Dienstag, 30. Mai 2017

Coty bringt frischen Duft ins Depot

Coty Inc. (A) (A1QY6X) ist ein weltweit führender Parfüm- und Kosmetikkonzern. Das Unternehmen mit Sitz in New York produziert und vertreibt Düfte, Schönheits- und Pflegeprodukte für Haut und Haar. Zum Konzern gehören viele bekannte Marken wie Calvin Klein, Davidoff und Wella. Gegründet wurde das Unternehmen im Jahr 1904 vom französischen Parfümeur Francois Coty. Von 1963 bis 1992 gehörte Coty zum US-Pharmariesen Pfizer. Dann kaufte die Johann A. Benckiser GmbH den Parfümhersteller. Hinter Benckiser steht die deutsche Unternehmerfamilie Reimann, die Coty bis heute kontrolliert. Ein Teil der Coty-Aktien wurde 2013 an die Börse gebracht. 2015 übernahm Coty die Schönheitssparte von Procter & Gamble mit 44 Produktmarken. Dadurch katapultierte sich Coty auf Platz 3 der größten Beauty-Unternehmen der Welt, hinter L'Oréal und Estee Lauder.  

Eigentlich ist mein Depot mit Konsumgüteraktien wie Procter & Gamble, Reckitt Benckiser und Unilever schon gut bestückt. Dennoch habe ich jetzt auch eine erste Position in Coty aufgebaut. Denn solche Unternehmen mit einem einfachen und gut vorhersehbaren Geschäftsmodell fallen in meine persönliche Komfortzone. Dort schlage ich als Langfristanleger bevorzugt zu.

Die Finanzkennzahlen von Coty sind einigermaßen schwierig zu beurteilen, da sie durch die Fusion stark verzerrt werden. Das Management ist optimistisch und schätzt, den Gewinn auf 1,53 USD je Aktie im Jahr 2020 steigern zu können. Gegenüber 0,44 USD in 2016 wäre dies mehr als das Dreifache. Das würde auch genügend Spielraum für weitere Erhöhungen der Dividende eröffnen, die seit dem Börsengang 2013 bereits von 0,20 USD auf 0,50 USD gewachsen ist.

Klar ist, dass Coty meine üblichen Kaufkriterien einer positiven Gewinn- und Dividendenhistorie noch nicht erfüllen kann. Ich glaube aber, die aktuelle Umbruchsituation stellt eine gute Einstiegsgelegenheit dar. Denn viele Investoren halten sich wegen der Unsicherheiten im Zusammenhang mit den jüngsten Zukäufen von Coty zurück. Ein umsatz- und reichweitenstärkeres Markenportfolio und niedrigere Kosten durch Synergieeffekte im Konzern bieten jedoch große Wachstumschancen. Dazu kommt ein Top-Management mit Branchenerfahrung und hoher Eigenbeteiligung am Unternehmen.  

Die langfristigen Aussichten für Coty sind aus meiner Sicht hervorragend und ich möchte bei Kursrückschlägen weitere Aktien einsammeln.

Zwei weitere Aktien habe ich in den letzten Monaten aufgestockt und meine Einstandskurse verbilligt: SES S.A. (914933), der Satellitenbetreiber aus Luxemburg, der mir im April eine satte Dividende beschert hat. Und Stella-Jones Inc. (891500), der kanadische Hersteller von Eisenbahnschwellen und Leitungsmasten aus Holz. Hier habe ich einen erneuten Kurssturz zum Nachkauf genutzt.

Freitag, 19. Mai 2017

Die Börse ist wie Baseball



Keine Sportart finde ich so verwirrend wie Baseball. Vor ein paar Jahren habe ich einmal ein Match in den USA besucht. Gleich zu Beginn ermahnt mich ein Sitznachbar, ich solle gefälligst meine Kappe abnehmen, wenn die Nationalhymne gespielt wird. Die Nationalhymne bei einem gewöhnlichen Ligaspiel? Seltsam. Außerdem bin ich doch gar kein Amerikaner. Egal. Angestrengt versuche ich, dem Spielverlauf zu folgen.


Los geht's. Ein Pitcher will den Ball zu seinem Catcher werfen. Dazwischen steht allerdings der Batter mit seinem Schläger. Tatsächlich, er trifft! Ich klatsche. Mehrere Zuschauer drehen sich um und werfen mir kritische Blicke zu. Ups, das war wohl die gegnerische Mannschaft. Wie soll man sich hier aber auch auskennen? Schon das Spielfeld im Form eines Viertelkreises ist mir ein Rätsel. Und warum rennt der Spieler dort jetzt los und alle jubeln? Es ist doch gar nichts passiert. Na gut, wenn alle klatschen, dann mache ich es eben auch. So geht das stundenlang. Irgendwann gebe ich auf und verlasse entnervt das Stadion. Draußen gibt es ohnehin viel interessantere Dinge zu entdecken.


Im Grunde genommen geht es am Aktienmarkt genauso zu wie beim Baseball. 

Sonntag, 7. Mai 2017

Übernahme von Veresen

Pembina Pipeline Corp. (A1C563) wird den kleineren Wettbewerber Veresen Inc. (A1H5KV) in einer Transaktion aus Cash und Aktien im Wert von 9,7 Mrd. CAD oder 18,65 CAD je Aktie kaufen. Das haben die beiden Unternehmen am 1. Mai bekannt gegeben. Durch die freundliche Übernahme entsteht ein neues führendes Energieinfrastrukturunternehmen in Kanada. Der Abschluss des Geschäfts wird für das dritte oder vierte Quartal 2017 erwartet.

