Dienstag, 27. Juni 2017

50% Zinsen: Da lohnt sich Sparen noch

Ich besitze noch ein altes Sparbuch. Aus einer vergangenen Zeit. Als es noch Zinsen gab und sich Sparen gelohnt hat. Als Online-Banking noch in den Kinderschuhen steckte. Genau genommen ist es kein klassisches Sparbuch, mit beliebigen Einzahlungen und monatlicher Verfügbarkeit von bis zu 2.000 Euro. Sondern ein geregelter Sparplan, der in einem Sparbuch geführt wird. Darin werden meine Sparraten und die Zinserträge des Sparplans eingetragen. Ich verwahre das Büchlein wie einen kleinen Schatz. Einmal im Jahr begebe mich in eine Filiale meiner früheren örtlichen Sparkasse und lasse es von einer freundlichen Mitarbeiterin auf den aktuellen Stand bringen. Ach, da kommen Erinnerungen hoch. Zum Beispiel an Geldgeschenke des Großvaters zu Geburtstagen und anderen Anlässen. 50, manchmal sogar 100 Mark, die in einem bewährten Sparbuch gutschrieben wurden. Das bekam ich dann nach dem 18. Geburtstag überreicht, sozusagen mein Startkapital ins Leben. Unvergessen auch die Weltspartage, an denen ich Spardosen voller Geldmünzen zur Sparkasse trug und immer ein kleines Geschenk bekam. 

Vorbei. In Zeiten niedriger bis nicht vorhandener Zinsen sind Sparbücher und Banksparpläne in aller Regel keine gute Geldanlage. Wer mehr Rendite möchte, sollte besser langfristig in Aktien von Qualitätsunternehmen investieren. Trotzdem zahle ich weiterhin jeden Monat 100 Euro in den Sparplan ein. Warum? Weil sich der Vertrag, den ich vor 15 Jahren abgeschlossen habe, jetzt erst richtig lohnt. Die Sparkasse stockt nämlich meine eingezahlten Beiträge des abgelaufenen Jahres mit einer Prämie auf. Die Prämie ist quasi ein Bonuszins zusätzlich zur gewöhnlichen Verzinsung. Anfangs war die Prämie mit 3% überschaubar, aber im Laufe der Zeit ist sie immer weiter gewachsen. In diesem Jahr erhalte ich einen Bonuszins von satten 50%. So entsteht aus 1.200 Euro Sparbeiträgen und 600 Euro Prämie ein Guthaben von 1.800 Euro. Das klingt doch beeindruckend. Wo gibt es heute noch so eine Verzinsung? (Der gewöhnliche Zinssatz von derzeit 0,1% p.a. auf das Gesamtguthaben und der unvermeidliche Steuerabzug bleiben hier der Einfachheit halber außen vor.)

Ich wollte aber noch mehr über die Rendite des Sparplans erfahren und habe genauer nachgerechnet. Das ging recht einfach, weil alle Zahlungen aus dem Sparbuch leicht nachvollziehbar sind. Vom 1. April 2002 bis 1. Juni 2017 habe ich 183 Monate lang jeweils 100 Euro eingezahlt. Macht eigene Sparbeiträge von 18.300 Euro. Von der Sparkasse bekam ich immer am letzten Bankarbeitstag eines Jahres den regulären Zins sowie die Prämie gutgeschrieben. Davon gingen jeweils Steuern ab. Insgesamt habe ich bis heute 742 Euro Normalzinsen und 2.105 Euro Bonuszinsen netto kassiert. Das ergibt zusammen einen Gewinn von 2.847 Euro bzw. eine Gesamtrendite von 15,6% nach Steuern bezogen auf das eingesetzte Kapital. Ein langer Atem zahlt sich für Anleger eben aus. Aber es wird noch spannender:

Montag, 5. Juni 2017

Dividendeneinnahmen im Mai 2017

Nachfolgend veröffentliche ich die Liste meiner Dividendeneinnahmen nach Steuerabzug im Mai 2017:


WertpapiernameDividende
ABBOTT LABS17,82 €
AT+T33,06 €
BASF108,28 €
BAYWA92,04 €
CVS HEALTH 16,88 €
GENERAL MILLS22,67 €
KONINKLIJKE DSM44,33 €
LINDE53,42 €
MAIN STREET CAP.12,34 €
MÜNCHENER RÜCK124,16 €
PROCTER+GAMBLE32,43 €
REALTY INCOME14,18 €
RECKITT BENCKISER39,26 €
UNITED INTERNET46,20 €
VERESEN8,13 €

665,20 €

Nicht schlecht, der Mai brachte mir 294,39 EUR bzw. 79,4% mehr Dividendeneinnahmen als der Vorjahresmonat. Die Dividenden von 665 EUR erreichen zudem fast dieselbe Höhe wie im April mit 699 EUR. Diese gleichmäßigere Verteilung der Dividenden über die Monate hinweg ist eines der Ziele, die ich mir zu Beginn des Jahres gesetzt habe. Auch die Streuung der einzelnen Dividendenzahlungen ist perfekt: 15 Unternehmen aus 4 Ländern (USA, Deutschland, Niederlande, Großbritannien) und 8 Sektoren (Gesundheit, Basiskonsumgüter, Roh- und Grundstoffe, Finanzen, Industrie, Telekom, IT, Energie). Noch diversifizierter und sicherer kann ich als privater Kleinanleger ein Aktienportfolio bzw. ein daraus generiertes Dividendeneinkommen kaum strukturieren.

Insgesamt hat mir mein Aktienportfolio von Januar bis Mai 2017 Dividendeneinnahmen von 2.792,60 EUR netto gebracht. Auf meiner Seite Dividendeneinnahmen ist eine Übersicht aller Dividenden seit dem Jahr 2008 veröffentlicht.

Also alles in Butter und ich kann mich beruhigt zurücklehnen? Nicht ganz. Denn der Aktienmarkt leidet an Fieber. Übernahmefieber. Und das führt zu schleichenden Veränderungen meines Depots, ohne dass ich es groß beeinflussen könnte. Mindestens drei meiner Mai-Dividendenzahler stecken aktuell in Übernahme- und Fusionsprozessen: