen Dividendenpolitik, das eine angemessene Einstiegsrendite bietet. Ein erwarteter Gewinnrückgang und eine mögliche Dividendenkürzung scheinen auf dem aktuellen Kursniveau eingepreist zu sein. Ich persönlich glaube sogar, dass das Management versuchen wird, die positive Dividendenerhöhungsserie fortzusetzen, wenn es die Finanzlage des Unternehmens zulässt und Zuversicht in die künftige Geschäftsentwicklung besteht. Deshalb möchte ich in den nächsten Wochen meine Position in SES aufstocken.

Sonntag, 12. November 2017

Was ich aus meinem Investment in Veresen gelernt habe

Veresen Inc. (A1H5KV) war ein kanadisches Energieinfrastrukturunternehmen, das Pipelines und Anlagen für Transport, Lagerung und Verarbeitung von Erdgas in Kanada und den USA betrieb. Am 1. Mai 2017 wurde bekannt gegeben, dass Pembina Pipeline Corp. (A1C563) den kleineren Wettbewerber Veresen übernehmen wird. Die einvernehmliche Transaktion konnte am 2. Oktober 2017 abgeschlossen werden. Wie ich im letzten Artikel bereits schrieb, ist dies der Anlass zu einer persönlichen Bilanz meiner Zeit als Aktionär von Veresen. Ich will verstehen, was ich aus meinem Investment lernen kann. Und natürlich meine Erkenntnisse auf diesem Blog teilen und zur Diskussion stellen. 

Ich bin erstmals am 5. November 2013 bei Veresen eingestiegen. Investiert habe ich insgesamt 1.932,56 € in zwei Käufen. Mein durchschnittlicher Einstandskurs war 9,66 €. Zur Erklärung: Der Einstandskurs ist nicht identisch mit dem Kaufkurs, sondern enthält auch die Provision der Bank und eventuelle Gebühren des Börsenhandelsplatzes. Da ich üblicherweise im Direkthandel kaufe, fällt bei mir nur eine Orderprovision von 9,90 € pro Transaktion an, die auf den Kaufkurs je Stück umgelegt wird.

Die Entwicklung des Aktienkurses verlief alles andere als erfreulich. Am 12. Februar 2016 fiel Veresen auf einen Tiefststand von 4,18 €. Meine Investition lag mit satten 57% im Minus! Da kann man schon mal nervös werden. Vor allem weil es so aussah, als hätte sich Veresen mit dem Jordan-Cove-Projekt verhoben. Dabei geht es um die Errichtung eines Terminals für die Verladung von Flüssiggas, das mit der Fracking-Methode gewonnen wird, in einem Hafen in Oregon. Die zuständige US-Behörde verweigerte die Genehmigung für das umstrittene Projekt. Zu der Zeit habe ich ernsthaft überlegt, die Aktie zu verkaufen. 

Gut, dass ich nichts getan und gewartet habe. Die Geschäfte von Veresen mit Erdgaspipelines liefen einfach weiter. Der Aktienkurs stieg wieder. Nach der Präsidentenwahl in den USA drehte sich die Stimmung zum Projekt ins Positive. Der Aktienkurs stieg weiter. Erst recht nach Ankündigung der Fusion mit Pembina. Der letzte Kurs von Veresen am 2. Oktober belief sich auf 12,75 €. Am Ende kann ich also ein Plus von 32% aus meiner Investition verzeichnen! Wahrlich nichts für schwache Nerven, die Kursbewegungen.

Während meiner fast 4 Jahre als Aktionär pumpte Veresen Monat für Monat für Monat nicht nur Erdgas durch seine Pipelines, sondern auch Dividenden auf mein Konto. Nämlich 0,0833 CAD bzw. 1,0 CAD je Aktie im Jahr. In EUR umgerechnet sehen meine Netto-Dividendeneinnahmen wie folgt aus: 8,26 € in 2013, 89,46 € in 2014, 104,81 € in 2015, 104,51 € in 2016 und 88,17 € in 2017. Insgesamt macht das 395,21 € an Dividenden, so dass ich mehr als 20% meiner Investitionssumme von 1.932,56 € in Form laufender Erträge wieder zurückbekommen habe.

Welche Rendite hat mein Investment in Veresen nun erzielt? Wie üblich habe ich die Berechnung mit Hilfe der Formel für den internen Zinsfuß von Excel durchgeführt. Der Einfachheit halber sind die Dividendenzuflüsse nicht monatlich, sondern nur jährlich angegeben. Als Enddatum habe ich den Tag des Aktienumtauschs in Pembina gewählt. Somit kommen folgende Daten in eine Tabelle:

Montag, 6. November 2017

Dividendeneinnahmen im Oktober 2017

Nachfolgend veröffentliche ich die Liste meiner Dividendeneinnahmen nach Steuerabzug im Oktober 2017:

Wertpapiername Dividende
ADMIRAL GROUP PLC45,08 €
ALTRIA GROUP INC.41,20 €
BK OF NOVA SCOTIA38,99 €
COCA-COLA CO. 23,12 €
GENTEX CORP.12,57 €
GLAXOSMITHKLINE45,98 €
MAIN STREET CAP.11,93 €
NIKE INC.  11,23 €
REALTY INCOME CORP.13,21 €
VERESEN INC.8,28 €
W.P. CAREY INC.31,45 €
Summe 283,03 €

