Mittwoch, 13. Dezember 2017

Das Depot vereinfachen

Ich mag einfache Lösungen. Im Laufe meiner Karriere als Sparer und Investor habe ich viel ausprobiert. Ich habe Banken gewechselt, neue Konten eröffnet und bin den neuesten Anlagetrends gefolgt. Zertifikate, P2P-Kredite, Crowdinvesting - you name it, ich war überall dabei. Immer auf der Jagd nach ein paar Prozentpunkten mehr Rendite. Irgendwann ist mir klar geworden, dass mich das nicht weiter bringt. Ich habe den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr gesehen. Dann habe ich das Ruder herumgerissen. Seitdem setze ich konsequent auf Vereinfachung. Weniger ist mehr. Inzwischen bin ich mit meinem finanziellen Setup recht zufrieden. Es ist sehr simpel und übersichtlich:

Ich führe ein einziges kostenloses Girokonto, mit dem ich meinen bargeldlosen Zahlungsverkehr abwickle. Regelmäßig anfallende Zahlungen habe ich mit Daueraufträgen und Lastschriften automatisiert. Alltägliche Einkäufe bezahle ich soweit möglich mit einer ebenfalls kostenlosen Kreditkarte, die am Ende des Monats mit einer Abbuchung vom Girokonto ausgeglichen wird. Im Idealfall sehe ich so auf einen Blick meine monatlichen Konsumausgaben. Und auf alle Zahlungen mit der Kreditkarte bekomme ich ein halbes Prozent Cashback.

Neben dem Girokonto habe bei derselben Bank noch zwei Tagesgeldkonten: Eines ist meine Rücklage für größere Anschaffungen und Notfälle. Jeden Monat gehen 10% meines Nettogehalts auf dieses Rücklagenkonto, dessen Guthaben meistens ungefähr drei Monatsgehälter beträgt. Das andere Tagesgeldkonto ist mein Anlage- und Depotverrechnungskonto, auf das die Mittel für Aktienkäufe fließen und meine Dividendeneinnahmen eingehen.

Dann habe ich natürlich noch ein Wertpapierdepot, wieder kostenlos und bei der gleichen Bank, in dem sich meine Dividendenaktien befinden. Das war es dann auch fast schon mit meinen Finanzen. Die einzigen weiteren Anlagen, die ich noch nebenher mitlaufen lasse, sind ein Bonussparbuch und eine Riester-Rentenversicherung. Beide Verträge stören mich nicht weiter. Sie laufen schon viele Jahre und bieten für heutige Verhältnisse eine gute Verzinsung bei relativ hoher Sicherheit.

Der nächste Schritt zur Vereinfachung ist mein Aktienportfolio selbst. Das Depot besteht mittlerweile aus 51 Positionen. Breit gestreut über Branchen, Staaten und Währungen, so wie es mir immer wichtig war. Die Frage ist jedoch, ob mein Anlageziel, nämlich ein verlässliches und möglichst steigendes Zusatzeinkommen aus Dividenden, nicht genauso gut mit weniger Aktien zu erreichen ist. Wissenschaftliche Studien sind mir dazu zwar nicht bekannt. Aber ich denke, mit etwa 40 Unternehmen hätte ich genügend chancenreiche Dividendenzahler und mein Kapital wäre trotzdem ausreichend diversifiziert. Ganz statisch darf man das ohnehin nicht sehen, denn durch Spin-Offs oder Börsen-Delistings kann sich die Depotzusammensetzung auch ohne eigenes Zutun verändern.  

