Dienstag, 28. März 2017

Vier Geschäftsberichte, ein Kauf

Wie lese ich einen Geschäftsbericht? Und was muss in einem guten Geschäftsbericht drinstehen? Diesen Fragen bin ich in den letzten Wochen nachgegangen, weil ein Ausbau des IT-Sektors im Aktienportfolio auf meiner To-Do-Liste für dieses Jahr steht. Das ist leichter gesagt als getan. Denn ehrlich gesagt interessieren mich IT-Dinge überhaupt nicht, wie man am bescheidenen Design dieses Blogs unschwer erkennen kann. Und von IT-Firmen und deren Geschäftsmodellen verstehe ich wenig. Deshalb habe ich beschlossen, ein paar Geschäftsberichte zu lesen, um die IT-Aktie zu finden, die zu mir und meinem Depot passt.

Bei der Auswahl der Kaufkandidaten leistet mir der Aktienfinder gute Dienste. Nach einer einfachen Suche von IT-Unternehmen mit wachsenden Gewinnen und Dividenden über zehn Jahre hinweg landen Accenture, Bechtle, SAP und United Internet auf meiner Liste zur weiteren Recherche. Zugegeben, bei United Internet bin ich etwas großzügiger: Die Dividende ist im Jahr 2009 einmal ausgefallen, wurde dafür aber ein Jahr später als Bonus nachgezahlt.

Ich lade die vier aktuellsten Geschäftsberichte von den Unternehmenswebseiten herunter und überlege, wie ich die Sache angehen soll. Charlie Munger sagte einmal, dass die meisten Menschen versuchen, besonders clever zu sein, während er nur versuche, keine dummen Entscheidungen zu treffen. Sinngemäß verstehe ich diesen klugen Ratschlag so: Ich muss nicht jeden Geschäftsbericht intensiv durcharbeiten und zum IT-Experten werden. Es genügt vollkommen, die Unternehmen auszusortieren, die es nicht schaffen, ihr Geschäftsmodell so einfach zu beschreiben, dass ich es mit meinem gesunden Menschenverstand nachvollziehen kann.

Ich konzentriere mich also zunächst auf den Textteil eines Geschäftsberichts und lese den Brief des Vorstandsvorsitzenden. Erstens erwarte ich, dass ich als Aktionär und somit Eigentümer des Unternehmens eindeutig angesprochen werde. Zweitens muss der Textteil eine klare und allgemein verständliche Darstellung des Geschäftsmodells des Unternehmens mit seinen Stärken und Schwächen enthalten. Nur wenn mir das gefällt, schaue ich drittens in den Finanzteil des Geschäftsberichts. Idealerweise finde ich dort eine Übersicht zur langfristigen Entwicklung der Finanzkennzahlen, am besten über zehn Jahre. Eigentlich keine besonders anspruchsvollen Kriterien, sollte man meinen. Aber wie sich herausstellt, beherrscht nicht jeder die Kunst der klaren Kommunikation:

Sonntag, 5. März 2017

Dividendeneinnahmen im Februar 2017

Nachfolgend veröffentliche ich die Liste meiner Dividendeneinnahmen nach Steuerabzug im Februar 2017:

WertpapiernameDividende
ABBOTT LABS 21,27 €
AT+T INC. 38,46 €
GENERAL MILLS 26,37 €
MAIN STREET CAP. 14,74 €
PROCTER GAMBLE 37,63 €
REALTY INC. CORP. 16,90 €
SIEMENS AG 180,00 €
VERESEN INC. 10,18 €

345,55 €

Im Wesentlichen hat die Dividendenzahlung von Siemens dafür gesorgt, dass meine Einnahmen im Februar um satte 188,71 EUR bzw. 120,3% höher ausgefallen sind als im entsprechenden Vorjahresmonat. Denn 2016 hatte Siemens schon im Januar gezahlt. Um einen realistischeren Eindruck von der Dividendenentwicklung zu bekommen, vergleiche ich die beiden Monate nochmal ohne diese Ausschüttung. Und siehe da, selbst mit bereinigten Dividendeneinnahmen von 165,55 EUR schneide ich immerhin noch um 8,71 EUR bzw. 5,5% besser ab als letztes Jahr. 

Das sieht ein wenig nach Zahlenspielerei aus, aber genau so machen es viele Aktiengesellschaften: Da werden einmalige oder angeblich außergewöhnliche Aufwendungen oder Erträge herausgerechnet, obwohl sie das Unternehmensergebnis ganz real beeinflussen. Und im Geschäftsbericht ist dann von den "adjusted earnings" die Rede, dem "bereinigten Gewinn". Diese Art der Rechnungslegung hat Warren Buffett in seinem aktuellen Aktionärsbrief von Berkshire Hathaway kritisiert. Ein Management, das sich regelmäßig so verhalte, mache Charlie und ihn nervös.
 
Das will ich natürlich nicht und deshalb weise ich auf meiner Dividendenseite ganz einfach und immer schon die Zahlungen aus, die jeden Monat netto auf meinem Konto eingehen. Das sind im Jahr 2017 bislang Dividendeneinnahmen von insgesamt 570,82 EUR gewesen. Außergewöhnliche Vorkommnisse? Keine. Das ist das Schöne an der Dividendenstrategie.