Der Oktober gehört zu meinen schwächeren Dividendenmonaten. Trotzdem konnte ich gut 70 Euro bzw. 32% mehr Dividendeneinnahmen erzielen als im Vorjahresmonat. Dazu haben insbesondere drei Faktoren beigetragen:

  • Ich habe bei der Bank of Nova Scotia nachgelegt. Die kanadische Bank gehört zu meinen Top-Qualitätsaktien und schüttet schon seit 1832 ununterbrochen eine Dividende aus. In diesem Jahr erfolgten wieder zwei Erhöhungen: Im 2. Quartal wurde die Ausschüttung von 0,74 CAD auf 0,76 CAD und im 4. Quartal von 0,76 CAD auf 0,79 CAD angehoben. Damit fließen 2017 insgesamt 3,05 CAD Dividende. Im September erreichte die Dividendenrendite der Scotiabank bei einem Aktienkurs um 76 CAD für kurze Zeit die Schwelle 4%, die ich zum Nachkauf genutzt habe.  


  • Im Oktober habe ich die erste Dividende überhaupt von Gentex erhalten. Der Produzent von Spiegel- und Kamerasystemen für die Fahrzeug- und Luftfahrtindustrie ist meine bevorzugte Autoaktie. Die 10 US-Cents pro Aktie in diesem Quartal und 2% Dividendenrendite hochgerechnet auf das Jahr 2017 sind zwar nicht die Welt, dafür steckt Gentex viel Geld in Aktienrückkäufe. Außerdem könnte meine kleine Wette auf eine Senkung der Unternehmenssteuer durch Trump aufgehen, was sich positiv auf den Gewinn und das Dividendenpotenzial von Gentex auswirken sollte.


  • Einen guten Lauf hat momentan die Aktie der Immobilien-Investmentgesellschaft W.P. Carey. Nach Bekanntgabe der letzten Quartalsergebnisse vor wenigen Tagen stieg der Kurs auf ein 52-Wochen-Hoch von über 70 USD. Die Dividende wird seit 19 Jahren ununterbrochen in winzigen Trippelschritten angehoben, zuletzt von 1,00 USD auf 1,005 USD. Trotz der hohen Notierung beträgt die Dividendenrendite von W.P. Carey für das Jahr 2017 aktuell immer noch 5,7% und sorgt für einen Aufschwung meiner Einnahmen im Oktober.

Ebenfalls im Oktober hat der kanadische Energieversorger Veresen seine allerletzte Dividende überwiesen. Mit Wirkung von 2. Oktober 2017 war Übernahme von Veresen durch den Wettbewerber Pembina Pipeline abgeschlossen. Nachdem ich das Umtauschangebot angenommen hatte, halte ich nun Pembina-Aktien im Depot. Zu meiner persönlichen Bilanz als Aktionär von Veresen werde ich in Kürze einen eigenen Beitrag veröffentlichen.

Dienstag, 31. Oktober 2017

Aktien sind sozial gerecht

Ich denke nicht gerne über das Thema "soziale Gerechtigkeit" nach. Noch seltener diskutiere ich darüber mit Familie, Freunden oder Kollegen. Das ist nämlich sehr anstrengend. Man findet kaum einen gemeinsamen Nenner. Zum Beispiel frage ich mich manchmal, ob es nicht ungerecht ist, dass Menschen in sozialen Berufen, wie Erzieher oder Pflegekräfte, schlechter bezahlt werden als ein Facharbeiter, der den ganzen Tag gleichförmig eine Maschine bedient. Oder ob es sein kann, dass jemand nach 45 oder mehr Jahren Arbeit nur eine Rente erhält, die knapp über dem Existenzminimum liegt. Darüber lässt sich trefflich streiten, aber wie genau nun eine Gesellschaft aussehen soll, in der es gerecht zugeht, kann ich auch nicht beantworten. Denn es ist nicht allgemein definiert, was eigentlich Inhalt und Maßstab dieser Gerechtigkeit sind. Vielmehr hängt dies von unterschiedlichen Wertvorstellungen, Erfahrungen und Lebensumständen jedes Einzelnen ab. So ist es kein Wunder, dass Google bei einer Suche nach dem Schlagwort "soziale Gerechtigkeit" in 0,43 Sekunden ungefähr 1.380.000 Ergebnisse findet. Damit die Anzahl der Treffer künftig noch höher ausfällt, hat der Hobbyinvestor jetzt sogar zu einer Blogparade zu dem Thema aufgerufen.

Wenn ich daran schon teilnehme, möchte ich zumindest über einen Lebensbereich schreiben, in dem das Ziel der sozialen Gerechtigkeit vollständig verwirklicht wurde. Ich meine, so etwas gibt es tatsächlich. Nämlich die Kapitalanlage in Aktien.

