Montag, 31. Juli 2017

Jetzt Autoaktien kaufen?

Horrormeldungen an der Börse gibt es immer wieder. Ein schwerer Unfall in einer Produktionsanlage. Ein Großkunde springt unerwartet ab. Ein Skandal mit verunreinigten Lebensmitteln. Irgendwann erwischt es jedes Unternehmen, ob groß oder klein, verschuldet oder unverschuldet. Besonders viele Hiobsbotschaften liefert zur Zeit die Autoindustrie. Diesel-Skandal, Kartellvorwürfe, Ende des Verbrennungsmotors - die deutschen Autohersteller samt Zulieferer scheinen kurz vor dem Untergang zu stehen. Ich investiere ja gerne mal gegen den Strom und kaufe Aktien, die gerade nicht in Mode sind. Ist der Pessimismus bei den Autoaktien also eine gute Kaufgelegenheit?

Ausgangspunkt meiner Anlageentscheidungen ist immer das Geschäftsmodell eines Unternehmens. Und da können Skandale etwas Wunderbares sein. Aber nur, wenn das eigentliche Geschäft der Firma unberührt weiter geht. Wenn im Großen und Ganzen kein finanzieller Schaden entstanden ist. Zum Beispiel bei aufgebauschten Buchhaltungsskandalen. Da bestehen vielleicht Zweifel an Bewertungen, Zuordnungen und Buchungen in der Bilanz. Das Vertrauen in das Management ist angekratzt. Ein Short-Spekulant steigt ein. Wie jüngst bei Aurelius. Der folgende Kurseinbruch an der Börse reißt vorhandene Stop-Loss-Orders und drückt die Aktie weiter nach unten. In der Realität ist aber gar nichts passiert. Das Unternehmen arbeitet weiter. Die Verkaufspreise der Produkte bleiben unverändert. Und die Kunden sind von der Sache nicht tangiert. So eine Situation kann für einen unabhängig denkenden Investor mit ausreichend liquiden Mitteln eine großartige Einstiegschance sein. Handelt es sich bei den Vorgängen rund um die Autohersteller nun um eine beherrschbare Krise, eine vorübergehende Beschädigung des guten Rufs, oder um einen tiefgreifenden Einschlag in das Geschäftsmodell der Unternehmen?

Ganz ehrlich: Ich traue ich mir eine solche nüchterne Abwägung im Fall der Autokonzerne nicht zu. Es kommt einfach zu viel zusammen. Vermutlich lassen sich das Abgasproblem technisch lösen und der Kartellverdacht rechtlich ausräumen. Aber wie lange das dauern und wie viel das die Unternehmen kosten wird, vermag ich nicht zu beurteilen. Ich gehe von hohen Sanktionen aus, die auf die Konzerne zukommen werden, auch weil sich offensichtlich einige wahlkämpfende Politiker als vermeintliche Verbraucherschützer profilieren wollen. Zudem belasten die anhaltenden Diskussionen das Image der Automarken und könnten sich weltweit negativ auf die Verkaufszahlen auswirken. Und welcher Hersteller sich mit welcher Motortechnologie auf Dauer durchsetzen wird, halte ich für völlig unvorhersehbar. Ich persönlich habe seit ein paar Jahren gar kein eigenes Auto mehr. Selbst wenn Untergangsmeldungen überzogen erscheinen: Die Autohersteller können nicht einfach so weitermachen wie bisher. Einen besonders schlechten Eindruck hinterlässt auf mich wie üblich Volkswagen. Da tauschen Vorstand, Aufsichtsrat und Betriebsrat ihre Standpunkte öffentlich aus. Ich bin schon seit längerer Zeit der Meinung, dass dieser Konzern nicht mehr führbar ist und sich von einigen Automarken trennen sollte, um Werte für die Aktionäre zu heben.

Bei klassischen deutschen Autoaktien sage ich jedenfalls: Finger weg! Trotzdem lohnt es sich, die gesamte Automobilbranche genauer anzuschauen. Da gibt es immer noch wahre Perlen. So habe ich als 51. Unternehmen meines Aktienportfolios einen amerikanischen Zulieferer gekauft: 

Sonntag, 9. Juli 2017

Dividendeneinnahmen im Juni 2017

Nachfolgend veröffentliche ich die Liste meiner Dividendeneinnahmen nach Steuerabzug im Juni 2017:

WertpapiernameDividende
ADMIRAL GRP 42,40 €
AURELIUS EQ. OPP. 288,73 €
BROOKFIELD INFRASTR. 82,30 €
CHEVRON CORP. 35,47 €
CON. EDISON  22,80 €
COTY INC. 12,34 €
ELI LILLY 17,04 €
FORTIS INC. 20,01 €
HERSHEY CO. 12,27 €
IMPERIAL BRANDS 10,62 €
INTL BUS. MACH. 19,71 €
JOHNSON+JOHNSON 27,60 €
MAIN STREET CAP. 30,37 €
MCDONALDS CORP. 30,92 €
MICROSOFT CORP. 17,91 €
REALTY INC. CORP. 13,94 €
ROYAL DUTCH SHELL 61,97 €
STELLA-JONES INC. 8,18 €
UNILEVER CVA 39,74 €
UTD TECHN. 21,67 €
VECTOR GRP 59,60 €
VERESEN INC. 8,32 €
WAL-MART STRS 16,73 €
Summe                     900,64 €