Die möglichen Verkaufskandidaten will ich möglichst emotionslos nach quantitativen Kriterien auswählen. So bin ich darauf gekommen, mein Aktienportfolio nach der aktuellen Marktkapitalisierung in EUR zu sortieren und die 10 kleinsten Werte zur Disposition zu stellen:

BayWa:  1,13 Mrd. €
Aurelius:  1,74 Mrd. €
Main Street Capital:  1,99 Mrd. €
Stella-Jones:  2,26 Mrd. €
Vector Group:  2,65 Mrd. €
Gentex:  5,02 Mrd. €
SES:  5,20 Mrd. €
Admiral Group:   6,00 Mrd. €
APA Group:  6,16 Mrd. €
W.P. Carey:  6,36 Mrd. €

Vor Jahresschluss möchte ich erst mal drei oder vier dieser Depotwerte verkaufen und dann weiter sehen. Ich weiche damit bewusst von meiner langfristigen Buy-and-Hold-Strategie ab und empfehle das nicht zur Nachahmung. Aber ich glaube, dass nach Jahren des Depotaufbaus und steigender Börsen jetzt kein schlechter Zeitpunkt ist, etwas aufzuräumen, zu vereinfachen und mehr Cash zurückzulegen. 

Welche der Aktien würdet ihr verkaufen?

Kommentare:

  1. Hallo Charlie,

    habe mein Depot auch von Anfang an auf 40 Aktien begrenzt. Ich denke, damit habe ich genügend Streuung. BayWa würde ich auf jeden Fall rauswerfen. Ich habe mir live eine Unternehmenspräsentation von BayWa angesehen, die vom DSW organisiert war, und die fand ich alles andere als überzeugend. Ich halte BayWa für einen wenig rentablen Gemischtwarenladen ohne klare Fokussierung und mit merkwürdiger Eigentümerstruktur. Die Unternehmensanalyse auf investorenausbildung.de kommt zu einem ähnlichen Ergebnis.

    Da gefallen mir Unternehmen, die in ihrer Nische Weltmarktführer sind, vom Kunden her denken und sich auf das konzentrieren, was sie am besten können, wesentlich besser. Denke da z.B. an die Rational AG. Ein super Unternehmen. Die Aktie ist aber im Moment extrem teuer. Doch so ein tolles Unternehmen wird langfristig sicher erfolgreicher sein als BayWa.

    Einfach die nach Marktkapitalisierung kleinsten Unternehmen zu verkaufen, um das Depot zu verschlanken, kann ich nicht ganz nachvollziehen. Gerade unter den Mid und SmallCaps gibt es doch echte Perlen mit viel Potential. Die Admiral Group z.B. würde ich nicht verkaufen, schon gar nicht auf dem aktuellen Preisniveau. Bei SES bin ich zwiegespalten. Ich hatte die Aktie knapp unter 20 Euro mit einem kleinen Verlust abgestoßen, aber auf dem aktuellen Niveau würde ich wohl nur verkaufen, falls das Geschäftsmodell ernsthaft bedroht wäre (was ich aber nicht beurteilen kann, da ich mich mit der Aktie nicht mehr beschäftigt habe).

    Zu den anderen Werten habe ich keine Meinung, außer, dass ich den CEO von Aurelius für nicht vertrauenswürdig und das Geschäftsmodell für wenig transparent halte.

    Viele Grüße

    C.

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    1. Mit den bekannten Blue-Chip-Werte fühle ich mich einfach wohler als mit Nebenwerten, deshalb die Auswahl nach der geringsten Marktkapitalisierung. Vielen Dank für deine Einschätzung zu einer Unternehmenspräsentation von BayWa! So etwas würde ich mir gerne auch einmal ansehen, da bekommt man sicher einen besseren Eindruck vom Unternehmen. Und ja, BayWa war jetzt tatsächlich die erste Aktie, die ich verkauft habe.