Das klingt erst mal überraschend. Doch es war die längste Zeit der Geschichte das Privileg von wenigen Auserwählten, sich an wachsenden und profitablen Unternehmen zu beteiligen. Die breite Masse der Bevölkerung blieb von dieser Möglichkeit ausgeschlossen. Als im Jahr 1602 die Vereinigte Ostindien-Kompanie (VOC) der Niederlande als erstes Unternehmen überhaupt Aktien ausgab, erwarben wohlhabende Kaufleute Anteile an dieser Handelsgesellschaft. Das Unternehmen konnte mit dem eingenommenen Kapital expandieren, zusätzliche Schiffe bauen lassen und neue Handelsrouten erschließen. Die Kaufleute ihrerseits verschafften sich so Zugang zu den importierten Waren, etwa Gewürzen, Kaffee und Textilien. Man musste also bereits reich sein, um noch reicher zu werden. Wer auf den Handelsschiffen der VOC anheuerte, der konnte dagegen von Aktien nicht mal träumen. Nur jeder Dritte überlebte eine Fahrt in die niederländischen Handelskolonien und zurück.

Selbst als sich mit der Zeit liquide Wertpapiermärkte an öffentlich zugänglichen Börsen entwickelten, war die Aktienanlage für den breiten Mittelstand keine einfache Angelegenheit. An Informationen über Unternehmen und Börsenkurse kam man erst mit einiger Verspätung heran, in der Regel über eine Tageszeitung oder den Aushang einer Bank. Damals mussten Aktien auch tatsächlich noch in Papierform gelagert werden. Das hatte natürlich Auswirkungen auf die Kosten der Depotführung. Genauso wie die satten Provisionen für Kauf und Verkauf der Aktien, die man dem freundlichen Berater der Sparkasse für seine Dienste bezahlen musste. Im Ergebnis kam der Aktienerwerb wieder nur für vermögende Anleger in Betracht, nicht für Kleinsparer. Man musste reich sein, um reich zu werden.

Erst in jüngster Vergangenheit wurden bei der Kapitalanlage in Aktien unglaubliche Fortschritte erzielt. Heute kann sich jeder über das Internet kostenlos Zugang zu Unternehmensinformationen verschaffen. Es gibt einen transparenten und geregelten Aktienmarkt mit laufender Preisbildung. Der elektronische Börsenhandel und der Wettbewerb zwischen den Banken haben die Transaktionskosten beim Erwerb von Aktien minimiert. Nie war es einfacher, ein Depot zu eröffnen, Anteile von prosperierenden Unternehmen zu erwerben und als Miteigentümer langfristig an deren Gewinnen teilzuhaben. Es sind nur wenige Schritte zum Aktieninvestor. Und das Beste ist: Alle haben das Recht dazu. Herkunft, Beruf und Einkommen spielen keine Rolle mehr. Das nenne ich soziale Gerechtigkeit.

Eine Krankenpflegerin kann 5 Siemens-Aktien kaufen und von der globalen Automatisierung der Industrie profitieren. Ein Facharbeiter kann 25 Aktien des Öl- und Gaskonzerns Royal Dutch Shell kaufen und mit den Dividenden seine künftige Rente aufbessern. Und eine alleinerziehende Mutter kann ein Juniordepot eröffnen und 15 Aktien des Sportartikelherstellers Nike kaufen, um ihr Kind am weltweiten Fitness- und Gesundheitsboom teilhaben zu lassen und ihm einen guten Start ins Erwachsenenleben zu ermöglichen. Diese Investitionsbeispiele erfordern nicht mehr als eine Sparleistung zwischen 600 und 700 Euro und etwas persönliche Überwindung. 

Aktien bieten Dir, mir und allen anderen Anlegern die gleichen Chancen auf Vermögenszuwachs. Das ist fair. Das ist sozial gerecht. Alles andere ist Eigenverantwortung.

Montag, 9. Oktober 2017

Dividendeneinnahmen im August und September 2017

Nachfolgend veröffentliche ich die Listen meiner Dividendeneinnahmen nach Steuerabzug in den letzten beiden Monaten:

August 2017:

Wertpapiername    Dividende
ABBOTT LABS16,62 €
AT+T INC.30,55 €
CVS HEALTH CORP.15,57 €
GENERAL MILLS 21,39 €
KONINKIJIKE DSM21,44 €
MAIN STREET CAP.11,62 €
PROCTER+GAMBLE      30,24 €
REALTY INCOME13,26 €
VERESEN INC.8,29 €
VODAFONE GRP PLC71,28 €
Summe    240,26 €

September 2017:

WertpapiernameDividende
APA GROUP55,72 €
BHP BILLITON PLC53,49 €
BROOKFIELD INF.83,14 €
CHEVRON CORP. 33,15 €
COMMONWEALTH BK.77,09 €
CON. EDISON21,33 €
COTY INC.23,23 €
ELI LILLY   15,92 €
FORTIS INC.19,93 €
HERSHEY CO.12,18 €
IMPERIAL BRANDS PLC10,56 €
INTL. BUS. MACHINES 46,05 €
JOHNSON+JOHNSON25,80 €
MAIN STREET CAP.11,43 €
MCDONALDS CORP.28,88 €
MICROSOFT CORP.  16,91 €
REALTY INCOME13,08 €
RECKITT BENCK. GRP27,15 €
ROYAL DUTCH SHELL A87,53 €
SSE PLC 104,44 €
STELLA-JONES INC.8,27 €
UNILEVER CVA39,74 €
UTD. TECHNOLOGIES21,50 €
VECTOR GROUP LTD       57,79 €
VERESEN INC.8,34 €
WAL-MART STRS15,84 €
Summe918,49 €

Zur Zeit komme ich kaum dazu, die Dividendeneinnahmen regelmäßig in meine Übersichtstabelle einzutragen. Es sind aber auch so viele einzelne Zahlungen! Nachdem ich es nun endlich geschafft habe, die Dividenden von August und September zusammenzutragen, veröffentliche ich heute verspätet die Listen beider Monate. 

