Montag, 29. Januar 2018

1. Kauf 2018: Fortis Inc.

Fortis Inc. (881347) ist ein Energieversorgungsunternehmen mit Sitz in Neufundland und Labrador, der östlichsten Provinz Kanadas. Der Konzern besitzt und betreibt Anlagen und Netze zur Erzeugung, zum Transport und zur Verteilung von Strom und Gas. Fortis gehört zu den 15 größten Energieversorgern Nordamerikas und hat 3,2 Millionen Kunden in Kanada, den USA und der Karibik. Etwa 60% der Erträge werden in den USA erzielt. 

Fortis ist ein Dividendenaristokrat und hebt seit 44 Jahren in Folge seine Dividendenausschüttung an, länger als jedes andere börsennotierte Unternehmen in Kanada. In den Jahren 2007 bis 2016 wurde die Dividende von 0,82 CAD auf 1,53 CAD je Aktie erhöht. Bis zum Jahr 2022 strebt Fortis eine weitere jährliche Anhebung der Dividende um durchschnittlich 6% an. 

Der Gewinn je Aktie konnte im selben Zeitraum von 1,32 CAD auf 1,89 CAD je Aktie gesteigert werden. Die 2016er Zahl ist von der Übernahme des US-Netzbetreibers ITC Holdings beeinflusst. Bereinigt um die Übernahmekosten wäre das EPS auf 2,33 CAD gewachsen. In jedem Fall ist die Dividendenzahlung vom Gewinn gedeckt. 

Während der letzten drei Monate ist der Aktienkurs von Fortis um etwa 10% gefallen, in Euro gerechnet noch stärker. Bei Kursen um 43,50 CAD, einem geschätzten Gewinn von 2,50 CAD je Aktie in 2017 und einer hochgerechneten Dividende von 1,70 CAD in 2018 wird Fortis mit einem KGV von 17,4 gehandelt und bietet eine Einstiegsrendite von 3,9%. Das erscheint mir ziemlich attraktiv für eine relativ risikoarme Versorgeraktie. 

Ich halte Fortis seit 2016 im Depot und habe meine Position im Januar 2018 aufgestockt. Das war mein erster Aktienkauf in diesem Jahr. Einer meiner Vorsätze für 2018 ist es, die Anzahl der Aktienkäufe auf höchstens 12 zu begrenzen und damit meine Anlegeraktivitäten sowie die Transaktionskosten gering zu halten. Ich werde über jeden einzelnen Kauf und meine Beweggründe hier im Blog berichten.

Welche Aktien kauft ihr momentan?

Kommentare:

  1. Hallo Charlie,

    mein erster Neukauf dieses Jahr ist die Compass Group.
    Außerdem habe ich ein paar Werte gerade aufgestockt:
    Starbucks, Disney, Apple, Unilever und Siemens.
    Mitte Dezember bin ich bei Fresenius eingestiegen.

    Viele Grüße

    Colibri

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    1. Hallo Colibri,

      die Gewinn- und Dividendenentwicklung der Compass Group wirkt überzeugend. Ich habe mir vor einiger Zeit aus dieser Branche den österreichischen Caterer Do&Co angesehen, konnte mich aber nicht zu einem Kauf durchringen.

      Viel Erfolg mit deinen Aktien!

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  2. Hallo Charlie,

    scheint ja ein solides Unternehmen zu sein.

    Sag mal kannst du mein exemparisch eine Abrechnung einer kanadischen Dividendenzahlung reinstellen?
    Weil ich habe gelesen, dass von den Kanandiern mehr Quellensteuer einbehalten werden soll als anrechenbar ist. Das senkt doch die (netto-)Dividendenendite. Und ich meine im Internet gelesen zu haben, dass man für die Erstattung der zu viel gezahlten Quellensteuer für jeden Abrechnungszeitraum (also dann vierteljährlich) einen Antrag auf Erstattung stellen müsste). Das lohnt sich ja nicht. Beziehst du diese Überlegungen auch mit in dein Investment ein, oder "ist dir das egal"?

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    1. Da solltest du mal deine Bank befragen. Bei meiner (DKB) gibt es ein Vorabbefreiungsverfahren. Das bleibt gültig für 3 Jahre und muss dann nur erneuert werden. Völlig unkompliziert und m.E. noch simpler als W-8Ben bei den Amerikanern.

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    2. Vielen Dank für die Info. Ich werde mich mal bei meiner Bank schlau machen. Hat das was bei dir gekostet?

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    3. nein, bei der DKB sind alle derartigen Dienste bisher kostenlos gewesen.

