Mittwoch, 25. Januar 2017

Kaufkurse bei Stella-Jones?

Stella-Jones Inc. (891500) gab am 13. Januar 2017 vorläufige Zahlen für das abgelaufene 4. Quartal 2016 bekannt. Der Umsatz wird bei 340 bis 342 Mio. CAD erwartet, verglichen mit 357,5 Mio. CAD im Vorjahresquartal. Das Betriebsergebnis lag zwischen 27 und 29 Mio. CAD, gegenüber 48,3 Mio. CAD vor einem Jahr. Die Mitteilung ließ die Investoren in Scharen fliehen und schickte den Aktienkurs in der Spitze um 11% nach unten, auf ein 52-Wochen-Tief von 37,17 CAD. Ich habe mich deshalb gefragt, ob das ein Warnsignal für schlechtere Aussichten des Unternehmens oder eher eine gute Kaufgelegenheit für diesen Dividendenwachstumswert sein könnte.

Was genau passiert ist:
In manchen Medien war von einer Gewinnwarnung die Rede. Diese Aussage führt jedoch in die Irre. Stella-Jones hat lediglich mitgeteilt, dass Umsatz und Ergebnis in diesem Quartal niedriger ausfallen werden als im selben Quartal des Vorjahres. Den Grund kann man auch in der Mitteilung nachlesen: Ein schwächere Nachfrage nach Eisenbahnschwellen am Jahresende. Dies hatte das Unternehmen bereits bei der Vorstellung der Ergebnisse des 3. Quartals 2016 vorhergesagt, und zwar weil die Nachfrage in der ersten Jahreshälfte schon sehr stark war. Und trotz der Schwäche im 4. Quartal wird der Jahresumsatz 2016 voraussichtlich 1,84 Mrd. CAD und damit 18% höher ausfallen als im Jahr zuvor. Das Betriebsergebnis soll mindestens 232 Mio. CAD betragen, ein Wachstum von 5,4% im Vergleich zum Vorjahr.

Kein Grund zur Panik!
Stella-Jones kauft Rohholz und verarbeitet dieses zu Eisenbahnschwellen, Leitungsmasten und Bauholz. Einfache und langweilige Produkte, die man aller Voraussicht nach auch in zehn Jahren noch brauchen wird. Und einträglich ist das Geschäftsmodell ebenfalls, denn über 75% der Erlöse erzielt Stella-Jones mit regelmäßig wiederkehrenden Aufträgen der Bahngesellschaften und Netzbetreiber für den Erhalt der Infrastruktur. Daran hat sich im letzten Quartal nichts Grundlegendes geändert. Dass die Bestellungen der Kunden im Jahresverlauf schwanken können, klingt plausibel und ist kein Grund zur Sorge. Zudem gewinnt Stella-Jones durch kluge Übernahmen stetig Marktanteile hinzu und kann allein schon dadurch Umsätze und Gewinne steigern. Hier habe ich mehr über das Unternehmen geschrieben.

Jetzt investieren oder abwarten?
Aktuell wird die Aktie bei ca. 38,50 CAD gehandelt. Die endgültigen Zahlen für 2016 werden am 17. März bekannt gegeben. Bei einem zurückhaltend geschätzten Gewinn je Aktie von 2,20 CAD beträgt das KGV 17,5. Betrachtet man die Werte der vergangenen Dekade, ist dies weder besonders teuer noch auffallend günstig. Wer also in ein gut geführtes Unternehmen mit einem stabilen Geschäftsmodell und nachhaltig finanzierten  Dividendenzahlungen investieren will, kann Stella-Jones jetzt für einen angemessenen Preis erwerben. Ich selbst möchte den Sektor Roh- und Grundstoffe im Portfolio nach der Analyse meiner Dividendeneinnahmen nicht unbedingt weiter ausweiten. Bevor ich über einen möglichen Nachkauf von Stella-Jones nachdenke, werde ich zumindest noch attraktivere Kurse abwarten.