Im September machen sich die Nachkäufe von IBM, Shell und SSE bemerkbar und schieben meine monatlichen Einnahmen zum zweiten Mal im Jahr 2017 auf über 900 Euro. Der Wert steht für mich aber noch unter Vorbehalt, denn meine Depotbank hat dieses Mal seltsamerweise die jährliche Stockdividende der Vector Group Ltd. (874420) nicht besteuert. Das Unternehmen schüttet seit 19 Jahren in Folge eine Stockdividende von 5% des Aktienbestandes aus. Der monetäre Gegenwert der gutgeschriebenen Aktien wurde im letzten Jahr mit der Abgeltungssteuer belastet, was insgesamt zu einer "negativen Dividende" führte. Ich bin gespannt, ob die ING-DiBa das noch nachholt. Kann möglicherweise sonst noch jemand von Erfahrungen mit der Besteuerung der Stockdividende von Vector Group berichten? 

Ansonsten bin ich mit der Entwicklung der Dividenden sehr zufrieden. Nach heutigem Stand hat mir mein Aktienportfolio von Januar bis September 2017 insgesamt Dividendeneinnahmen von 5.070,41 Euro netto gebracht. Auf meiner Seite Dividendeneinnahmen ist eine Übersicht aller Dividenden seit dem Jahr 2008 veröffentlicht. 

Donnerstag, 5. Oktober 2017

APA Group und andere Hochdividendenwerte

Die APA Group (577578) ist der größte Pipelinebetreiber Australiens. Das Unternehmen besitzt und betreibt ein 15.000 km langes Pipelinenetz, mit dem es die Hälfte der australischen Erdgasversorgung sicherstellt. Dazu kommen Einrichtungen zur Lagerung und Verarbeitung von Erdgas, Gaskraftwerke sowie Solar- und Windparks. Insgesamt 1.600 Beschäftigte kümmern sich um APA's Infrastrukturanlagen im Wert von 20 Mrd. AUD.

Im Prinzip ist die APA Group ein langweiliger Energieversorger und damit ein typischer Hochdividendenwert. Erst wird viel Geld in die Infrastruktur investiert. Dann folgt durch den Abschluss langfristiger Nutzungs- und Lieferverträge ein sicher planbarer Strom an Einnahmen. Davon wird ein großer Teil an die Anteilsinhaber ausgeschüttet. Ich halte seit 2013 eine kleine Position APA-Aktien, die ca. 1,5% meines Portfolios ausmachen. Die Dividendenrendite beträgt pro Jahr (in Euro umgerechnet und nach Steuern) rund 5% des investierten Kapitals.

Eine Besonderheit der APA Group ist die Konstruktion als "Stapled Security". Darunter ist eine nur in Australien verbreitete Wertpapierklasse zu verstehen, in der mehrere verschiedene Unternehmen sozusagen "gestapelt" und in einem einzigen Anteilsschein gebündelt an der Börse gehandelt werden. Hinter APA stehen folgende Unternehmen:
  • Australian Pipeline Trust (APT): Der APT hält und managt die Vermögenswerte des Unternehmens, also die Infrastrukturanlagen sowie Kapitalanteile an Investments im Energiebereich. 
  • APT Investment Trust (APTIT): Ein Investitions- und Finanzierungsvehikel für die APA Group. Als "Pass-through-Trust" leitet APTIT alle Einnahmen aus Energieinvestments an die Anteilseigner weiter. 
  • Australian Pipeline Limited: Die für die beiden Trusts verantwortlich handelnde Aktiengesellschaft. Zu 100% im Besitz der APT Pipelines Limited. 
  • APT Pipelines Limited: Die Aktiengesellschaft für die Finanzierung der Vermögenswerte und das operative Geschäft der APA Group. Zu 100% im Besitz des APT. 
Graphisch sieht das Konstrukt so aus:
(Quelle: Präsentation der Finanzergebnisse der APA Group zum Abschluss des Geschäftsjahres am 30.06.2017)

Auf die Konstruktion der APA Group als Stapled Security bin ich erst durch das im März 2017 erschienene Buch "Bargeld statt Buchgewinn - Mit Hochdividendenwerten zum passiven Monatseinkommen" aufmerksam geworden. Darin beschreibt der Autor Luis Pazos eine Reihe auch weniger bekannter Anlagemöglichkeiten zur Erzielung überdurchschnittlich hoher laufender Erträge.