Gleich zwei Rekorde kann ich für den Monat Juni verbuchen: 

1) Die Beteiligungsfirma Aurelius hat mir die höchste Einzeldividende gezahlt, die ich jemals aus einer Aktieninvestition erhalten habe. Die Dividendenrendite zu meinem Kaufkurs beträgt 6,5% netto. Schon beim Einstieg war klar, dass Aurelius kein ganz risikoloses Investment ist. Gewinne erzielt Aurelius vor allem dann, wenn sie die übernommenen Beteiligungen erfolgreich sanieren und teurer verkaufen können. Davon hängt dann auch die Gesamthöhe der Dividendenausschüttung ab, die sich 2017 aus einer Basisdividende von 1 EUR und einer Partizipationsdividende von 3 EUR zusammensetzt. Das Geschäftsmodell unterscheidet sich deutlich von anderen Aktien meines Depots und bringt dadurch eine schöne Streuung. Das Risiko erscheint mir bei einer aktuellen Gewichtung von 2,25% meines Depotwerts tragbar, sollte aber nicht wesentlich höher werden. Deshalb ist Aurelius für mich eine gute Halteposition.

2) Zum ersten Mal steigen meine monatlichen Dividendeneinnahmen auf über 900 EUR. Dafür musste ich zwar eine Weile warten, denn die Dividende von Brookfield Infrastructure wurde dieses Mal erst 7 Tage nach dem Dividendenzahltag 30. Juni auf mein Konto gebucht. Und das auch noch in 6 einzelnen Tranchen. Ärgerlich, aber am Valutadatum der Abrechnungen erkenne ich, dass die Bank die gesamte Dividende am Zahltag gutgeschrieben hat. Somit zählt diese Einnahme noch zum Juni und bringt mich in dem Monat auf eine neue Rekordsumme. Gegenüber dem Vorjahresmonat sind meine Dividendeneinnahmen um 201,16 EUR bzw. 28,7% gewachsen. Mit der Entwicklung bin ich hochzufrieden. Die gehypten FANG-Aktien interessieren mich nicht. Ich werde Kurs halten und weiterhin werthaltige Dividendenaktien kaufen.

Samstag, 1. Juli 2017

Mein Dividendendepot im Juni 2017

Nachfolgend veröffentliche ich die Liste meiner Dividendenaktien mit ihrem Depotanteil zu den Schlusskursen in EUR vom 30. Juni 2017.


Wertpapiername Gewichtung
BROOKFIELD INFRASTRUCTURE 3,83%
NESTLE S.A. 3,66%
UNILEVER CVA 3,47%
MCDONALDS CORP. 3,22%
ALTRIA GRP 3,13%
SIEMENS AG 2,88%
JOHNSON + JOHNSON 2,78%
GLAXOSMITHKLINE 2,72%
UTD TECHN. 2,56%
PROCTER GAMBLE 2,56%
SES S.A. 2,45%
NIKE INC. 2,43%
REALTY INC. CORP. 2,32%
AURELIUS EQ.OPP. 2,25%
BAYWA AG 2,23%
ROYAL DUTCH SHELL A 2,23%
CHEVRON CORP. 2,18%
ROCHE HLDG AG INH. 2,17%
STELLA-JONES INC. 2,14%
RECKITT BENCK.GRP 2,14%
VECTOR GRP LTD 2,06%
ABBOTT LABS 2,05%
MICROSOFT 2,03%
BK NOVA SCOTIA 2,00%
BASF SE 1,95%
COCA-COLA CO. 1,89%
COMMONW.BK AUSTR. 1,86%
UTD INTERNET AG 1,84%
ELI LILLY 1,73%
CON. EDISON 1,70%
MUENCH.RUECKVERS. 1,69%
CVS HEALTH CORP. 1,68%
GENERAL MILLS 1,62%
MAIN STREET CAP. 1,61%
WAL-MART STRS 1,59%
LINDE AG 1,59%
AT + T INC. 1,58%
KONINKLIJKE DSM 1,52%
FORTIS INC. 1,47%
APA GROUP 1,45%
W.P. CAREY INC. 1,38%
HERSHEY CO. 1,36%
INTL BUS. MACH. 1,29%
BHP BILLITON 1,28%
VODAFONE GROUP PLC 1,20%
COTY INC. 1,18%
VERESEN INC. 1,18%
ADMIRAL GROUP PLC 1,08%
IMPERIAL BRANDS PLC 0,95%
SSE PLC 0,81%

Ich plane drei bis vier Investitionen im Monat Juli. Voraussichtlich wird ein neues Unternehmen ins Depot kommen. Sonst möchte ich vor allem solche Dividendenwerte, deren Kurse zuletzt nachgegeben haben, aufstocken.

Diese Liste ist keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Aktien. Viele der Unternehmen habe ich zu niedrigeren als den aktuellen Kursen erworben. Das Jahr des erstmaligen Kaufs, der durchschnittliche Einstandskurs und die Kursentwicklung sind auf meiner Seite Aktienportfolio veröffentlicht.

Viel Erfolg beim Investieren in Dividendenaktien.