Veresen halte ich seit dem Jahr 2013 in meinem Aktiendepot. Meine zuverlässige Depotbank wird mir voraussichtlich bald das Kaufangebot von Pembina zustellen und mich um eine Weisung bitten, was mit den Anteilen von Veresen passieren soll. Letztlich stehen drei Möglichkeiten zur Auswahl:

1. Ich nehme das kombinierte Cash-Aktien-Angebot an. Dann erhalte ich eine Auszahlung von rund 4,85 CAD sowie 0,3127 Pembina-Aktien für jede Veresen-Aktie. Und bleibe damit Aktionär des fusionierten Unternehmens.
2. Ich nehme das reine Cash-Angebot an und lasse mich für 18,65 CAD je Aktie auszahlen. Dann bin ich alle Veresen-Anteile los und werde auch nicht Aktionär des fusionierten Unternehmens.
3. Mir ist das alles zu kompliziert und ich verkaufe sämtliche Veresen-Aktien vor der Transaktion zu aktuellen Kursen an der Börse.

Die Option, einfach abzuwarten und gar nichts zu tun, lasse ich außen vor. Denn mir sind die möglichen Folgen zu ungewiss. Werden die verbleibenden Aktionäre von Veresen zwangsweise abgefunden, womöglich zu einem niedrigeren Preis? Oder gibt es einen Nachschlag, falls nicht genügend Aktionäre das Angebot annehmen? Oder verbleiben die alten Veresen-Aktien einfach im Depot, für immer, weil nach der Fusion mit Pembina kein Handel mehr stattfindet? Bevor ich hier zeitintensive Recherchen anstelle, konzentriere ich mich lieber auf die Vor- und Nachteile der drei genannten Optionen.

1. Cash-Aktien-Angebot

Die Fusion eröffnet offensichtlich erhebliche Wertsteigerungspotenziale für die Aktionäre:

  • Pembina bietet Pipeline-, Lager- und Verarbeitungsanlagen schwerpunktmäßig für Öl an, Veresen überwiegend für Gas. Die Portfolios ergänzen sich produkttechnisch und geographisch sehr gut und führen zu einer größeren Reichweite und Diversifikation des fusionierten Unternehmens.
  • Die zusammengeführten Bilanzen von Pembina und Veresen machen das neue Unternehmen finanziell robuster, erhöhen dadurch die Sicherheit gerade in Zeiten niedriger Rohstoffpreise und erleichtern den Zugang zu Kapital zur Finanzierung neuer Wachstumsprojekte.
  • Wichtig für mich ist auch die Perspektive in Sachen Dividende. Während Veresen seit einer Dekade eine unveränderte Dividende von 1,00 CAD je Aktie pro Jahr in monatlichen Raten zahlt, hat Pembina seine Ausschüttungen von 1,37 CAD auf 1,90 CAD erhöht. Das größere Unternehmen sollte in der Lage sein, höhere Gewinne zu erwirtschaften und steigende Dividenden bei gleichzeitig niedrigerer Ausschüttungsquote zu zahlen.

Die Übernahme von Veresen durch Pembina erscheint für die Unternehmen, die Kunden und die Aktionäre sehr positiv. Ich wäre gerne Aktionär des neuen fusionierten Unternehmens. Der einzige Wermutstropfen an dem Cash-Aktien-Angebot ist so gesehen die Cash-Komponente. Denn durch die Teilauszahlung und die Zuteilung von nur etwa 0,3 Pembina-Aktien für meine Veresen-Aktien werden mein Anteil am neuen Unternehmen und die Gewichtung in meinem Gesamtdepot minimal ausfallen. 

Dienstag, 2. Mai 2017

Dividendeneinnahmen im April 2017

Nachfolgend veröffentliche ich die Liste meiner Dividendeneinnahmen nach Steuerabzug im April 2017:


WertpapiernameDividende
ALTRIA GROUP42,16 €
BK NOVA SCOTIA30,24 €
COCA-COLA CO.25,51 €
COMMONW.BK AUSTRALIA71,06 €
GLAXOSMITHKLINE 58,37 €
MAIN STREET CAP.12,79 €
NESTLE115,55 €
NIKE12,41 €
REALTY INCOME14,59 €
SES247,49 €
STELLA-JONES8,18 €
VERESEN8,53 €
W.P. CAREY34,38 €
WAL-MART STRS17,59 €

698,85 €

Zwei Aktien machen im April über die Hälfte der Dividendeneinnahmen aus. Die höchste Zahlung stammt vom luxemburgischen Satellitenbetreiber SES S.A. (914993). Ein wenig bekannter Spezialwert mit einer progressiven Dividendenpolitik. Ich habe meine Position vor ein paar Wochen weiter aufgestockt. Das Unternehmen ist mit einem KGV von etwa 10 und einer Dividendenrendite von über 6% attraktiv bewertet. Hier ist mehr über SES zu lesen. 

Den Dividendenklassiker Nestlé S.A. (A0Q4DC) habe ich zuletzt Anfang des Jahres nachgekauft. Die Schweizer liefern die zweithöchste Zahlung dieses Monats. Und das trotz Abzugs einer Quellensteuer von 35% auf die Bruttodividende. An der Stelle möchte ich auch mal meine Depotbank loben. Die ING-DiBa hat zur Dividendenabrechnung gleich den Tax-Voucher für die Rückerstattung von 20% der Quellensteuer übersandt. Dazu eine kurze Erklärung des Verfahrens mit einem Link zum Antragsformular. So stelle ich mir eine kundenfreundliche Bank vor. Ich kann die ING-DiBa nur wärmstens weiter empfehlen. 

Insgesamt hat mir mein Aktienportfolio von Januar bis April 2017 Dividendeneinnahmen von 2.127,40 EUR netto gebracht.