Ein Blick auf die Entwicklung einiger Finanzkennzahlen von APA in den vergangenen zehn Jahren (Geschäftsjahre 2008 bis 2017) verdeutlicht die Qualität dieser Dividendenaktie:

Samstag, 16. September 2017

Shell und IBM jetzt größte Investitionen

Jeder Aktieninvestor erzählt gerne von steigenden Dividendeneinnahmen und guten Renditen. Aber nicht jede Investition entwickelt sich so wie beim Kauf angenommen. Rückschläge gehören zu den Erfahrungen als Aktionär dazu. So geht es mir mit einer der fünf Aktien, die ich in den Sommermonaten nachgekauft habe: 

Beim Parfüm- und Kosmetikhersteller Coty Inc. A (A1WY6X) wollte ich die Unsicherheiten über die weitere Entwicklung des Unternehmens nach dem Zukauf eines großen Portfolios an Beauty-Marken von Procter & Gamble ausnutzen. Deshalb habe ich meine Position nach dem Erstkauf im Frühjahr zu einem vermeintlich guten Aktienkurs deutlich ausgebaut. Leider zu früh, wie sich nach Bekanntgabe des letzten Quartalsergebnisses Ende August und dem darauf folgenden Kurssturz herausgestellt hat. Coty konnte gerade mal eine schwarze Null erwirtschaften, wegen unerwartet aufgetretener Kosten im Zusammenhang mit dem Zukauf. Diese Begründung weckt Zweifel am Management. Schließlich sollte man sich über die Folgen klar sein, bevor man einen Vertrag unterschreibt. Unverständlich sind für mich auch die Insiderkäufe in den Monaten zuvor. Wusste die Unternehmensführung gar nicht, welche Probleme sich abzeichnen? Oder wurden diese intern nicht kommuniziert? Dazu kommt noch die Aussage, dass der Handel weniger Regalfläche für einige Coty-Produkte bereitstellt. Das verheißt nichts Gutes für die künftigen Verkaufszahlen. Insgesamt scheint Procter & Gamble mit dem Verkauf der Marken den deutlich besseren Deal gemacht zu haben. Die Erfahrung mit Coty wird mir eine Lehre sein, mich wieder strikter an meinen ursprünglichen Kaufkriterien zu orientieren und nur in Unternehmen zu investieren, die eine stabile Dividendenhistorie von mindestens 10 Jahren vorweisen können.

Überzeugender und aktionärsfreundlicher agiert das Management von Gentex Corp. (868891), meinem zweiten Nachkauf. Der Hersteller von dimmbaren Spiegeln, Kameras und anderen elektrooptischen Geräten für die Automobil- und Luftfahrtindustrie hat ein neues Aktienrückkaufprogramm aufgelegt. Bei Aktienkursen um das 52-Wochen-Tief eine sehr vernünftige Maßnahme der Kapitalverwendung. Gentex bleibt mein bevorzugtes Auto-Investment.

Aufgestockt habe ich auch meine Anteile am IT-Dienstleister IBM Corp. (851399). Seit sich Warren Buffett kritisch zu den Aussichten von IBM geäußert und Teile seines Investments abgebaut hat, ist die Aktie bei vielen Anlegern noch unbeliebter als sie es vorher schon war. Die Erwartungen an das Unternehmen sind so gering, dass es nur noch zu einem 11er KGV gehandelt wird und eine Dividendenrendite von über 4% bietet. Für mich eine Überreaktion des Marktes, denn IBM ist seit mehr als 100 Jahren an der Börse notiert und immer noch eine Geldmaschine. Ich habe antizyklisch zugegriffen.

Donnerstag, 24. August 2017

Rendite ist relativ

Ich lege nicht viel Wert darauf, die Rendite meines Dividendendepots mit der Entwicklung eines Aktienindex zu vergleichen oder an einer anderen Benchmark zu messen. Denn es ist nicht das Ziel meiner Anlagestrategie, eine bestimmte Rendite zu erzielen. Mein Ziel ist es, ein ausreichendes, verlässliches und steigendes Zusatzeinkommen aus Dividendenzahlungen zu generieren. Mit diesen Dividendeneinnahmen möchte ich einen möglichst großen Teil der jeden Monat unvermeidlich anfallenden Lebenshaltungskosten, wie Wohnungsmiete, Stromversorgung, Internetanschluss und Krankenversicherung, abdecken. So entstehen mit der Zeit mehr finanzielle Spielräume für die Dinge, die eine höhere Lebensqualität für mich bedeuten, wie Reisen, Hobbies oder auch eine Reduzierung der Arbeitszeit.

Trotzdem scheue ich mich nicht, meine Portfoliorendite zu veröffentlichen, um einen Vergleich zu ermöglichen, beispielweise mit dem MSCI World Index, ETF-Depots oder anderen Einzelaktienportfolios. Transparenz wird heutzutage in allen Bereichen eingefordert, selbst von privaten Finanzbloggern. Ich kann verstehen, dass die Entwicklung der monatlichen Dividendeneinnahmen für Blogleser allein noch nicht ausreicht, um den Erfolg meiner Anlagestrategie beurteilen zu können. Deshalb bin ich dem Aufruf auf Stefans Börsenblog zur Blogparade gefolgt und habe den internen Zinsfuß meines Aktiendepots berechnet. Die Methode zur Ermittlung dieser wertgewichteten Jahresrendite des Anlagekapitals mit Hilfe von Excel habe ich auch schon bei meinem gut verzinsten alten Sparplan genutzt.

