Samstag, 16. September 2017

Shell und IBM jetzt größte Investitionen

Jeder Aktieninvestor erzählt gerne von steigenden Dividendeneinnahmen und guten Renditen. Aber nicht jede Investition entwickelt sich so wie beim Kauf angenommen. Rückschläge gehören zu den Erfahrungen als Aktionär dazu. So geht es mir mit einer der fünf Aktien, die ich in den Sommermonaten nachgekauft habe: 

Beim Parfüm- und Kosmetikhersteller Coty Inc. A (A1WY6X) wollte ich die Unsicherheiten über die weitere Entwicklung des Unternehmens nach dem Zukauf eines großen Portfolios an Beauty-Marken von Procter & Gamble ausnutzen. Deshalb habe ich meine Position nach dem Erstkauf im Frühjahr zu einem vermeintlich guten Aktienkurs deutlich ausgebaut. Leider zu früh, wie sich nach Bekanntgabe des letzten Quartalsergebnisses Ende August und dem darauf folgenden Kurssturz herausgestellt hat. Coty konnte gerade mal eine schwarze Null erwirtschaften, wegen unerwartet aufgetretener Kosten im Zusammenhang mit dem Zukauf. Diese Begründung weckt Zweifel am Management. Schließlich sollte man sich über die Folgen klar sein, bevor man einen Vertrag unterschreibt. Unverständlich sind für mich auch die Insiderkäufe in den Monaten zuvor. Wusste die Unternehmensführung gar nicht, welche Probleme sich abzeichnen? Oder wurden diese intern nicht kommuniziert? Dazu kommt noch die Aussage, dass der Handel weniger Regalfläche für einige Coty-Produkte bereitstellt. Das verheißt nichts Gutes für die künftigen Verkaufszahlen. Insgesamt scheint Procter & Gamble mit dem Verkauf der Marken den deutlich besseren Deal gemacht zu haben. Die Erfahrung mit Coty wird mir eine Lehre sein, mich wieder strikter an meinen ursprünglichen Kaufkriterien zu orientieren und nur in Unternehmen zu investieren, die eine stabile Dividendenhistorie von mindestens 10 Jahren vorweisen können.

Überzeugender und aktionärsfreundlicher agiert das Management von Gentex Corp. (868891), meinem zweiten Nachkauf. Der Hersteller von dimmbaren Spiegeln, Kameras und anderen elektrooptischen Geräten für die Automobil- und Luftfahrtindustrie hat ein neues Aktienrückkaufprogramm aufgelegt. Bei Aktienkursen um das 52-Wochen-Tief eine sehr vernünftige Maßnahme der Kapitalverwendung. Gentex bleibt mein bevorzugtes Auto-Investment.

Aufgestockt habe ich auch meine Anteile am IT-Dienstleister IBM Corp. (851399). Seit sich Warren Buffett kritisch zu den Aussichten von IBM geäußert und Teile seines Investments abgebaut hat, ist die Aktie bei vielen Anlegern noch unbeliebter als sie es vorher schon war. Die Erwartungen an das Unternehmen sind so gering, dass es nur noch zu einem 11er KGV gehandelt wird und eine Dividendenrendite von über 4% bietet. Für mich eine Überreaktion des Marktes, denn IBM ist seit mehr als 100 Jahren an der Börse notiert und immer noch eine Geldmaschine. Ich habe antizyklisch zugegriffen.