Samstag, 13. Januar 2018

Dividendeneinnahmen und Rückblick 2017

Ich hoffe, ihr seid alle gut ins neue Jahr gestartet! Heute werfe ich einen Blick zurück auf meine Dividendeneinnahmen im vergangenen Jahr und definiere neue Finanzziele für 2018.

Zielerreichung 2017 zufriedenstellend

Zu Beginn des Jahres 2017 hatte ich mir drei Ziele gesetzt:

1. Mindestens 20.000 Euro in Dividendenaktien investieren
Nach Berücksichtigung der Verkäufe ist es mir gelungen, per Saldo etwa den doppelten Anlagebetrag in mein Depot zu stecken. Wow, ich weiß selbst gar nicht genau, wie ich das geschafft habe! An besondere Sparanstrengungen kann ich mich nicht erinnern, bloß der Urlaub ist im letzten Jahr aus verschiedenen Gründen zu kurz gekommen. Ziel locker erfüllt.

2. Die Transaktionskosten senken und höchstens 12 Aktienkäufe durchführen
Ich habe fünf neue Aktien, teils in mehreren Raten gekauft: CVS Health, Gentex, United Internet, Vodafone und W.P. Carey. Dazu kam die Aufstockung bestehender Depotwerte, wie IBM und Royal Durch Shell. Und am Ende des Jahres noch meine Umschichtungssaktion mit vier Verkäufen und fünf weiteren Nachkäufen. Ziel insgesamt klar verfehlt.

3. Einbehaltene Quellensteuer auf Dividenden aus der Schweiz zurückholen
Nach einiger Recherche zu dem Thema und wochenlangem Warten auf den notwendigen Stempel meines Finanzamtes konnte ich letztendlich im August den Antrag auf Erstattung der Schweizer Verrechnungssteuer für die vergangenen drei Jahre losschicken. Eine Rückerstattung oder sonstige Reaktion der Eidgenössischen Steuerverwaltung habe ich bislang jedoch nicht erhalten. Ziel halb erfüllt.

6.185 Euro Dividenden und 68% Wachstum pro Jahr!

Ein konkrete Summe an Dividendeneinnahmen für 2017 hatte ich mir nicht vorgenommen. Dennoch war es für mich ein höchst erfolgreiches Jahr, in dem ich am Ende Dividenden von 6.185,07 Euro netto verbuchen konnte. Meine Dividendeneinnahmen sind in den letzten fünf Jahren um durchschnittlich 68% jährlich gewachsen:

2012: 571,82 €
2013: 892,43 € (+ 56,07 %)
2014: 2.464,00 € (+ 176,1 %)
2015: 3.791,66 € (+ 53,88 %)
2016: 4.591,26 € (+ 21,09 %)
2017: 6.185,07 € (+ 34,71 %)

Nachfolgend veröffentliche ich noch die Liste der Aktien, die im Dezember 2017 zu meiner Jahresdividende beigetragen haben:

Wertpapiername
Dividende
BROOKFIELD INFRASTR.69,67 €
CHEVRON CORP.33,73 €
COCA-COLA CO.23,12 €
CON. EDISON21,56 €
COTY INC. 23,35 €
ELI LILLY16,32 €
FORTIS INC.20,78 €
HERSHEY CO.12,29 €
IMPERIAL BRANDS48,09 €
INTL BUS. MACH.46,84 €
JOHNSON+JOHNSON26,26 €
MAIN STREET CAP.28,67 €
MCDONALDS CORP.31,56 €
MICROSOFT CORP.18,31 €
PEMBINA PIPELINE7,44 €
REALTY INC. CORP.13,26 €
ROYAL DUTCH SHELL88,33 €
STELLA-JONES INC.8,01 €
UNILEVER CVA39,74 €
UTD TECHN. CORP.21,86 €
VECTOR GRP59,76 €
Summe658,95 €

Neue Kennzahl: Yield on Cost = 3,3%

Die Yield on Cost (YOC) für mein ganzes Depot, also die persönliche Dividendenrendite bezogen die durchschnittlichen Kaufkurse der Aktien lag 2017 bei knapp 3,3% netto. (Wer den mathematischen Dreisatz beherrscht, kann jetzt berechnen, wie viel Geld ich bislang investiert habe!) Auf einen Leserwunsch werde ich demnächst die YOC der einzelnen Aktien in meiner aktuellen Portfolioübersicht ergänzen.