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    2. Absolut! Es lohnt sich, die Akteure hinter dem Unternehmen live zu erleben. Die Zwischentöne, die man dort aufschnappen kann, wird man aus keinem Geschäftsbericht herauslesen können. Ich war z.B. 2016 auf einer Präsentation von Nordex. Da stand die Aktie bei 24 Euro. Die Präsentation enthielt viel Fachchinesisch und war deshalb nicht allgemeinverständlich. Schonmal ein dicker Minuspunkt. Der Referent wirkte fast schon gelangweilt auf mich, wenn nicht sogar genervt. Zumindest leidenschaftslos. Danach habe ich die IR-Leute noch direkt angesprochen. Einer meinte, mit dem jüngsten "Kursrücksetzer" (gemeint war der vom Hoch bei ca. 32 auf damals 24 Euro) wäre es jetzt aber auch mal gut...Auf meine Frage, was Nordex denn besser oder anders mache als die anderen Windturbinenhersteller und welchen Wettbewerbsvorteil Nordex hätte, antwortete der andere IR-Mann, dass Nordex gar keinen Wettbewerbsvorteil habe. Und dann habe ich noch herausgehört, dass die Integration der spanischen Acciona Windpower auch kein Selbstläufer zu sein scheint. Nach diesem Abend habe ich beschlossen, Nordex mit der Kneifzange nicht anzufassen. So konnte ich mir gegen den damals noch andauernden Nordex-Hype eine eigene Meinung bilden. Heute steht Nordex bei 8,50 €... Wenn Du mal die Gelegenheit hast, Dir eine Unternehmenspräsentation anzuschauen oder eine HV zu besuchen - ich kann es sehr empfehlen. Geht natürlich mit vertretbarem Aufwand nur bei den deutschen Unternehmen. Aber immerhin. Wenn die Personen, die das Unternehmen nach außen vertreten, schon nicht überzeugend wirken, sehe ich erst recht keinen Grund, hier einen Vertrauensvorschuss zu geben und mein Geld dort zu investieren.

      Viele Grüße

      C.

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  2. Moin,
    sehe nicht viel Sinn in dem Unterfangen. Ich würde ansonsten die suspekte Aurelius verkaufen, die BayWa wegen Langweiligkeit, Statt der Stella Jones hätte eh Norbord bevorzugt, und Vector evtl wegen Tabak raus (Ethik), was aber persönliche Ansichtssache ist.

    Was soll diese "Verschlankung" bringen?. Man sollte eine Aktie unter den Gesichtspunkten kaufen, dass man sie danach gar nicht mehr dauernd anschaut. Einfach ins Körbchen und fertig.

    Wenn sich eine negativ entwickelt, dann merkt man das eh nicht schnell genug.
    Ob man 40 oder 400 hat, man hat es sowieso nicht in der Hand, eine Entwicklung vorher zu sehen.

    Ich schaue eher, dass eine Positionsgröße um max 2% beträgt. Was bei 100k eben ca. 50 Werte sind, und bei 200k 100 Werte.

    Alles Gute!

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    1. Danke für deine Tipps, BayWa und Stella-Jones habe ich inzwischen verkauft. Nicht wegen Langweiligkeit, sondern weil die beiden Unternehmen so geringe Dividenden zahlen, dass sich der Verlust kaum auf meine Gesamteinnahmen auswirkt.

      Ansonsten glaube ich, dass man auch bei einer langfristigen Anlagestrategie die eigenen Aktien im Auge behalten sollte. Ich möchte ja wissen, ob meine Annahmen beim Kauf richtig waren und das Geschäftsmodell dauerhaft tragfähig ist. Bei 50 oder gar 100 Werten schaffe ich das nicht mehr.

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  3. Habe mich verschrieben, ich meinte natürlich Positionsgröße von ca. 2000 (1500 - 2500) USD/EUR, was bei 100k 50 Werte macht, und bei 200k 100. ;-)
    Wobei ich bei bestimmten Werten schon auch höher gehe.