Da ich meinen Depotstand zum 25.08.2015 nicht mehr genau nachvollziehen konnte, bin ich mit dem 31.12.2015 gestartet. Bis zum vorgegebenen Enddatum 20.08.2017 sind 39 Aktienkäufe angefallen. Puh, das sind mehr als ich dachte. Dagegen gab es in diesem Zeitraum nur zwei Verkäufe: Das waren South32 Ltd. (ein Spin-Off des Bergbaukonzerns BHP Billiton) und HCP Inc., ein Immobilien-REIT, von dem ich mich glücklicherweise vor einer Dividendenkürzung getrennt habe. Schließlich waren noch die Dividendenzahlungen aufzulisten, wobei ich auf zwei Probleme gestoßen bin. Erstens ist mir unklar, wie eine Stockdividende zu werten ist. So bekomme ich jährlich neue Aktien vom Tabakkonzern Vector Group eingebucht und dabei reduziert sich mein durchschnittlicher Einstandskurs. Und zweitens werden die Dividenden von Realty Income einmal im Jahr rückwirkend korrigiert und neu gutgeschrieben. In der Annahme, dass sich diese Vorgänge nur relativ geringfügig auf die Gesamtrendite auswirken, habe ich sie einfach ignoriert. Mit dieser gewissen Unschärfe beträgt die Rendite meines Aktiendepots 8,16%. Ohne Dividenden wären es nur 4,79% gewesen.

Wirklich aussagekräftig finde ich diese Rendite allerdings nicht, denn abgesehen von den Unsicherheiten bei der Berechnung ist der Zeitraum von nicht einmal zwei Jahren für langfristig orientierte Anleger viel zu kurz. Um die Rendite über eine längere Investitionsphase zu ermitteln, ohne ewig lange Excel-Listen schreiben zu müssen, habe ich die Finanzplattform Rentablo ausprobiert. Die Plattform bietet eine kostenlose onlinebasierte Software zur Finanz- und Depotverwaltung mit Analyse-Tools an. Besonders praktisch finde ich den Konten-Import: Alle Giro- und Sparkonten, Wertpapierdepots, Kreditkarten etc., die online geführt werden, lassen sich auf Rentablo zusammenfassen und synchronisieren. Das klappt bei mir sehr gut (auf den vertraulichen Umgang mit meinen Daten vertraue ich einfach mal). Allerdings kann das System frühere Transaktionen, die bei der Bank schon archiviert sind (zum Beispiel mehrere Jahre zurückliegende Aktienkäufe) nicht auslesen, so dass man auch hier um eine manuelle Nachbearbeitung nicht herumkommt. Nachdem das erledigt ist, ergibt die Berechnung der Depotrendite folgendes überraschende Bild:

Sonntag, 6. August 2017

Dividendeneinnahmen im Juli 2017

Nachfolgend veröffentliche ich die Liste meiner Dividendeneinnahmen nach Steuerabzug im Juli 2017:

Wertpapiername Dividende
ALTRIA GRP INC. 39,52 €
BK NOVA SCOTIA 30,47 €
COCA-COLA CO. 24,03 €
GLAXOSMITHKLINE 46,58 €
MAIN STREET CAP. 11,80 €
NIKE INC. 11,69 €
REALTY INCOME 13,67 €
VERESEN INC. 8,38 €
W.P. CAREY INC. 32,28 €
Summe 218,42 €

Starkes Wachstum auf niedrigem Niveau, das ist wohl die passende Beschreibung für die Dividendeneinnahmen in diesem Monat. 39,6% mehr als im Juli des Vorjahres hören sich beeindruckend an. Absolut entspricht das aber letztlich nur 61,96 Euro. Und die 218,42 Euro sind mein bislang niedrigstes Dividendenergebnis im Jahr 2017. Immerhin, die Richtung stimmt.

Was sich bei meinen Dividenden auch bemerkbar macht, ist das schwache britische Pfund. So fällt die Quartalsdividende von Glaxosmithkline in Euro gerechnet gleich um 20% geringer aus als noch vor drei Monaten. Dennoch werde ich an Glaxosmithkline festhalten. Ich tendiere sogar dazu, die Phase der Unsicherheit aufgrund des Brexit zu nutzen und in nächster Zeit gezielt meine Dividendenaktien aus Großbritannien aufzustocken. Zum Beispiel erscheinen mir Imperial Brands und SSE nach Kursverlusten in den vergangenen Monaten aktuell recht attraktiv bewertet zu sein.

Insgesamt hat mir mein Aktienportfolio von Januar bis Juli 2017 Dividendeneinnahmen von 3.911,66 Euro netto gebracht. Auf meiner Seite Dividendeneinnahmen ist eine Übersicht aller Dividenden seit dem Jahr 2008 veröffentlicht.

Montag, 31. Juli 2017

Jetzt Autoaktien kaufen?