Sonntag, 15. Januar 2017

Das Beste kommt noch


Nach fünf Neuzugängen im Aktienportfolio (Abbott Labs, Fortis, Linde, Nike und Stella Jones), zwei Verkäufen (HCP und South32) und Investitionen von insgesamt 36.158,64 EUR im Jahr 2016 ist es Zeit, eine Bilanz zu ziehen und nach vorne zu blicken. Zunächst veröffentliche ich wie üblich die Liste meiner Dividendeneinnahmen nach Steuerabzug im Dezember 2016:


Wertpapiername
Dividende
BROOKFIELD INFR.
79,09 €
CHEVRON CORP.
37,50 €
COCA-COLA CO.
24,64 €
CONSOLIDATED ED.
23,57 €
FORTIS INC.
10,38 €
HERSHEY CO.
13,06 €
IMP. BRANDS PLC
22,85 €
INTL BUS. MACH.
19,45 €
JOHNSON+JOHNSON
27,36 €
LILLY (ELI)
17,69 €
MAIN STREET CAP.CP.
32,20 €
MCDONALDS CORP.
33,08 €
MICROSOFT
18,64 €
REALTY INC. CORP.
14,23 €
ROYAL DUTCH SHELL
65,21 €
STELLA-JONES INC.
5,30 €
UNILEVER CVA
23,65 €
UTD TECHN.
22,92 €
VECTOR GRP LTD
64,97 €
VERESEN INC.
8,72 €

564,51 €


Mit der Dezemberzahlung hat mir mein Aktienportfolio im Jahr 2016 Dividendeneinnahmen von insgesamt 4.591,26 EUR netto gebracht. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet dies eine Steigerung um 799,60 EUR bzw. 21%. Dieses Ergebnis finde ich höchst zufriedenstellend und begeistert mich einmal mehr für die Dividendenstrategie.

Nehmen wir die Dividendeneinnahmen etwas genauer unter die Lupe. Wenn man sich die Verteilung der Dividenden 2016 über die Monate ansieht, dann besteht noch Optimierungspotenzial. Es bietet sich womöglich an, doch noch einen Quartalszahler mit einem Zahlungsrhythmus in den Monaten Februar, Mai, August und November ins Depot zu holen.


Dagegen hat sich die Diversifizierung der Dividendeneinnahmen nach Herkunftsländern im Jahr 2016 leicht verbessert. Zwar liegen US-Aktien immer noch mit weitem Abstand vorne, aber der Anteil ist von 50% im Jahr 2015 auf 45% gefallen. Einen Rückgang gibt es auch auf Platz 2, beim britischen Anteil von 20% auf 18%. Dafür haben meine Dividenden aus Deutschland um 4%-Punkte zugelegt, geringfügig auch die Bermudas und Kanada. Ich möchte die Streuung der Dividenden nach Ländern unter Risikogesichtspunkten weiter im Auge behalten und in Zukunft eventuell noch ein weiteres Land dazu nehmen.


Donnerstag, 5. Januar 2017

Drei Anlagethesen für 2017

Prognosen sind schwierig, vor allem wenn sie die Zukunft betreffen. Dieses geflügelte Wort gilt auch für die vielen Vorhersagen und Anlagetipps, die nun zu Beginn des Jahres 2017 verbreitet werden. Als rational und selbständig handelnder Investor folge ich ohnehin nicht blind irgendwelchen Empfehlungen. Ich versuche stattdessen, die realen Entwicklungen in meinem Umfeld zu beobachten, zu verstehen und auf dieser Basis klare Thesen für mögliche Aktieninvestitionen aufzustellen. Und hier sind sie, meine drei Anlagethesen für 2017 - persönlich, teils provozierend und ein bisschen politisch:

Die Sicherheitsbranche steht vor goldenen Zeiten.
Krisenherde und Flüchtlingsströme auf der ganzen Welt, Terroranschläge im eigenen Land, dazu noch die - milde ausgedrückt - unüberlegte Politik der Bundesregierung: Ich fühle mich nicht mehr sicher. So geht es wahrscheinlich vielen Menschen in Deutschland und Europa. Aber auch Unternehmen und staatliche Behörden dürften sich mit der Gefährdungslage und ihren Folgen beschäftigen. Insgesamt ist daher anzunehmen, dass schnell und viel Geld in Maßnahmen zur Bewahrung von Sicherheit und Ordnung fließen wird. Davon profitieren zum Beispiel die Hersteller von Waffen, geschützten Fahrzeugen und Uniformen ebenso wie Wach- und Sicherheitsdienstleister. Lohnen könnte sich eine Investition in Assa Abloy AB (A14TVM), einen weltweit führenden Produzenten von Sicherheitstüren und Schließsystemen aus Schweden. Interessant erscheint auch die Aktie des deutschen Technologiekonzerns Jenoptik (622910), der Laser-Entfernungsmesser und Wärmebildkameras für Polizei und Grenzschutz liefert. Und eine Empfehlung aus dem Vorjahr, das IT- und Beratungsunternehmen Accenture (A0YAQA), gilt immer noch, oder besser gesagt jetzt erst recht. Denn die vielen sicherheitsrelevanten Informationen müssen schließlich erfasst und ausgewertet, die entsprechenden Prozesse strukturiert und dokumentiert werden.