Dividendeneinkommen muss noch gleichmäßiger fließen

Besser leben mit Dividenden, diesem langfristigen Ziel bin ich mit 6.185,07 Euro Einnahmen im letzten Jahr ein deutliches Stück näher gekommen. Immerhin macht das im Durchschnitt ein monatliches Zusatzeinkommen von mehr als 500 Euro! Allerdings sind die Zahlungen wie schon in der Vergangenheit recht ungleich über die Monate verteilt:




Diversifizierung der Dividendeneinnahmen nach Ländern und Branchen wird besser

Mit der Streuung der Dividenden über Unternehmen aus verschiedenen Ländern bin ich grundsätzlich zufrieden. Insbesondere ist die US-Lastigkeit weiter von 45% auf 41% gefallen. Die größten Risiken sehe ich vielmehr bei Brookfield Infrastructure (Bermudas) und SES (Luxemburg). Allein von diesen beiden Unternehmen hängen über 9% meiner gesamten Dividendeneinnahmen ab:



Recht gut entwickelt sich die Verteilung der Dividendenzahlungen auf verschiedene Branchen, auch wenn IT, Immobilien und Industrie für meinen Geschmack ruhig noch ein wenig stärker werden könnten. Bei der Zuordnung der Aktien richte ich mich generell nach den 11 GICS-Sektoren und den Angaben von Morningstar:


Für dieses Jahr fasse ich wieder drei Vorsätze: 

1. Die Dividendeneinnahmen 2018 um 10% steigern
Dieses Ziel ist durchaus ehrgeizig, weil ich mit der Vector Group einen Hochdividendenwert verkauft habe und die Dividendenhöhe einzelner Bestandsaktien unsicher scheint (ich denke an SES). Zudem ergibt sich ein gewisser Konflikt mit den Zielen 2 und 3.

2. Die Transaktionskosten senken und höchstens 12 Aktienkäufe durchführen
Nachdem ich es 2017 nicht geschafft habe, nehme ich mir dieses Ziel nochmals vor. Ich bin überzeugt, dass ein möglichst passives Anlegerverhalten mit wenigen Depottransaktionen und niedrigen Umschlagskosten den besten langfristigen Erfolg verspricht. 

3. Die Anlagerisiken reduzieren
Dazu setze ich mir zwei messbare Unterziele: 
- Ich möchte eine Cashreserve von mindestens 5% auf das investierte Kapital aufbauen. 
- Und ich erneuere öffentlich meine klassische Verkaufsregel, die da lautet: Unternehmen, die ihre Dividende kürzen, werden konsequent verkauft. Ohne Ausnahme. Damit entferne ich Schlechtleister systematisch aus meinem Depot.

Das waren Rückblick 2017 und Ausblick 2018. Eure Fragen und Kommentare beantworte ich ebenfalls wie immer konsequent und ohne Ausnahme.

Kommentare:

  1. Hallo Charlie,

    sehr schöner Überlick. Wieso hast du dir genau 12 Aktienkäufe vorgenommen? Hängt das nicht davon ab, wie sich das Business entwickelt. Man möchte ja auch nicht überteuert nachkaufen bzw. irgendwas kaufen, nur weil es auf den ersten Blick günstig erscheint. Das Ziel erscheint mir als unsinnig. Dies ergibt sich doch von selber im Laufe des Jahres.

    Würdest du SES wirklich rausschmeißen, wenn Sie eine Dividendekürzung vornehmen? Die Dividende ist ja aktuell im Vergleich zu anderen relativ hoch, eine kleine Herabsetzung und somit Entspannung bzw. Konzentration auf andere Strukturierungsmaßnahmen könnte den Kurs wieder in Fahrt bringen. Sie sind doch nach wie vor dem Satellitengeschäft überzeugt, oder?

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    1. Hallo Tobias,

      ich habe mir nicht genau, sondern höchstens 12 Aktienkäufe vorgenommen. Das wäre dann nicht mehr als einer pro Monat. Mit der Begrenzung will ich mich selbst disziplinieren, jede Aktie vor dem Kauf sehr genau zu analysieren und unnötige Bankgebühren vermeiden.

      Ich stehe nach wie vor zu SES und dem Satellitengeschäft. Andererseits habe ich bisher mit einer Ausnahme (BHP Billiton) bei Dividendenkürzungen immer verkauft. Eine einfachere und überzeugendere Verkaufsstrategie kenne ich nicht.

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    2. Hallo Charlie,

      deine Verkaufsstrategie finde ich bei steigender Börse und steigender Wirtschaft in Ordnung.
      Aber ziehst Du diese Strategie auch durch wenn es einmal ordentlich bergab geht und die allermeisten Unternehmen ihre Dividende kürzen weil die aktuelle Wirtschaftslage nicht mehr Geld für Ausschüttungen zulässt?
      In so einem Fall dürfte die Anzahl deiner Aktien ziemlich stark sinken.