Horrormeldungen an der Börse gibt es immer wieder. Ein schwerer Unfall in einer Produktionsanlage. Ein Großkunde springt unerwartet ab. Ein Skandal mit verunreinigten Lebensmitteln. Irgendwann erwischt es jedes Unternehmen, ob groß oder klein, verschuldet oder unverschuldet. Besonders viele Hiobsbotschaften liefert zur Zeit die Autoindustrie. Diesel-Skandal, Kartellvorwürfe, Ende des Verbrennungsmotors - die deutschen Autohersteller samt Zulieferer scheinen kurz vor dem Untergang zu stehen. Ich investiere ja gerne mal gegen den Strom und kaufe Aktien, die gerade nicht in Mode sind. Ist der Pessimismus bei den Autoaktien also eine gute Kaufgelegenheit?

Ausgangspunkt meiner Anlageentscheidungen ist immer das Geschäftsmodell eines Unternehmens. Und da können Skandale etwas Wunderbares sein. Aber nur, wenn das eigentliche Geschäft der Firma unberührt weiter geht. Wenn im Großen und Ganzen kein finanzieller Schaden entstanden ist. Zum Beispiel bei aufgebauschten Buchhaltungsskandalen. Da bestehen vielleicht Zweifel an Bewertungen, Zuordnungen und Buchungen in der Bilanz. Das Vertrauen in das Management ist angekratzt. Ein Short-Spekulant steigt ein. Wie jüngst bei Aurelius. Der folgende Kurseinbruch an der Börse reißt vorhandene Stop-Loss-Orders und drückt die Aktie weiter nach unten. In der Realität ist aber gar nichts passiert. Das Unternehmen arbeitet weiter. Die Verkaufspreise der Produkte bleiben unverändert. Und die Kunden sind von der Sache nicht tangiert. So eine Situation kann für einen unabhängig denkenden Investor mit ausreichend liquiden Mitteln eine großartige Einstiegschance sein. Handelt es sich bei den Vorgängen rund um die Autohersteller nun um eine beherrschbare Krise, eine vorübergehende Beschädigung des guten Rufs, oder um einen tiefgreifenden Einschlag in das Geschäftsmodell der Unternehmen?

Ganz ehrlich: Ich traue ich mir eine solche nüchterne Abwägung im Fall der Autokonzerne nicht zu. Es kommt einfach zu viel zusammen. Vermutlich lassen sich das Abgasproblem technisch lösen und der Kartellverdacht rechtlich ausräumen. Aber wie lange das dauern und wie viel das die Unternehmen kosten wird, vermag ich nicht zu beurteilen. Ich gehe von hohen Sanktionen aus, die auf die Konzerne zukommen werden, auch weil sich offensichtlich einige wahlkämpfende Politiker als vermeintliche Verbraucherschützer profilieren wollen. Zudem belasten die anhaltenden Diskussionen das Image der Automarken und könnten sich weltweit negativ auf die Verkaufszahlen auswirken. Und welcher Hersteller sich mit welcher Motortechnologie auf Dauer durchsetzen wird, halte ich für völlig unvorhersehbar. Ich persönlich habe seit ein paar Jahren gar kein eigenes Auto mehr. Selbst wenn Untergangsmeldungen überzogen erscheinen: Die Autohersteller können nicht einfach so weitermachen wie bisher. Einen besonders schlechten Eindruck hinterlässt auf mich wie üblich Volkswagen. Da tauschen Vorstand, Aufsichtsrat und Betriebsrat ihre Standpunkte öffentlich aus. Ich bin schon seit längerer Zeit der Meinung, dass dieser Konzern nicht mehr führbar ist und sich von einigen Automarken trennen sollte, um Werte für die Aktionäre zu heben.

Bei klassischen deutschen Autoaktien sage ich jedenfalls: Finger weg! Trotzdem lohnt es sich, die gesamte Automobilbranche genauer anzuschauen. Da gibt es immer noch wahre Perlen. So habe ich als 51. Unternehmen meines Aktienportfolios einen amerikanischen Zulieferer gekauft: 

Sonntag, 9. Juli 2017

Dividendeneinnahmen im Juni 2017

Nachfolgend veröffentliche ich die Liste meiner Dividendeneinnahmen nach Steuerabzug im Juni 2017:

WertpapiernameDividende
ADMIRAL GRP 42,40 €
AURELIUS EQ. OPP. 288,73 €
BROOKFIELD INFRASTR. 82,30 €
CHEVRON CORP. 35,47 €
CON. EDISON  22,80 €
COTY INC. 12,34 €
ELI LILLY 17,04 €
FORTIS INC. 20,01 €
HERSHEY CO. 12,27 €
IMPERIAL BRANDS 10,62 €
INTL BUS. MACH. 19,71 €
JOHNSON+JOHNSON 27,60 €
MAIN STREET CAP. 30,37 €
MCDONALDS CORP. 30,92 €
MICROSOFT CORP. 17,91 €
REALTY INC. CORP. 13,94 €
ROYAL DUTCH SHELL 61,97 €
STELLA-JONES INC. 8,18 €
UNILEVER CVA 39,74 €
UTD TECHN. 21,67 €
VECTOR GRP 59,60 €
VERESEN INC. 8,32 €
WAL-MART STRS 16,73 €
Summe                     900,64 €