      Sowohl der Tax Voucher für die Schweiz, als auch die Vorabbefreiungen für USA, CAN und Frankreich. Bei Kanada kann man sich das Geld wohl auch im nachherein zurückholen, aber das war mir der Aufwand nicht wert.

      Für Frankreich ist es etwas komplizierter, da das Formular nur ein Jahr gültig ist und zuvor vom zuständigen Finanzamt bestätigt werden muss.

      Für langfristiges Anlegen nehme ich das gerne in Kauf. Man sollte sich für die verschiedenen Verfahren nur eine Wiedervorlage anlegen. Ich für meinen Teil kann die DKB insbesondere fürs Langfristdepot nur empfehlen, habe aber auch ein anderes Depot.

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    4. Für Frankreich geht das auch?, das heißt du bezahlst dann nur 15% und die werden voll angerechnet? Das wäre ja echt super, weil Kanada und Frankreich meide ich wie die Pest aufgrund der hohen Quellensteuern.
      Ich muss mir das DKB Depot mal angucken (bin bei ING Diba, Consorsbank und Maxblue :)

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    5. Ich führe mein Depot bei der ING-DiBa und dort werden auf Dividenden aus Kanada wie bei US-Aktien 15% Quellensteuern einbehalten und in voller Höhe auf die Abgeltungssteuer angerechnet. Nach meiner Erinnerung musste ich dazu auch nie ein Formular ausfüllen oder besondere Gebühren an die Bank bezahlen.

      Zu Aktien aus Frankreich habe ich keine Erfahrungen.

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    6. Hallo Charlie,

      ich habe von ING Diba folgende Aussage erhalten:
      "
      Kanada:

      Wir rechnen Ihre Dividenden gleich mit dem verminderten Quellensteuersatz von 15% ab. Dazu müssen Sie das Formular NR301 und eine aktuelle Wohnsitzbestätigung in Ihren Unterlagen haben.

      Sollte es bei uns zu einer Prüfung durch die Kanadische Steuerbehörde kommen, dann fordern wir diese Unterlagen bei Ihnen an. Wichtig für Sie: Das Formular und die Wohnsitzbestätigung müssen vor der ersten Dividendenzahlung datiert sein und sie sind für 3 Jahre gültig."

      Solltest du dir vllt. auch nochmal besorgen

      Und bei Frankreich machen Sie es nicht. Da kann man nur die Rückforderung machen (was irre viel kostet :D)

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    7. Danke für den Hinweis, bis jetzt wurden bei kanadischen Aktien immer nur 15% einbehalten. Aber ich erkundige mich mal, ob ich Angaben aktualisieren muss.

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  3. Für mein Monatseinkommen habe ich meine Positionen bei den REITs erhöht. Zu meinen neuen Werten gehört seit Ende letzten Jahres Enterprise Products Partners (EPD). Ebenfalls ein Versorger (US) und war auf der 2018er Empfehlungsliste von Barron's. M.E. sind für dieses Jahr im Langfristdepot Versorger, REITs und Finanzwerte am Aussichtsreichsten.

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    1. Hallo Anonym,

      bei der Enterprise Products Partners handelt es sich um eine Limited Partnership (L.P.). Eine L.P. genießt die Steuervorteile einer Kommanditgesellschaft, d.h. sie muss keine Steuern auf den Gewinn zahlen, sondern nur auf die Ausschüttungen an die Anteilseigner.
      Dadurch können LPs und MLPs auch so hohe Dividenden ausschütten.
      Nun kommt leider der Haken an der Geschichte:
      Während die US-Amerikaner die Steuervorteile voll auskosten können, werden Ausländer mit der US-Quellensteuer belastet und des weiteren unterliegen sie zusätzlich der Steuererklärungspflicht in den USA.

      Ich habe aufgrund der hohen Dividende auch mal eine LP gekauft, aber nachdem die Dividende mit ca. 40% Steuer belastet wurde habe ich sie wieder abgestossen.

      Viele Grüße
      Andreas

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    2. Das wusste ich nicht, danke für den Hinweis

      VG
      Michael

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  4. Hallo Charlie,

    ich habe im Jänner die PepsiCo als Aristokrat in das Depot genommen. Die zahlen seit 1965 Dividenden und haben die letzten 45 Jahre die erhöht.
    Viele Grüße
    Bergfahrten

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    1. Hallo Bergfahrten,

      PepsiCo finde ich als klassische Dividendenaktie auch sehr attraktiv. Ich selbst halte bislang nur Coca-Cola und will die Anzahl meiner Depotwerte auch nicht unbedingt weiter vergrößern. Aber ich hoffe, dass die Branche durch die Übernahme von Dr. Pepper durchgerüttelt wird und die träge gewordene Coca-Cola Company Umsatz und Gewinn mal wieder stärker steigern kann.