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  4. Hallo Charlie,

    also ich sehe auch keinen Handlungsdruck zur Verschlankung des Depots, aber wenns denn sein soll würde ich auch die BayWa wieder rausschmeissen. Ich habe die seit knapp 2 Jahren auf meiner Einkaufsliste und bin aber nie reingekommen, weil sie mir immer zu teuer waren. Hatte mich gewundert, dass du rein bist und zum momentanen Kurs verlierst du nicht viel, wenn du wieder raus gehst. Die Aktie ist m.M. nach "am Anschlag" - da geht nicht mehr viel. Ich warte da auf den nächste wirklich großen Rücksetzer (andere Leute nennen das auch Crash) und dann sind die vielleicht mal günstig als Dividendenbringer zu erwerben.

    Ansonsten vielen Dank für deinen tollen Blog hier - ich schau immer wieder mal gerne rein bei Charlie :-)

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    1. Die negative Meinung zu BayWa in den Kommentaren ist sehr eindeutig, das hätte ich gar nicht erwartet. Aber ja, ich habe die Aktie inzwischen verkauft.

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  5. Ich würde einfach alles laufen lassen, evtl. eben Baywa raus wegen Dividendenkürzung. Aurelius schüttet zurzeit sehr attraktiv aus, da würde ich einfach mal abwarten.

    P.S.: Wäre froh, ich hätte schon deine Probleme ;-)!!

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    1. Bei Aurelius bin ich hin und her gerissen. Wirklich transparent und langfristig planbar ist dieses Geschäftsmodell nicht und die Unternehmenskommunikation war auch ausbaufähig. Aber das Management vertraut offenbar den eigenen Fähigkeiten und den Ertragsaussichten von Aurelius so sehr, dass es nun eine attraktive Dividendenpolitik für die nächsten Jahre verkündet hat. Ich tendiere deshalb auch dazu, die Aktie zu halten.

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  6. also ich würde mal damit anfangen, nicht alles per konten und kreditkarte abzuwickeln. der kampf gegen das bargeld ist voll entbrannt und jeder, der aus bequemlichkeit auf bargeldtransaktionen verzichtet, ist im grunde ein helfershelfer derjenigen, die es abschaffen möchten.
    sry, aber mal ein ganz anderer kommentar zu dem thema

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    1. Danke für deine Meinung zu Bargeld und Kreditkarten. Auch wenn ich die bequeme bargeldlose Lösung bevorzuge, bezahle ich viele alltägliche Dinge natürlich immer noch in bar. Ich verwahre sogar für den absoluten Katastrophenfall griffbereit einen gewissen Betrag an Bargeld in verschiedenen Währungen und ein paar Goldmünzen. Ansonsten halte ich nichts von ideologischen Diskussionen und Verschwörungstheorien zu diesem Thema.

      Realistisch betrachtet wird über die Zukunft des Geldes und des Bezahlens aufgrund der schieren Masse vermutlich eher in China und Afrika entschieden. Dort bezahlt man heute schon oft weder bar noch mit Karte, sondern mit mobilen Apps. Wenn wir mit den Menschen weiterhin Geschäfte machen wollen, werden wir uns anpassen müssen.

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  7. Hallo Charlie,

    zu den Werten kann ich nichts beitragen, verstehe ich dich aber vollkommen. Bei mir stehen auch ein paar Werte auf der Abschußliste. 49 sind fast zu viel, ich möchte auch wieder etwas konzentrieren, auch um mich wohler zu fühlen. Also raus mit dem Zeug.

    Ich bin der Meinung, dass letztlich 10 -15 sehr gute Aktien langen. Aber um da hin zu kommen, scheint es ein gewisser Evolutionsprozess zu sein, den man durchmachen muss. Du machst das schon klasse.

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    1. Hallo Alex, 10 bis 15 Aktien wären mir dann doch zu wenig, ich bin ja nicht Charlie Munger! ;)

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  8. Hallo Charlie,

    an der Marktkapitalisierung würde ich einen Verkauf nicht festmachen wollen. Rein mechanisch und ohne die Unternehmen zu kennen würde ich den Streubesitz als Kriterium heranziehen. Ich persönlich mag keine Aktien die selten oder mit hoher Geld-Briefspanne gehandelt werden. Liegt aber sicher daran, daß ich keine Teilkäufe/verkäufe mag und Aktien bevorzuge bei denen genügend Stücke im Orderbuch liegen.