Gleich zwei Rekorde kann ich für den Monat Juni verbuchen: 

1) Die Beteiligungsfirma Aurelius hat mir die höchste Einzeldividende gezahlt, die ich jemals aus einer Aktieninvestition erhalten habe. Die Dividendenrendite zu meinem Kaufkurs beträgt 6,5% netto. Schon beim Einstieg war klar, dass Aurelius kein ganz risikoloses Investment ist. Gewinne erzielt Aurelius vor allem dann, wenn sie die übernommenen Beteiligungen erfolgreich sanieren und teurer verkaufen können. Davon hängt dann auch die Gesamthöhe der Dividendenausschüttung ab, die sich 2017 aus einer Basisdividende von 1 EUR und einer Partizipationsdividende von 3 EUR zusammensetzt. Das Geschäftsmodell unterscheidet sich deutlich von anderen Aktien meines Depots und bringt dadurch eine schöne Streuung. Das Risiko erscheint mir bei einer aktuellen Gewichtung von 2,25% meines Depotwerts tragbar, sollte aber nicht wesentlich höher werden. Deshalb ist Aurelius für mich eine gute Halteposition.

2) Zum ersten Mal steigen meine monatlichen Dividendeneinnahmen auf über 900 EUR. Dafür musste ich zwar eine Weile warten, denn die Dividende von Brookfield Infrastructure wurde dieses Mal erst 7 Tage nach dem Dividendenzahltag 30. Juni auf mein Konto gebucht. Und das auch noch in 6 einzelnen Tranchen. Ärgerlich, aber am Valutadatum der Abrechnungen erkenne ich, dass die Bank die gesamte Dividende am Zahltag gutgeschrieben hat. Somit zählt diese Einnahme noch zum Juni und bringt mich in dem Monat auf eine neue Rekordsumme. Gegenüber dem Vorjahresmonat sind meine Dividendeneinnahmen um 201,16 EUR bzw. 28,7% gewachsen. Mit der Entwicklung bin ich hochzufrieden. Die gehypten FANG-Aktien interessieren mich nicht. Ich werde Kurs halten und weiterhin werthaltige Dividendenaktien kaufen.

Samstag, 1. Juli 2017

Mein Dividendendepot im Juni 2017

Nachfolgend veröffentliche ich die Liste meiner Dividendenaktien mit ihrem Depotanteil zu den Schlusskursen in EUR vom 30. Juni 2017.


Wertpapiername Gewichtung
BROOKFIELD INFRASTRUCTURE 3,83%
NESTLE S.A. 3,66%
UNILEVER CVA 3,47%
MCDONALDS CORP. 3,22%
ALTRIA GRP 3,13%
SIEMENS AG 2,88%
JOHNSON + JOHNSON 2,78%
GLAXOSMITHKLINE 2,72%
UTD TECHN. 2,56%
PROCTER GAMBLE 2,56%
SES S.A. 2,45%
NIKE INC. 2,43%
REALTY INC. CORP. 2,32%
AURELIUS EQ.OPP. 2,25%
BAYWA AG 2,23%
ROYAL DUTCH SHELL A 2,23%
CHEVRON CORP. 2,18%
ROCHE HLDG AG INH. 2,17%
STELLA-JONES INC. 2,14%
RECKITT BENCK.GRP 2,14%
VECTOR GRP LTD 2,06%
ABBOTT LABS 2,05%
MICROSOFT 2,03%
BK NOVA SCOTIA 2,00%
BASF SE 1,95%
COCA-COLA CO. 1,89%
COMMONW.BK AUSTR. 1,86%
UTD INTERNET AG 1,84%
ELI LILLY 1,73%
CON. EDISON 1,70%
MUENCH.RUECKVERS. 1,69%
CVS HEALTH CORP. 1,68%
GENERAL MILLS 1,62%
MAIN STREET CAP. 1,61%
WAL-MART STRS 1,59%
LINDE AG 1,59%
AT + T INC. 1,58%
KONINKLIJKE DSM 1,52%
FORTIS INC. 1,47%
APA GROUP 1,45%
W.P. CAREY INC. 1,38%
HERSHEY CO. 1,36%
INTL BUS. MACH. 1,29%
BHP BILLITON 1,28%
VODAFONE GROUP PLC 1,20%
COTY INC. 1,18%
VERESEN INC. 1,18%
ADMIRAL GROUP PLC 1,08%
IMPERIAL BRANDS PLC 0,95%
SSE PLC 0,81%

Ich plane drei bis vier Investitionen im Monat Juli. Voraussichtlich wird ein neues Unternehmen ins Depot kommen. Sonst möchte ich vor allem solche Dividendenwerte, deren Kurse zuletzt nachgegeben haben, aufstocken.

Diese Liste ist keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Aktien. Viele der Unternehmen habe ich zu niedrigeren als den aktuellen Kursen erworben. Das Jahr des erstmaligen Kaufs, der durchschnittliche Einstandskurs und die Kursentwicklung sind auf meiner Seite Aktienportfolio veröffentlicht.

Viel Erfolg beim Investieren in Dividendenaktien.