      Viele Grüße, Charlie

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  5. Hallo Charlie,

    interessanter Wert. Da ich noch keine kanadische Unternehmen habe, würde mich das mit der Quellensteuer auch interessieren. Man findet viel im Netz, aber aus erster Hand mit praktischer Erfahrung wäre das doch ganz gut. Eine kurze Antwort würde mir langen. Bei den US-Aktien ist das alles sehr einfach, geht das bei den CAN Werten genauso leicht?

    Vielen Dank
    Alexander

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    1. Hallo Alexander,

      bei kanadischen Aktien läuft es genauso wie bei US-Werten: Auf die Dividende wird eine verminderte Quellensteuer von 15% erhoben. Diese wird bei der Berechnung der Abgeltungssteuer in voller Höhe abgezogen, so dass keine Doppelbesteuerung auftritt und kein Rückzahlungsantrag in Kanada erforderlich ist.

      Die Anwendung des verminderten Quellensteuersatzes von 15% scheint aber nicht bei allen Banken üblich zu sein. Ich kann dazu nur sagen, dass es bei der ING-DiBa nie Probleme gab.

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    2. Hallo Charlie,

      bei OnVista gab es bisher auch keine Probleme mit der US-Steuer. Bei der DiBa habe ich auch ein Depot, bin also flexibel. Das erweitert mein Anlageuniversum doch gewaltig. Danke für die Info.

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    3. Hallo Charlie,
      ich besaß bis 2017 (leider) einige Stücke der PENGROWTH ENERGY CORP. aus Kanada.
      Ich führe mein Depot bei der Comdirect und bin eigentlich ganz zufrieden, bis auf den Punkt, dass mir bei den monatlichen Dividendenausschüttungen der PENGROWTH Aktie trotz Einreichung des Formulars NR301 stets 25% Quellensteuer abgezogen wurden.

      Dies für dich und die anderen Mitleser als vielleicht wissenswerte Information.

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    4. Danke für diese Information zu Pengrowth Energy. Nach all den Kommentaren zu Kanada-Aktien habe ich immer mehr den Eindruck, als wäre es eine reine Glückssache, welche Bank bei welcher Aktie wie viel Quellensteuer einbehält.

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  6. Bundeszentralamt für Steuern. -> Steuern International -> dort gibt's ne Übersichtsliste

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  7. Hallo Charlie,
    deinen Ausführungen nach scheint Fortis ein interessanter Wert zu sein...
    Mir selbst fehlt momentan leider das "fresh money" und es reicht nur für eine Umschichtung. Ich baue die gut gelaufenen RD Shell etwas ab und kaufe eine erste Position Realty Income.
    REITS sind aktuell so beliebt wie Zahnarztbesuche. Dennoch halte ich W.P.Carey, LTC Properties und Omega Healthcare. Alle drei bzw. jetzt vier sehe ich als TOP-Werte für ein long-term Einkommensdepot. Was meinst du dazu ?
    Grüße aus dem Allgäu
    Gerry

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    1. Hallo Gerry,

      Hochdividendenwerte wie REITs oder Business Development Companies sind tatsächlich schlecht gelaufen in den letzten Wochen. Es kommen wieder andere Zeiten, deshalb steht Realty Income auch auf meiner Nachkaufliste weit oben. Mit LTC Properties und Omega Healthcare habe ich mich bislang nicht beschäftigt, aber danke für den Tipp.

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  8. Leider werden die meisten US-REITs nach der neuen Investmentsteuerreform wie Fonds behandelt.
    Hat schon jemand analysiert, welche Nachteile für den Dividendeninvestor sich da bei US-REITs ergeben können?

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    1. Dass REITs jetzt wie Fonds behandelt werden, ist mir neu. Ich konnte bislang keine ungewöhnlichen Buchungen in meinem Depot feststellen. Kannst Du eine Quelle für deine Aussage angeben?

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    2. - Für Privatanleger in Fonds bzw. ETFs die den Steuerfreibetrag von 801/1602 nicht voll ausschöpfen ergibt sich eine Mehrbelastung von ca. 3 Euro p.a.
      - Keine zusätzliche Belastung für Anleger die ohnehin Abgeltungssteuer zahlen
      - Bei meiner Abrechnung von US-REIT-Dividenden ist keinerlei Änderung, d.h. wie bisher 15% Quellensteuerabzug, die auf die 25% Abgeltungssteuer angerechnet wird.

      Infos gibts auch hier: http://www.finanztip.de/indexfonds-etf/quellensteuer/
      mfg
      Gerry

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