    Alles zwischen 12 und 52 Aktien im Depot scheint mir vernünftig. Wenn ich den Bargeldanteil erhöhen wollte, würde ich eher Werte in Fremdwährung verkaufen und: Ich versuche eine ausgewogene Verteilung der Branchen im Depot zu halten. Also wenn Verkauf, dann lieber aus dem Bereich der zu groß geworden ist (ist bei mir der Bereich Technik).

    Auch von mir vielen Dank für deinen Blog hier - auch ich schau immer wieder gerne rein.

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    1. Danke für deine Anregungen zur Verkaufstaktik! Ich glaube, wir liegen nicht weit auseinander. Aktien mit geringer Marktkapitalisierung werden doch typischerweise auch seltener gehandelt und weisen höhere Spreads aus als große Werte bzw. Unternehmen mit hohem Streubesitz.

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  9. Hallo Charlie,

    ich habe sogar etwa 80 Werte in meinem Depot und mache mir keinen großen Kopf um die Gesamtanzahl. Ich verkaufe allerdings auch recht wenig der Werte, meistens wenn das Geschäftsmodell nicht funktioniert oder zwangsweise, wenn ein Unternehmen übernommen wird.

    Alleine aufgrund der Steuerproblematik kann ich dem Verkauf nichts abgewinnen, wenn nicht ein wirklich triftiger Grund vorliegt. Auch deine Auswahl der Werte anhand geringer Marktkapitalisierung finde ich eher befremdlich. Ein wesentlicher Punkt ist immer, ob das Geschäftsmodell funktioniert, nicht die Größe des Unternehmens. Ich habe bei meinen Positionen sehr viele große Unternehmen dabei, aber auch so einiges kleineres, was ich vom Geschäftsmodell interessant finde.

    Im Gegensatz zu dir habe ich nicht sonderlich viel Arbeit mit den Werten. Ich schaue mir jedes Unternehmen etwa 1 - 2 Mal im Jahr an, manches wie P&G, J&J sowie diverse andere nur sehr oberflächlich.

    Wenn man langfristig investiert, ist Aktionismus fast immer mit Geldverlust verbunden. Zudem habe ich festgestellt, dass man Kurse kaum voraussehen kann. Die erfolgreichsten Aktien waren immer diejenigen, die ich gar nicht auf dem Schirm habe.

    Zu den einzelnen Werten, die Du verkaufen möchtest kann ich z.T. wenig sagen. Ich besitze nur die Main Street Capital und die Admiral. Beide Werte machen das, was sie tun sollen: Sie zahlen kontinuierlich Dividende und entwickeln sich gut. Wären für mich keine Verkaufskandidaten. Bei Main Street Capital ist meine Position voll, d.h. hier habe ich Anfang letzten Jahres den letzten Kauf getätigt. Die Entwicklung ist extrem gut. Admiral ist etwas unsicherer durch den Brexit, aber trotzdem kein Wert, worüber ich negativ denke. Im Gegenteil, ich mag das Unternehmen sehr gerne. Über WPC denke ich momentan über einen Kauf nach. Aber da ich ziemlich viel persönlich umstelle, wird das noch ein Weilchen dauern, wenn überhaupt.

    An deiner Stelle würde ich nur das verkaufen, wovon Du vom Geschäftsverlauf nicht überzeugt bist. Bei allem anderen würde ich gar nichts tun. Das ist sehr häufig die beste Strategie. Nicht für ungut.