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    3. Das hoffe ich nicht, denn ich kaufe ganz überwiegend nur Aktien mit einer überzeugenden Gewinn- und Dividendenhistorie von mindestens 10 Jahren, die somit eine gewisse Konjunkturresistenz bewiesen haben.

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  2. Hallo Charlie, wenn du von den Schweizern eine Rückmeldung erhälst, würde ich mich freuen, wenn du darüber berichtest! Ich habe ebenfalls letztes Jahr das erste Mal den Steuerantrag bei den Schweizern gestellt und bis heute nichts gehört. Auch auf Nachfrage erfolgte keine Rückmeldung! Wenn da nicht absehbar Geld eingehen sollte, werde ich mich von meinen Schweizer Aktien trennen.

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    1. Über einen Verkauf meiner Schweizer Aktien habe ich deswegen auch schon nachgedacht. Aber ich warte noch ab und werde im Blog berichten.

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    2. Habe das Prozedere schon 2x hinter mir. Dauerte immer etwas, aber dann kam immer die Rückzahlung und eine Abrechnung. Zum Glück kann man drei Jahre zusammenfassen :-)

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    3. bei mir hat es ca 2- Monate gedauert

      Mich hat hierbei nur geärgert, dass die Bank (Commerzbank), zu der ich die Erstattung der schweizer Quellensteuer hinfließen lassen habe, ordentlich mitverdient hat.
      Insgesamt 20€ bearbeitungsentgelt,Konvertierungentgelt und Standardabwicklung.

      Meine Frage lautet daher: Welche Bank bietet sich an, um diese Gebühren noch zu mindern bzw. ganz zu vermeiden?

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  3. Das sind schöne Erfolge!

    Die Rückmeldung aus der Schweiz würde mich auch interessieren. Ich hatte mal angefangen, meine Unterlagen zu den Dividenden von Zurich zusammenzutragen, dann aber gesehen, dass die lt. Abrechnung nicht immer als "Dividenden" bezeichnet wurden - mir fällt gerade die andere Bezeichnung nicht ein. Ich habe es dann erstmal gelassen, bleibe aber am Ball.

    Noch eine Frage: rechnest du bei YoC auch die Transaktionskosten der Käufe zu den Aktienpreisen hinzu? Ich persönlich halte es so, auch wenn es das Ergebnis natürlich etwas drückt.

    Weiter viel Erfolg!!!

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    1. Ja, die Transaktionskosten sind in meinen durchschnittlichen Einstandskursen enthalten. Die Kurse werden von meiner Bank so ausgewiesen.

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  4. Hallo Charlie,

    danke für deinen Jahresabschluss und Glückwunsch! Den YoC Wert beachte ich auch, sinkt bei mir aber weil ich 2016 und 2017 überdurchschnittlich investiert habe.
    Betreffend der Schweizer Rückerstattung - meine war problemlos. Bei mir hat zuerst das Österreichische Finanzamt die Unterlagen von mir bekommen und diese haben Sie direkt an ihre Schweizer Kollegen weitergegeben. Infos dazu gibt es unter...
    http://www.bergfahrten.com/2017/08/15/finanzen-bedeutet-steuern/
    Viel Erfolg für 2018 & Grüße aus dem Weinviertel
    Bergfahrten

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    1. Bei mir macht seit Jahren die Comdirekt die Steuerstattung mit der Schweiz direkt für meine Nestle und Novartis Aktien. Nehmen dafür 20 EUR Provision und 19% MwSt. also insgesamt 23,80 EUR. Naja mir ist es das Wert, habe ich damit keinen Stress. Allerdings wird die Vomdirekt erst tätig wenn mindestens die Rückerstattung 50,- EUR ist.

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    2. Das ist ja ein toller Service der Comdirect! Dafür würde ich auch gerne eine Gebühr zahlen, wenn mir die Bank die Bürokratie abnimmt.

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  5. Habe für meinen Bruder die Dokumente für die Schweizer Quellensteuer ausgefüllt und den Rest hat er erledigt. Ein bisschen Zeit und Aufwand und nach 8 Wochen kam die Bestätigung und die Erstattung aus der Schweiz.

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  6. Also ich warte nun auch schon seit dem 11.08.2017 auf die Rückerstattung.
    Bisher leider vergeblich. Eine Nachfrage ist ins leere gelaufen. Habe die Hoffnung aber NOCH nicht aufgegeben.
    @ alle: Darf ich fragen an welche Adresse der Antrag gesendet wurde. Ich habe die vom Formular 85 unten genommen.

    VG

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  7. Hallo Charlie,

    was hältst du eigentlich von Inditex und BB Biotech?

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