    Grüße Oliver

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    1. Hallo Oliver,

      80 Aktien im Depot sind eine tolle Leistung, dafür muss man sicher einige Jährchen gespart und investiert haben!

      Danke für deine Einschätzung zu meinen geplanten Verkäufen. Ich möchte auch nicht in Aktionismus verfallen und einfach blind Unternehmen rauswerfen, nur damit mein Depot übersichtlicher wird. Aber es gibt doch ein paar einzelne Werte, die ich vor dem Kauf nicht sauber analysiert habe, die nicht so richtig in meine Strategie passen oder kaum zu meinem Dividendeneinkommen beitragen. BayWa und Stella-Jones sind solche Kandidaten, Main Street und Admiral eher nicht.

      Von solchen Aktien will ich mich trennen, auch wenn ich die Entwicklung natürlich nicht vorhersehen kann und Nichtstun vielleicht die bessere Wahl wäre. Mein Drang nach Vereinfachung und Verschlankung ist momentan einfach größer ;)

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  10. Hallo Charlie,

    Ich lese schon recht lange Deinen Blog und freue mich jedesmal auf Deine Ansichten und auch auf die Reaktionen. Gibt mir immer viel Input für eigene Gedanken.

    Nun wollte ich einfach mal anfragen, was nicht mit Aktien-Dividenden zu tun hat, sondern mit Dividenden aus anderen Quellen. Ich rede von Solar-Energie !?

    Hast Du schon mal darüber nachgedacht, Dir eine Anlage zu installieren und den gewonnenen Strom einfach nur zu verkaufen? Selbst ohne irgendwelche staatlichen Förderungen - die Sonne scheint immer und die Anlagen sind in den letzten Jahren deutlich effektiver und günstiger geworden. Da "scheint" mir eine profitable Dividende pro Monat drin zu sein.

    Was meinst Du dazu?

    LG,
    Jürgen

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    1. Hallo Jürgen,

      danke für den Anlagetipp Solarenergie, das ist mal was ganz anderes!

      Ich wohne allerdings in Miete und kann nicht so einfach eine eigene Anlage aufs Dach schrauben. Und die Sonne scheint bei mir definitiv auch nicht immer ;)

      Eine andere Möglichkeit für mich wäre eine Beteiligung an einem größeren Solarpark, für die ich dann Ausschüttungen erhalten könnte. Ob Solaranlagen aber technisch wirklich so ausgereift sind und welche finanziellen und steuerlichen Dinge dabei zu beachten sind, damit habe ich mich ehrlich gesagt noch nie beschäftigt.

      Im Zweifel würde ich die einfachere Lösung wählen und ein paar Aktien von einem großen Solarparkbetreiber wie Capital Stage kaufen.

      Beste Grüße vom Armen Charlie

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  11. Hallo Charlie,

    haste und auch Aktien aus den Emerging Markets oder nur aus den Industrieländern?

    Danke!

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    1. haste und auch = hältst du auch

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    2. Nein, ich halte derzeit keine Aktien aus den Emerging Markets. Mein aktuelles Depot ist auf dieser Seite einzusehen: http://www.armercharlie.de/p/blog-page_38.html

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    3. Danke, Charlie, für die Antwort. Ich frage, da man häufig liest, dass zu einer breiten Diversifizierung des Depots die Emerging Markets dazu gehören, und auch du geschrieben hast, dass du eine möglichst breite Diversifizierung über Länder und Währungsräume hinweg anstrebst. Dann bist du also auf die entwickelten Industrieländer spezialisiert. Danke!

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    4. Das ist ein guter Einwand, danke. Ich hätte schon gern auch Emerging-Markets-Aktien zur Diversifizierung im Depot. Aber ich traue klassischen Emerging Markets wie Brasilien, Russland und China nicht. Vielleicht sind es Vorurteile, aber der staatliche Einfluss auf Unternehmen ist mir dort zu groß und rechtsstaatliche Prinzipien wie Eigentumsschutz sind nicht besonders ausgeprägt. Außerdem kenne ich aus diesen Märkten kein Unternehmen mit mindestens 10-jähriger verlässlicher Dividendenhistorie. Am interessantesten finde ich noch Samsung Electronics, aber Südkorea würde ich schon wieder zu den Industrieländern zählen.

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  12. Hallo Charlie,
    warum willst du SES abstoßen, wenn du es vor kurzen noch aufstocken wolltest?

    http://www.armercharlie.de/search/label/SES

    Solltest du hier nicht lieber eine größere Position draus machen, anstatt diese ganz zu streichen?

    Gruß
    Andreas

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    1. Hallo Charlie,
      bei der Frage schließe ich mich mal an. Dein letzter Beitrag hat mich auch eher verwirrt - gerade im Hinblick auf SES, bei denen du kürzlich noch aufstocken wolltest (ich hab SES mittlerweile aus dem Depot geworfen, weil mir die Wachstumsaussichten fehlen und mir das Geschäftsmodell zu fragil ist).

      Grundsätzlich finde ich es gut, das Portfolio regelmäßig zu überprüfen - leider frisst das aber auch schon etwas Zeit. Von daher kann ich es nachvollziehen, dass du die Anzahl deiner Positionen reduzieren willst. Wobei das zu Ende gedacht dann eigentlich eher für ein Investment in ETFs spräche (bin da selbst unsicher, denke aber, dass im Falle einer Krise ein selbst zusammengestelltes Portfolio robuster ist)...

      Die Unternehmen, die du streichen willst, nach der Marktkapitalisierung zu auszuwählen, finde ich aber etwas seltsam. Gerade ein Unternehmen wie z. B. Gentex kann durchaus noch ordentlich organisch wachsen, während das für AT&T nur noch durch milliardenschwere Übernahmen und eine damit einhergehende steigende Verschuldung möglich ist.
      Und wachsende Unternehmen führen mit der Zeit eben zu relativ hohen Dividendenrenditen bezogen auf den Einstandskurs. Das ist meines Erachtens auch im Rahmen einer Dividendenstrategie ein gewichtiges Argument, auch auf Wachstumswerte zu setzen.
      Einen guten Rutsch und auch im neuen Jahr erfolgreiches Investieren wünscht
      Thomas

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    2. @ Andreas und Thomas:

      Ich halte an SES weiter fest und kann mir immer noch eine Aufstockung vorstellen. Allerdings nur einige Stücke, weil ich schon relativ viel Geld in SES investiert habe und ich auf eine halbwegs ausgewogene Gewichtung der Depotpositionen achten möchte, auch wenn der Aktienkurs momentan unter Wasser steht. Ich denke, dass ich bis zur Dividendenbekanntmachung im Februar abwarten werde.

      Die Auswahl der möglichen Verkäufe nach Marktkapitalisierung war nur ein erster und schneller Aktienfilter. Danach habe ich mir die 10 Unternehmen nochmal genauer nach Geschäftsmodell, Finanzstärke und Dividendenaussichten angeschaut und mich letztlich von BayWa, Stella-Jones und Vector Group sowie zusätzlich von Coty getrennt. Die Portfolioübersicht ist bereits aktualisiert.

      Danke fürs Lesen und Kommentieren und ebenfalls weiterhin erfolgreiche Investitionen!

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  13. Hallo Charlie,
    vorab mal prosit Neujahr.
    In meinem Depot sind aktuell 90 Investments. Davon sind 60 Aktien und die passen noch auf eine Excel A4-Seite. Der Rest sind 2 Fonds, 13 ETFs, 2 Aktienanleihen, 3 Anleihen und 10 nicht börennotierte Anlagen.
    Werde in Hinkunft aber auch nur mehr eine neue Aufnehmen wenn eine "alte" rausfällt.
    Viel Erfolg für 2018 und Grüße aus dem Weinviertel
    Bergfahrten

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    1. Wow, ich dachte immer, dass ich mit rund 50 Einzelwerten schon ein Exot bin, aber es gibt hier doch Leser mit deutlich umfangreicheren Depots!
      Weiterhin viel Erfolg mit den Investitionen und Prost Neujahr nach Felix Austria!

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